Kriminalität, Steuern

Schwarzmarkt außer Kontrolle: BAT fordert mehr Vollzug, bessere Zusammenarbeit und die Legalisierung von Nikotinbeuteln

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:31 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Berlin - Am 4.11.2026 fand der F.A.Z. Panel Talk "Schwarzmarkt außer Kontrolle: Wenn Regulierung dem illegalen Handel in die Karten spielt" in Berlin statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Strafverfolgung und Wirtschaft diskutierten vor dem Hintergrund der jüngst beschlossenen Tabaksteuererhöhung, wie illegale Märkte wirksamer zurückgedrängt werden können. Aus Sicht von British American Tobacco (BAT) braucht Deutschland dafür einen regulatorischen Ansatz, der Verbraucherschutz, stabile Steuereinnahmen und fairen Wettbewerb gemeinsam denkt. Voraussetzung dafür sind klare und verhältnismäßige Regeln, konsequenter Vollzug, mehr Zusammenarbeit und eine realistische Bewertung von Ausweichreaktionen im Markt.
Schwarzmarkt außer Kontrolle: BAT fordert mehr Vollzug, bessere Zusammenarbeit und die Legalisierung von Nikotinbeuteln - Bild: presseportal.de

Regulierung darf illegale Anbieter nicht belohnen

Illegale Märkte seien längst kein Randphänomen einzelner Branchen mehr. Große Preisunterschiede, regulatorische Lücken, digitale Vertriebskanäle und unzureichender Vollzug führten dazu, dass Nachfrage in grenzüberschreitende, graue oder illegale Kanäle abwandere. Damit gerieten nicht nur Steuereinnahmen unter Druck. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher, rechtstreue Unternehmen sowie Handel und Strafverfolgungsbehörden trügen die Folgen, darin waren sich die Panelisten grundsätzlich einig.

"Der Tabakmarkt macht die Dimension des Problems wie ein Brennglas sichtbar: 24,6 Prozent der in Deutschland gerauchten Zigaretten werden nicht hierzulande versteuert. Fast zwei Milliarden Zigaretten pro Jahr sind illegal, also Fälschungen oder Schmuggelware", verdeutlichte Jorge Araya Remagni, Area Director Central Europe and General Manager BAT Germany, in seiner Eröffnungsrede.

"Es gibt bei illegalen Zigaretten ein geringes Entdeckungsrisiko, geringen Verfolgungsdruck, aber hohe Renditen und wenig Strafandrohung", unterstrich Frank Buckenhofer als Vorsitzender der Bezirksgruppe Zoll bei der Gewerkschaft der Polizei.

"Durch die stärkeren Kontrollen der EU-Außengrenzen verlagert die Organisierte Kriminalität die Produktion direkt in die EU. Während wir hier sitzen, wird kräftig produziert", so der Osnabrücker Strafrechtsprofessor Arndt Sinn.

"Alles, was in Deutschland konsumiert wird, muss auch in Deutschland versteuert werden. Das passiert heute nicht und wird nach der Preiserhöhung durch die Steuer noch viel weniger funktionieren. Wenn der Staat trotzdem mit mehr Einnahmen rechnet, muss er auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Wir sind bereit unseren Beitrag zu leisten", erklärte Blagoje Jovanovic, Deutschlandchef von British American Tobacco.

Nikotin Pouches: Regulierungslücke statt Verbraucherschutz

Besonders deutlich wurde der regulatorische Handlungsbedarf auch bei tabakfreien Nikotin Pouches. Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Produkte laut Bundesinstitut für Risikobewertung bereits, obwohl ein deutscher Rechtsrahmen fehlt. Der Markt existiert damit faktisch, aber Produktstandards, Alterskontrollen, Besteuerung und behördlicher Vollzug fehlen. Nach vorliegenden Schätzungen liegt das ungenutzte Steuerpotenzial 2027 bei rund 500 Millionen Euro und könnte bis 2029 auf mehr als 800 Millionen Euro steigen.

Die Wissenschaftlerin Maike Roth von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz hat die Einstellung von Nikotinkonsumentinnen und Konsumenten untersucht und erklärte: "Nach unseren Ergebnissen haben die Nutzer neuer Nikotinprodukte noch deutlich häufiger Zugänge zum Schwarzmarkt als Zigarettenraucher. Das zeigt, wie etabliert die illegalen Kanäle bei den Produkten bereits sind."

Anja Karliczek MdB, Mitglied des Finanzausschusses und Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, wandte ein: "Wenn die Produkte bereits breitflächig verfügbar sind, müssen wir uns auch den Tatsachen stellen. Die aktuelle Lage stellt keine Verbesserung beim Gesundheits-, Jugend-, oder Verbraucherschutz dar, stärkt aber gleichzeitig illegale Strukturen". Weiter gab sie an: "Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit, deshalb sollten wir nicht die Augen vor dem verschließen, was ohnehin schon da ist. Die Produkte sind im Markt verfügbar, dann sollten sie auch besteuert werden."

"BAT fordert einen eigenständigen, praktikablen Rechtsrahmen mit verbindlichen Produktstandards, wirksamen Alterskontrollen, verantwortungsvollen Vermarktungsregeln, risikoorientierter Besteuerung und konsequentem Vorgehen gegen illegale Anbieter. Eine solche Regulierung würde bestehende Nachfrage in kontrollierte Kanäle lenken, Verbraucher besser schützen und zusätzliche Einnahmen für den Staat ermöglichen", erklärte Deutschlandchef Blagoje Jovanovic abschließend.

Breites Panel aus Politik, Wissenschaft, Vollzug und Wirtschaft

Auf dem Podium diskutierten Anja Karliczek MdB, Mitglied des Finanzausschusses und Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Prof. h.c. Arndt Sinn von der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Christian Traxler von der Hertie School, Frank Buckenhofer von der Gewerkschaft der Polizei, Blagoje Jovanovic, Commercial Director British American Tobacco (Germany) GmbH, Mohammad Reza Amiri, Geschäftsführer der Intrade Concepts GmbH, sowie Maike Roth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Moderiert wurde die Diskussion von Archibald Preuschat, F.A.Z.

*Quellen: IPSOS YBS Entsorgungsstudie Q1/2026; KPMG, Illicit cigarette and heated tobacco consumption, and oral nicotine share in Europe, 2025 results; Consumer Choice Center, "Nikotin Pouches: Legalisieren, regulieren, besteuern - statt Graumarkt" (2026).

Pressekontakt:

British American Tobacco (Industrie) GmbH
Natja Rieber, Corporate Affairs Manager
E-Mail: natja_rieber@bat.com

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