Paraguay: Senat setzt Pena ab, Alliana wird PrÀsident
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 11:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSParaguays PrÀsident unter Hausarrest
- Der Senat enthob Santiago Pena am Freitag einstimmig mit 44 anwesenden Stimmen seines Amtes.
- Pedro Alliana ĂŒbernahm nach der Entscheidung das PrĂ€sidentenamt in Paraguay.
- Die Behörden stellten Pena in seinem Wohnviertel La Trinidad unter Hausarrest.
Senat setzt Santiago Pena nach Bankenskandal ab
Der Senat in Paraguay hat PrÀsident Santiago Pena infolge eines Bankenskandals des Amtes enthoben. Die Parlamentskammer ernannte daraufhin den bisherigen VizeprÀsidenten Pedro Alliana zum neuen Staatschef.
Alle 44 anwesenden Senatoren stimmen zu
Pena wurde am Freitag nach Ortszeit einstimmig von allen 44 anwesenden Senatoren abgesetzt. SenatsprĂ€sident Basilio Nunez erklĂ€rte, Pena habe sein Amt âschlecht ausgeĂŒbtâ.
Ex-PrÀsident steht unter Hausarrest
Kurz nach der Absetzung wurde Pena unter Hausarrest gestellt. Die Behörden bestÀtigten, dass er sich in seinem Wohnviertel La Trinidad befindet; Demonstranten verlangten, dass er die ersten Stunden seiner Haft in einem normalen GefÀngnis verbringt.
Drei Millionen Kunden betroffen
Auslöser der politischen Krise ist der Zusammenbruch der Bank Ueno. Das Institut wurde wegen Kapitalmangels unter Zwangsverwaltung gestellt, wodurch rund drei Millionen Kunden nicht mehr auf ihr Geld zugreifen konnten.
VorwĂŒrfe gegen Pena
Pena hatte bis vor Kurzem Anteile an einer Unternehmensgruppe gehalten, die die Bank kontrollierte. Abgeordnete warfen ihm deshalb Fehlverhalten und einen Interessenkonflikt vor.
EntschĂ€digung fĂŒr Betroffene angekĂŒndigt
Alliana versprach, die Leidtragenden des Skandals nicht im Stich zu lassen. Die Betroffenen des finanziellen Zusammenbruchs sollen vollstÀndig entschÀdigt werden.
RĂŒcktrittsantrag zuvor abgelehnt
Pena, der als VerbĂŒndeter der US-Regierung von Donald Trump gilt, hatte bereits seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt. Das Parlament lehnte den Antrag ab, um eine mögliche lebenslange ImmunitĂ€t zu verhindern.
Die Absetzung Santiago Peñas markiert eine schwere institutionelle Krise in Paraguay. Auslöser ist der Zusammenbruch der Digitalbank Ueno, deren fehlende Kapitaldeckung den Zugang von rund drei Millionen Kunden zu ihren Konten blockierte. Die politische Brisanz entstand zusĂ€tzlich durch Peñas frĂŒhere Beteiligung an der Unternehmensgruppe, die das Institut kontrollierte.
Damit verbindet sich eine Finanzkrise mit dem Vorwurf eines Interessenkonflikts an der Staatsspitze. Die einstimmige Entscheidung der anwesenden Senatoren zeigt, dass der PrĂ€sident im Senat keinen politischen RĂŒckhalt mehr besaĂ. Die Ernennung des bisherigen VizeprĂ€sidenten Pedro Alliana soll zunĂ€chst die verfassungsmĂ€Ăige HandlungsfĂ€higkeit sichern, löst aber weder die finanziellen SchĂ€den noch die offenen Fragen zur Verantwortung.
Folgen fĂŒr Kunden und Regierung
FĂŒr die Bevölkerung steht die angekĂŒndigte vollstĂ€ndige EntschĂ€digung der Betroffenen im Mittelpunkt. Ihre Umsetzung dĂŒrfte erhebliche öffentliche Mittel und eine belastbare Abwicklung der Bank erfordern. Zugleich erhöht der Hausarrest den Druck auf die neue Regierung, den Fall transparent aufzuarbeiten und das Vertrauen in Banken, Aufsicht und politische Institutionen wiederherzustellen.
Die Krise reicht damit ĂŒber einen Machtwechsel hinaus. Sie betrifft die StabilitĂ€t des Finanzsystems, die Behandlung von Millionen Kontoinhabern und die Frage, ob politische Verbindungen bei der Bankenaufsicht ausreichend kontrolliert wurden. Alliana muss kurzfristig soziale EntschĂ€digung, rechtliche Aufarbeitung und staatliche HandlungsfĂ€higkeit miteinander verbinden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: âParaguays PrĂ€sident Peña des Amtes enthobenâ (07.11.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt die Amtsenthebung und die Ernennung Pedro Allianas zum neuen Staatschef. Im Mittelpunkt steht damit der unmittelbare Machtwechsel, wĂ€hrend die finanzielle Dimension des Bankenskandals weniger ausfĂŒhrlich gewichtet wird.
Tagesschau: âParaguays PrĂ€sident Peña als PrĂ€sident abgesetzt und unter Hausarrestâ (07.11.2026)
Die Meldung bestĂ€tigt neben der Absetzung auch den Hausarrest und die Vereidigung Allianas. Ihr Schwerpunkt liegt damit stĂ€rker auf den sicherheits- und verfassungsrechtlichen Folgen als auf der angekĂŒndigten EntschĂ€digung der Bankkunden.
Ăbereinstimmend wird der Machtwechsel als Folge der Bankenkrise beschrieben. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Amtsenthebung, Hausarrest und den finanziellen Konsequenzen; offen bleibt, wie die EntschĂ€digung praktisch umgesetzt wird.
