Gedenken, Deutschland

Israels Botschafter fĂŒr Pflichtbesuche in KZ-GedenkstĂ€tten

05.04.2026 - 00:05:04 | dpa.de

Ron Prosor ist sich sicher, dass persönliche Erfahrungen Vorurteile abbauen können. Doch im Kampf gegen Judenhass brauche es auch konsequente Gesetzgebung, meint der Diplomat.

Der israelische Botschafter Ron Prosor plĂ€diert fĂŒr Pflichtbesuche in KZ-GedenkstĂ€tten. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
Der israelische Botschafter Ron Prosor plĂ€diert fĂŒr Pflichtbesuche in KZ-GedenkstĂ€tten. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa

Der israelische Botschafter Ron Prosor plĂ€diert dafĂŒr, Besuche in KZ-GedenkstĂ€tten fĂŒr SchĂŒler verpflichtend zu machen. «Das wĂ€re enorm wichtig, gerade fĂŒr die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund», sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch Begegnungen und GesprĂ€che mit Juden und Israelis sollten in Deutschland hĂ€ufiger stattfinden, sagte der Botschafter. «Wenn ich in arabischen LĂ€ndern zu Besuch war und mit meinen Gastgebern ĂŒber unsere Geschichte sprach, begegneten mir anfangs hĂ€ufig Vorurteile gegenĂŒber Juden und Israelis. Nach solchen GesprĂ€chen war das VerstĂ€ndnis jedes Mal spĂŒrbar grĂ¶ĂŸer.»

Prosor sagte, er könne sich nicht erklĂ€ren, warum Antisemitismus in Deutschland nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 so stark zugenommen habe. «Der einzige Weg, Antisemitismus wirklich zu bekĂ€mpfen, fĂŒhrt ĂŒber konsequente Gesetzgebung», sagte der Diplomat. «Wir mĂŒssen die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus rechtlich verbindlich verankern.»

Gemeint ist die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance. Kritiker monieren, dass die Definition weit gefasst sei und teils auch Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung als antisemitisch bezeichnet werde.

Prosor sagte: «Diese Definition stellt klar: Wenn Israel gezielt herausgegriffen, dĂ€monisiert oder ihm das Existenzrecht abgesprochen wird, ist das keine legitime Kritik – es ist eine moderne Form von Antisemitismus.» Erst mit einer verbindlichen Grundlage könnten Behörden und Justiz dagegen vorgehen.

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