Jürgen Klopp, Rassismus im Fußball

Rassismus gegen DFB-Spieler: Klopp findet deutliche Worte

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach rassistischen und beleidigenden Kommentaren gegen deutsche Nationalspieler findet Jürgen Klopp deutliche Worte. Der Bundestrainer verweist auf den Zusammenhalt im Team und fordert Respekt statt Ausgrenzung.

Kein Raum für Rassisten: Jürgen Klopp hat eine klare Meinung zu beleidigenden Äußerungen im Netz. - Bild: Sven Hoppe/dpa
Kein Raum für Rassisten: Jürgen Klopp hat eine klare Meinung zu beleidigenden Äußerungen im Netz. - Bild: Sven Hoppe/dpa

Bundestrainer Jürgen Klopp hat mit Abscheu auf rassistische und beleidigende Kommentare in sozialen Netzwerken rund um die Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland reagiert.

Klopp weist Angriffe zurück

Ein Reporter sprach Klopp in der Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien auf Beiträge an, in denen die Mannschaft als „nicht deutsch genug“ oder „nicht weiß genug“ bezeichnet worden sei. Zunächst sagte der 59-Jährige, er habe davon „nicht mitbekommen“.

Anschließend bezog Klopp deutlich Stellung. Es gebe keinen Grund, sich über solche Menschen Gedanken zu machen, sagte der Bundestrainer. Seine Gedanken bekämen sie nicht; im normalen Leben habe er wenig Zeit und für soziale Medien ebenfalls nicht.

„Die Welt dürfte sich ein Beispiel nehmen“

Klopp kritisierte, dass jeder seine Meinung äußern dürfe, und bezeichnete dies in diesem Zusammenhang als „Wahnsinn“. Zugleich verwies er auf die Zusammensetzung des Nationalteams, zu dem etliche Spieler mit Migrationshintergrund gehören.

Die Gruppe im Trainingslager könne „nicht großartiger in diesem Zusammenleben sein“, sagte Klopp. Die Welt dürfe sich ein Beispiel an einer Sport-Umkleidekabine nehmen: Dort werde jeder aufgrund der richtigen Tatsachen respektiert und nicht aufgrund falscher Meinungen diskreditiert.

Nächstes Spiel gegen Serbien

Deutschland trifft am Donnerstag um 20.45 Uhr in München auf Serbien. Die Partie wird im ZDF übertragen. Die Begegnung folgt auf die 0:1-Niederlage gegen Griechenland.

Rassismus als wiederkehrendes Problem

Rassistische Beschimpfungen gegen Spieler der deutschen Nationalmannschaft begleiten den Fußball seit Jahren. Soziale Netzwerke erleichtern es, solche Beiträge unmittelbar nach Spielen massenhaft zu verbreiten. Die Betroffenen werden dabei nicht nach ihrer sportlichen Leistung beurteilt, sondern anhand zugeschriebener Herkunft oder Hautfarbe angegriffen.

Der Fall fällt in eine sportlich schwierige Phase für das neu formierte DFB-Team. Deutschland verlor gegen Griechenland mit 0:1 und steht vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien unter Druck. Zuvor hatte die Mannschaft in den ersten Partien unter Klopp nur einen Punkt gesammelt; zugleich testet der Trainer zahlreiche neue Spieler und versucht, daraus eine stabile Einheit zu bilden.

Bedeutung für Mannschaft und Debatte

Klopp stellt dem digitalen Rassismus ein Gegenbild aus dem Trainingslager entgegen: In der Mannschaft zählten Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt, nicht Herkunftsvorstellungen Außenstehender. Das ist auch für die öffentliche Debatte relevant, weil die Nationalmannschaft die gesellschaftliche Vielfalt Deutschlands sichtbar abbildet.

Für die Spieler dürfte das bevorstehende Serbien-Spiel deshalb in zweifacher Hinsicht bedeutsam sein: sportlich geht es um Punkte und eine Reaktion auf die Niederlage, gesellschaftlich um den Umgang mit Angriffen außerhalb des Platzes. Klopps klare Haltung verschiebt den Fokus zurück auf Leistung, Teamarbeit und einen respektvollen Wettbewerb.

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