Sachsen-Anhalt: CDU lehnt SPD-Sondierungen ab
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie CDU in Sachsen-Anhalt lehnt die Einladung der SPD zu Sondierungsgesprächen über die Regierungsbildung ab. Der Landesverband teilte am Donnerstag mit, dass die Partei nicht an den Gesprächen teilnehmen und in die Opposition gehen werde.
SPD hatte breiten Gesprächsrahmen vorgeschlagen
Zuvor hatte die SPD überraschend Sondierungen mit CDU, Grünen, Linken und dem BSW vorgeschlagen. Ziel war es, mögliche Gemeinsamkeiten für die Bildung einer neuen Landesregierung auszuloten.
Mit der Absage der CDU sinken die Aussichten für ein Bündnis der vier Parteien, die zusammen ebenfalls auf 39 Sitze kommen. Die AfD verfügt allein über 39 Mandate und verfehlt damit knapp die eigene Mehrheit.
BSW bleibt entscheidender Faktor
Im neuen Magdeburger Landtag reichen 42 Sitze für eine Mehrheit. CDU, Linke, Grüne und SPD kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze, während das BSW fünf Mandate hält.
Damit bleibt die Regierungsbildung kompliziert. Das BSW könnte bei Mehrheitsentscheidungen eine zentrale Rolle spielen, zugleich ist offen, ob sich daraus eine dauerhafte Zusammenarbeit oder lediglich Unterstützung bei einzelnen Vorhaben entwickelt.
Die Absage der CDU verschärft die ohnehin schwierige Suche nach einer tragfähigen Mehrheit im Magdeburger Landtag. Für eine Mehrheit sind 42 Stimmen erforderlich. AfD sowie CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen jeweils über 39 Mandate; das BSW kann mit fünf Abgeordneten daher zum entscheidenden parlamentarischen Faktor werden.
Die SPD hatte mit ihrer Einladung an vier Parteien einen ungewöhnlich breiten Gesprächsrahmen eröffnet. Mit dem Rückzug der CDU fällt jedoch die rechnerisch naheliegende Verbindung aus CDU, SPD, Grünen und Linken weg. Damit bleiben vor allem Modelle mit wechselnden Mehrheiten, eine Zusammenarbeit einzelner Parteien bei Sachfragen oder ein Bündnis unter Beteiligung des BSW als Optionen.
Mehrheiten und erste Bewährungsproben
Eine formelle Koalition von AfD und BSW steht nicht im Raum. Zugleich können beide Parteien bei parlamentarischen Entscheidungen zusammen über 44 Sitze verfügen. Die Frage, ob diese Überschneidung auf einzelne Abstimmungen begrenzt bleibt oder eine weitergehende politische Zusammenarbeit ermöglicht, dürfte die Bildung der Landesregierung prägen.
Als erste konkrete Bewährungsprobe gilt die konstituierende Sitzung des Landtags am 6. Oktober. Dann soll das Präsidium gewählt werden. Besonders der Landeshaushalt für 2027 dürfte anschließend den Druck erhöhen, weil Sachsen-Anhalt vor großen finanzpolitischen Herausforderungen steht und eine stabile Regierungsmehrheit benötigt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Brisanter Posten-Pakt: AfD und BSW schmieden Macht-Deal in Sachsen-Anhalt“ (24.09.2026)
Der Artikel beleuchtet vor allem eine mögliche Zusammenarbeit von AfD und BSW bei der Besetzung des Landtagspräsidiums. Er bestätigt die Schlüsselrolle des BSW, setzt den Schwerpunkt jedoch auf parlamentarische Personalfragen statt auf die Absage der CDU zu den SPD-Sondierungen.
ntv: „Regierungsbildung in Magdeburg AfD und BSW pokern um Sachsen-Anhalts Zukunft“ (23.09.2026)
ntv beschreibt das BSW als möglichen Mehrheitsbeschaffer und hebt die Patt-Situation zwischen AfD und den vier übrigen Parteien hervor. Anders als die aktuelle CDU-Entscheidung steht dort die offene Suche nach einer Regierungsmehrheit und die mögliche Rolle wechselnder Mehrheiten im Mittelpunkt.
Übereinstimmend zeigen die Beiträge, dass die AfD trotz 39 Sitzen keine eigene Mehrheit besitzt und das BSW eine zentrale Rolle einnimmt. Offen bleiben sowohl die konkrete Regierungsbildung als auch die Reichweite einer möglichen Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW.
