Sachsen-Anhalt: Schulze weist Urheberschaft von ErklĂ€rung zurĂŒck
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSStreit um CDU-Abstimmungen im Landtag
- Sven Schulze weist die Urheberschaft der ErklĂ€rung zum Abstimmungsverhalten zurĂŒck.
- Die ErklÀrung soll CDU-Abgeordneten in Sachsen-Anhalt zur Unterschrift vorgelegt worden sein.
- Alexander RĂ€uscher fordert deshalb den RĂŒcktritt des geschĂ€ftsfĂŒhrenden MinisterprĂ€sidenten und Fraktionschefs.
CDU-Streit um ErklÀrung zum Wahlverhalten
Sachsen-Anhalts geschĂ€ftsfĂŒhrender MinisterprĂ€sident und CDU-Landtagsfraktionschef Sven Schulze bestreitet, Urheber einer eidesstattlichen ErklĂ€rung zum Abstimmungsverhalten bei der LandtagsprĂ€sidentenwahl zu sein. âDas kommt weder von mir noch aus dem Fraktionsvorstandâ, sagte Schulze der âWeltâ.
RĂ€uscher fordert RĂŒcktritt
Der CDU-Politiker und frĂŒhere Landtagsabgeordnete Alexander RĂ€uscher hatte zuvor Schulzes RĂŒcktritt gefordert. Er begrĂŒndete dies mit dem Vorwurf, CDU-Abgeordneten sei eine eidesstattliche ErklĂ€rung zur Unterschrift vorgelegt worden, in der sie ihr Abstimmungsverhalten bei der Wahl des LandtagsprĂ€sidenten erklĂ€ren sollten.
âWenn es zutrifft, dass eine eidesstattliche ErklĂ€rung den CDU-Abgeordneten zur Unterschrift vorgelegt wurde zum Abstimmungsverhalten bei der Wahl des LandtagsprĂ€sidenten, dann ist das ein Grund, dass der Fraktionsvorsitzende und amtierende MinisterprĂ€sident Sven Schulze zurĂŒcktreten mussâ, sagte RĂ€uscher.
Kritik an möglicher Kontrolle
RĂ€uscher bezeichnete ein solches Vorgehen als Ausdruck eines âabsurden DemokratieverstĂ€ndnissesâ. Es mache die Werte der CDU verĂ€chtlich und trete die Rechte der Abgeordneten mit FĂŒĂen, sagte er.
âDas ist in keiner Weise hinnehmbar. Wir brauchen einen personellen Neuanfang an der Spitze, damit wir den Kopf freibekommen, um wieder voll handlungsfĂ€hig zu werdenâ, so RĂ€uscher weiter.
Der Streit fĂ€llt in eine politisch angespannte Phase in Sachsen-Anhalt. Nach der LandtagsprĂ€sidentenwahl steht die CDU-Fraktion unter besonderem Druck, weil das Abstimmungsverhalten ihrer Abgeordneten öffentlich thematisiert wird und zugleich Fragen nach der kĂŒnftigen Regierungsbildung sowie der HandlungsfĂ€higkeit des Landes im Raum stehen.
Eine eidesstattliche ErklĂ€rung ĂŒber das Wahlverhalten berĂŒhrt einen zentralen Grundsatz parlamentarischer Arbeit: Abgeordnete ĂŒben ihr Mandat frei und nicht aufgrund verbindlicher Vorgaben aus. Eine schriftliche ErklĂ€rung, die individuelle Stimmabgabe zu dokumentieren oder abzusichern, wĂŒrde deshalb ĂŒber innerparteiliche Abstimmungen hinausgehen und könnte innerhalb einer Fraktion erheblichen politischen Konflikt auslösen.
Konflikt um Verantwortung
Schulzes Dementi zielt auf die Frage, wer eine solche ErklĂ€rung veranlasst oder verbreitet haben soll. RĂ€uschers RĂŒcktrittsforderung macht daraus zugleich eine FĂŒhrungsfrage fĂŒr die CDU in Sachsen-Anhalt. Entscheidend fĂŒr die weitere politische Entwicklung dĂŒrfte sein, ob sich der Vorgang auf einen einzelnen VorstoĂ beschrĂ€nkt oder ob er tatsĂ€chlich auf eine abgestimmte Aktion innerhalb der Fraktion zurĂŒckgeht.
FĂŒr die Landespolitik steht damit mehr auf dem Spiel als ein interner Streit. Die CDU muss ihre Fraktionsdisziplin, den Umgang mit geheimen Abstimmungen und ihre FĂŒhrungsstruktur klĂ€ren, wĂ€hrend im Landtag Mehrheiten fĂŒr zentrale Entscheidungen organisiert werden mĂŒssen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Focus: âAbgeordnete sollten eidesstattliche ErklĂ€rung unterschreibenâ (28.10.2026)
Der Beitrag bestÀtigt den Kern des Vorgangs und ordnet ihn in die Abstimmungen im neuen Landtag ein. Im Mittelpunkt stehen die zur Unterschrift vorgelegte ErklÀrung und die auffÀlligen MehrheitsverhÀltnisse bei den Wahlen.
Stern: âStreit in CDU-Landtagsfraktion: Abgeordnete sollten eidesstattliche ErklĂ€rung unterschreibenâ (28.10.2026)
Der Artikel stellt den Konflikt innerhalb der CDU-Landtagsfraktion heraus und behandelt ebenfalls die ErklÀrung zum Abstimmungsverhalten. Anders als die dts-Meldung liegt der Schwerpunkt stÀrker auf dem innerfraktionellen Streit und den politischen Folgen.
Beide BeitrÀge beschreiben die ErklÀrung als Auslöser des Konflikts. Offen bleibt in der Darstellung, wer sie konkret veranlasste und welche Konsequenzen daraus innerhalb der CDU-Fraktion folgen.
