Shopping-App, Temu

Shopping-App Temu gerÀt ins Visier der Politik

31.03.2024 - 10:41:40 | dts-nachrichtenagentur.de

Politiker der Ampelkoalition werfen dem chinesischen Onlinemarktplatz Temu VerstĂ¶ĂŸe gegen europĂ€isches Recht vor und fordern die EU-Kommission zum Handeln auf.

Junge Frau mit Smartphone (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Er halte ein "entschiedenes Einschreiten" gegen chinesische Plattformen wie Temu fĂŒr "dringend geboten", sagte der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, dem "Handelsblatt". Datennutzung und Algorithmen seien "extrem intransparent" und ließen "viele Fragen hinsichtlich der ErfĂŒllung europĂ€ischer Regulierung offen". Der FDP-Digitalpolitiker Maximilian Funke-Kaiser warf der Plattform die Verwendung illegaler Designtricks, sogenannter "Dark Patterns" vor, um KĂ€ufer zu manipulieren und unter Druck zu setzen, um so möglichst schnell eine Kaufentscheidung zu erzeugen. Solche GeschĂ€ftspraktiken "stehen in direktem Konflikt mit dem europĂ€ischen Recht, denn Dark Patterns sind in der EU auf OnlinemarktplĂ€tzen verboten", sagte Funke-Kaiser.

Die irischen Behörden mĂŒssten den Fall rasch ĂŒberprĂŒfen, "schließlich geht es um den Verbraucherschutz von Millionen Menschen". Irland ist fĂŒr Temu zustĂ€ndig, weil das Unternehmen dort seinen Hauptsitz hat. Der SPD-Politiker Zimmermann hĂ€lt es fĂŒr "besonders problematisch", dass Temu sich bisher nicht als "Very Large Online Plattform" (VLOP) im Rahmen des Gesetzes ĂŒber digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) registriert hat, obwohl es die dafĂŒr festgelegte die Grenze von 45 Millionen Nutzern "massiv ĂŒberschritten" habe. Die GrĂŒnen-Politikerin Tabea RĂ¶ĂŸner wies zudem auf Berichte hin, wonach Produkte auf Temu nicht alle Anforderungen an die Produktsicherheit erfĂŒllten. "Dem muss entschieden nachgegangen und geltendes Recht durchgesetzt werden", sagte sie. Zimmermann sagte, generell gebe es bei chinesischen Plattformen "hinreichende Verdachtsmomente fĂŒr falsche zollrechtliche Angaben, gefĂ€lschte Sicherheitszeichen auf den Produkten und Gefahren, die fĂŒr Kunden von den Produkten ausgehen". Daher seien schĂ€rfere Kontrollen unabdingbar.

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