Ökonomen kritisieren Weidels Euro-Ausstiegspläne
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 15:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEine neue deutsche Währung würde nach Einschätzung Schnitzers voraussichtlich deutlich aufwerten. Das würde deutsche Exporte verteuern und die Konkurrenzfähigkeit schwächen. Gerade derzeit sei der gemeinsame europäische Wirtschafts- und Währungsraum "einer unserer wichtigsten Standortvorteile". Auch der Übergang wäre nach ihren Worten "schmerzhaft". Bei Bankguthaben, Hypotheken, Krediten und Verträgen müsste geklärt werden, in welcher Währung sie künftig gelten. Schon der jahrelange Prozess bis zu einem Austritt würde "massive Unsicherheit erzeugen".
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, äußerte sich noch deutlicher. Alice Weidel zeige "ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz" mit ihrer Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus dem Euro, sagte er dem "Handelsblatt". Ein solcher Schritt würde Millionen Deutsche in die Arbeitslosigkeit zwingen und erhebliche Einkommensverluste für Bürger bedeuten. Weidels Behauptung, Deutschland sei es vor dem Euro deutlich besser gegangen, nannte Fratzscher "schlichtweg falsch". Besonders hart träfe ein Euro-Austritt nach seiner Einschätzung Sachsen-Anhalt. Eine vierköpfige Familie müsste dort mit Einkommensverlusten von mehr als 6.000 Euro im Jahr rechnen, so Fratzscher.
