Merz und Macron wollen Nuklear-Kooperation vorantreiben
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 10:29 Uhr, dpa.de
Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron wollen ihre Kooperation bei der nuklearen Abschreckung weiter vorantreiben. In einer Wartungshalle auf dem MilitĂ€rflugplatz Nörvenich bei Köln kam am Morgen unter ihrer Leitung der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat zusammen, um die erstmalige Beteiligung Deutschlands an einer französischen NuklearĂŒbung zu beschlieĂen.Â
Eingerahmt von zwei französischen Rafale- und zwei deutschen Eurofighter-Kampfjets tagte die Runde, an der auch die AuĂen- und Verteidigungsminister teilnehmen. Die Rafale sind fĂŒr den Einsatz von Atomwaffen ausgelegt.
Luftbetankung als erste Ăbung
Die Kampfjets hatten bereits am Donnerstag an einer kleinen Ăbung teilgenommen, um den praktischen Beginn der Nuklear-Kooperation zu markieren. Sie wurden im französischen Luftraum von einem französischen Tankflugzeug mit Treibstoff versorgt. Das Ganze dauerte knapp zwei Stunden.Â
Macron hatte europĂ€ischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rĂŒcken. Neben GroĂbritannien ist es das einzige westeuropĂ€ische Land, das ĂŒber Atomwaffen verfĂŒgt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, fĂŒr deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergĂ€nzen und stĂ€rken.
Neun LĂ€nder wollen mit Frankreich kooperieren
Auch mit der Atommacht GroĂbritannien hat Frankreich eine nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Sieben weitere LĂ€nder haben positiv auf das französische Angebot reagiert: Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, DĂ€nemark und Norwegen.
