Pflegekommission: DAK bezweifelt Konzept bis Ende Januar
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSStorm fordert tragfähige Pflegeplanung
- DAK-Chef Andreas Storm begrüßt den Start der neuen Pflegekommission ausdrücklich.
- Die Kommission soll eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung mit neuer Systemarchitektur entwerfen.
- Storm verweist auf die Aussage von Gesundheitsminister Linnemann aus dem September zum drohenden Kollaps in den Dreißigerjahren.
DAK sieht Pflegekommission vor Herkulesaufgabe
Der Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Andreas Storm, begrüßt den Start der Pflegekommission, bezweifelt aber einen tragfähigen Reformvorschlag bis Ende Januar. Das Gremium soll eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung mit einer völlig neuen Systemarchitektur entwickeln.
Storm bezweifelt Konzept in kurzer Frist
Storm sagte der „Rheinischen Post“, er begrüße den Start und den Auftrag der neuen Pflegekommission ausdrücklich. Vor dem Gremium liege nun eine „Herkulesaufgabe“.
Es müsse „nicht mehr und nicht weniger“ leisten, als eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung zu konzipieren. Storm erklärte, ihm fehle die Phantasie, wie in der Kürze der Zeit bis Ende Januar ein umfassendes und tragfähiges Reformkonzept vorgelegt werden solle.
Verweis auf drohende Systemprobleme
Zur Begründung erinnerte Storm an eine Aussage von Gesundheitsminister Linnemann aus dem September. Dieser habe in einem Interview erklärt, dass das Pflegesystem derzeit nicht zukunftsfest sei.
Ohne eine tiefgreifende Reform werde das System in den Dreißigerjahren kollabieren, habe Linnemann damals erklärt.
Die Pflegekommission startet in einer Phase, in der die Finanzierung der Pflegeversicherung und die Belastung Pflegebedürftiger politisch besonders umstritten sind. Nach dem vereinbarten Arbeitsauftrag soll das Gremium bis spätestens Ende Januar 2027 umfassende Vorschläge für eine nachhaltige Reform vorlegen.
Zu den diskutierten Themen gehören neben der grundsätzlichen Neuordnung des Systems auch die stark gestiegenen Eigenanteile in Pflegeheimen. Eine Begrenzung dieser Kosten soll geprüft werden. Ebenso steht die Frage im Raum, ob Privatversicherte stärker zur Finanzierung der gesetzlichen Pflege herangezogen werden können. Der Auftrag lässt dabei offen, welche konkreten Modelle am Ende empfohlen werden.
Kurzer Zeitrahmen, weitreichender Auftrag
Die von Andreas Storm angesprochene Zeitknappheit verweist auf ein strukturelles Problem: Eine tragfähige Reform muss Einnahmen, Leistungsumfang, Eigenanteile und die langfristige Versorgung miteinander verbinden. Solche Änderungen berühren zugleich Bundeshaushalt, Beitragszahler, Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegeeinrichtungen.
Für Betroffene ist deshalb entscheidend, ob die Kommission nicht nur Leitlinien, sondern umsetzbare Finanzierungs- und Entlastungsmodelle vorlegt. Bis zum Abschluss der Beratungen bleiben bestehende Beiträge, Leistungen und Eigenanteile unverändert; konkrete Folgen ergeben sich erst aus späteren politischen Entscheidungen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Regierung Zuckersteuer im Bundeskabinett“ (14.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den Start der Pflegekommission und nennt Ende Januar 2027 als Frist für umfassende Vorschläge. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kabinettsbeschluss und dem zeitlichen Auftrag, nicht auf der Einschätzung von DAK-Chef Andreas Storm.
ZDFheute: „Zuckersteuer-Streit beigelegt: Bundesregierung einigt sich“ (13.10.2026)
Der Artikel beschreibt die Einigung über den Arbeitsauftrag der Pflegestrukturkommission. Anders als die Meldung zur DAK bewertet er vor allem die vorgesehenen Prüffelder wie Pflegeheim-Eigenanteile und eine mögliche Beteiligung Privatversicherter.
Übereinstimmend wird der enge Zeitrahmen bis Ende Januar 2027 genannt. Unterschiede bestehen beim Fokus: Während der Deutschlandfunk den Start und die Frist hervorhebt, stellt ZDFheute die politischen Streitpunkte im Arbeitsauftrag heraus.
