Energie-Desaster, Erneuerbare

Ă–sterreichs Energie-Desaster: Erneuerbare brechen um 18,6 Prozent ein

11.05.2026 - 09:09:12 | boerse-global.de

Die kohlenstofffreie Stromproduktion in Ă–sterreich fiel 2025 um 18,6 Prozent. Trockenheit und politische HĂĽrden belasten die Klimaziele.

Ă–sterreichs Energie-Desaster: Erneuerbare brechen um 18,6 Prozent ein - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Ă–sterreichs Energie-Desaster: Erneuerbare brechen um 18,6 Prozent ein - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Die kohlenstofffreie Stromerzeugung stürzte 2025 um 18,6 Prozent auf 43,64 Terawattstunden ab – der stärkste Rückgang in ganz Europa.

Der „Clean Power Progress Index“ von Montel zeigt: Nach 53,62 TWh im Vorjahr fiel die Produktion aus erneuerbaren Quellen und anderen emissionsfreien Trägern massiv. Das stellt die Klimaziele der Bundesregierung infrage.

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DĂĽrre legt Wasserkraft lahm

Der Hauptgrund: Eine ausgeprägte Trockenheit ließ die Wasserkraft einbrechen – traditionell das Rückgrat der österreichischen Energieversorgung. Um die Lücke zu schließen, schalteten die Betreiber fossile Kraftwerke hoch. Die stromgebundene Produktion aus Gas- und Kohlekraftwerken stieg um 15 Prozent.

Die Folge: Die CO2-Emissionen pro Megawattstunde schnellten um rund 40 Prozent nach oben.

Michael Strugl, Vorstandschef des Energieversorgers Verbund, verteidigt dennoch die Strategie. „Die Wasserkraft bleibt mit rund 60 Prozent Anteil eine robuste und unverzichtbare Säule“, betont er. In nassen Jahren sichere sie Österreich eine Spitzenposition bei den Erneuerbaren – doch Trockenperioden offenbaren die Verwundbarkeit des Systems.

Politische Fronten verhärtet

Die Beratung über die Energiewende wird durch geopolitische Spannungen und leere Kassen verschärft. Außenministerin Meinl-Reisinger warnte in der ORF-Pressestunde: Die Energiekrise bleibe bestehen – wegen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und des Krieges im Iran.

Sie fordert einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren und Kürzungen bei klimaschädlichen Subventionen.

Doch die Regierungskoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS plant für 2027 und 2028 ein Doppelbudget mit massiven Konsolidierungsschritten. Die FPÖ lehnt die geplante Erhöhung der Körperschaftsteuer auf 24 Prozent für Unternehmen mit Gewinnen über einer Million Euro ab – sie sei eine Gefahr für den Mittelstand.

Studien des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) warnen: Ausgabenkürzungen belasten die Regierungszustimmung deutlich stärker als einnahmenseitige Maßnahmen. Das Risiko für politische Instabilität steigt.

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Stagflationsgespenst und Bau-Krise

Die Energiewende findet in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld statt. EZB-Ratsmitglied und OeNB-Gouverneur Martin Kocher schließt das Risiko einer Stagflation nicht aus. Die Inflation in der Eurozone liegt bei 3 Prozent – Österreich hat aufgrund seines hohen Dienstleistungsgewichts strukturell höhere Raten.

Die April-Daten 2026 bestätigen das: Die Inflation beträgt 3,2 Prozent, das BIP-Wachstum im ersten Quartal stagnierte bei 0,7 Prozent.

Besonders dramatisch: der Bau. Laut Raiffeisen Research droht der Branche 2026 das achte Rezessionsjahr in Folge. Der Wohnbau bricht massiv ein. Kritiker machen die Mietpreisbremse dafür verantwortlich, die als Investitionsbremse wirke und die Knappheit in den Städten verschärfe.

Die Industrie ist wenig optimistisch: Nur sechs Prozent der Betriebe zeigen sich mit der Industriestrategie 2035 zufrieden. Die allgemeine Geschäftslage bewerten nur noch 48 Prozent der Unternehmen als gut – 17 Prozent erwägen eine Verlagerung ins Ausland.

Post meldet Gewinneinbruch

Die wirtschaftliche AbkĂĽhlung zeigt sich auch in den Quartalszahlen. Die Ă–sterreichische Post verzeichnete einen massiven Gewinneinbruch. Das Periodenergebnis sank von 39,6 Millionen Euro auf 15,3 Millionen Euro.

Der Umsatz stieg zwar leicht um 0,9 Prozent auf 770,7 Millionen Euro. Doch negative Bewertungseffekte für Anteile an Aras Kargo belasteten das Ergebnis. Das Paketgeschäft wuchs um 6,9 Prozent, das Briefsegment verlor 7,6 Prozent.

Post-Chef Christian Oblin gibt sich vorsichtig optimistisch: Für 2026 erwartet er ein stabiles Gesamtergebnis und Investitionen zwischen 140 und 160 Millionen Euro. Der Mobilfunkbereich „Yellow“ soll in drei Jahren den Break-even erreichen.

Strategische Neuausrichtung nötig

Trotz des Rückschlags halten Regierung und Energieversorger an der Wasserkraft fest. Neben dem Ausbau der Erzeugungskapazitäten setzt Wien auf internationale Kooperationen. Anfang Mai 2026 schloss Österreich ein Migrationsabkommen mit Usbekistan ab.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Kann Österreich den Negativtrend bei der Energiewende umkehren? Entscheidend ist, wie schnell Investitionen in Windkraft und Photovoltaik die Volatilität der Wasserkraft ausgleichen.

Außenministerin Meinl-Reisinger bietet Wien als Standort für internationale Atomverhandlungen an – um geopolitische Spannungen zu mindern, die direkt auf die Energiemärkte durchschlagen.

Ob die für Ende Mai angekündigte Begutachtung neuer Gesetzesentwürfe die nötige politische Stabilität bringt, bleibt abzuwarten. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen – besonders bei Frauen im Handel – und der drohenden Stagflation steht die österreichische Wirtschaftspolitik vor einer ihrer schwierigsten Bewährungsproben.

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