Kretschmer fordert CDU zu Politik gegen hohe Lebenshaltungskosten auf
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 13:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) fordert seine Partei zu einer stĂ€rker an den Alltagsproblemen der BĂŒrger orientierten Politik auf. Im Mittelpunkt stehen die aus seiner Sicht zu hohen Kosten fĂŒr Sprit, Lebensmittel und Mieten.
Kretschmer verlangt konkrete Antworten
âWir mĂŒssen jetzt beherzt an die Sorgen ran, die die Menschen wirklich umtreibenâ, sagte Kretschmer dem âSpiegelâ. Viele Menschen hĂ€tten das GefĂŒhl, dass sich trotz steigender Belastungen nichts bewege.
Es reiche nicht aus, lediglich kommunikativ nachzusteuern. Kretschmer sieht in einer âalltagsnahen Politikâ die Voraussetzung dafĂŒr, WĂ€hler zurĂŒckzugewinnen.
Wachstum soll SpielrÀume schaffen
âWenn wir Deutschland wieder auf die Beine helfen und sich spĂŒrbar etwas in den kommenden zwölf Monaten verbessert, können wir Vertrauen zurĂŒckgewinnenâ, sagte der CDU-Politiker. Die Bundesregierung mĂŒsse finanzielle SpielrĂ€ume im Haushalt schaffen, indem sie fĂŒr Wirtschaftswachstum sorge.
DafĂŒr brauche es nach Kretschmers Worten âmehr Freiheit und weniger Regulierungâ. Seine Forderung verbindet damit kurzfristige Sorgen ĂŒber die Lebenshaltungskosten mit einem wirtschaftspolitischen Kurswechsel zugunsten von Wachstum und Entlastung der Unternehmen.
Michael Kretschmers Forderung fĂ€llt in eine Phase, in der die CDU nach mehreren Wahlniederlagen ĂŒber ihren politischen Kurs diskutiert. Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident verbindet die innerparteiliche Debatte mit einer konkreten Alltagsperspektive: Entscheidend sei, ob BĂŒrger bei Preisen fĂŒr MobilitĂ€t, Lebensmittel und Wohnen spĂŒrbare Entlastung wahrnehmen.
Damit richtet sich der Appell nicht nur gegen eine als zu abstrakt empfundene politische Kommunikation. Kretschmer stellt zugleich einen wirtschaftspolitischen Zusammenhang her. Mehr Wachstum soll nach seiner Vorstellung zusĂ€tzlichen finanziellen Spielraum im Bundeshaushalt schaffen, wĂ€hrend weniger Regulierung und gröĂere wirtschaftliche Freiheit Investitionen und BeschĂ€ftigung fördern sollen.
Preise als politische BewÀhrungsprobe
Die Bedeutung des Themas reicht ĂŒber Sachsen hinaus. Steigende Wohn-, Energie- und MobilitĂ€tskosten beeinflussen unmittelbar, wie Haushalte ihre finanzielle Lage bewerten. Selbst wenn sich einzelne gesamtwirtschaftliche Kennzahlen verbessern, bleibt politische Zustimmung davon abhĂ€ngig, ob diese Entwicklung im verfĂŒgbaren Einkommen und im tĂ€glichen Einkauf ankommt.
FĂŒr die CDU entsteht daraus ein Spannungsfeld: Sie muss kurzfristige Entlastungen vermitteln und zugleich langfristige Reformen erklĂ€ren, ohne die Finanzierung öffentlicher Aufgaben aus dem Blick zu verlieren. Kretschmers Frist von zwölf Monaten erhöht dabei den Erwartungsdruck. Sichtbare Verbesserungen wĂ€ren politisch hilfreich, lassen sich bei Mieten, Energiepreisen und Wirtschaftswachstum aber nur begrenzt kurzfristig steuern.
