Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Strom-Sabotage: Polizei sucht im Hambacher Forst nach TĂ€ter

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 13:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Seit Tagen sucht die Polizei nach einem 48-JĂ€hrigen aus NRW, der fĂŒr versuchte Sabotage-Akte gegen das deutsche Stromnetz verantwortlich sein soll. Jetzt lĂ€uft ein massiver Einsatz am Hambacher Forst.

  • Die Polizei sucht mitten im Wald nach dem VerdĂ€chtigen. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Die Polizei sucht mitten im Wald nach dem VerdÀchtigen. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Auch mögliche Verstecke auf BĂ€umen werden geprĂŒft. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Auch mögliche Verstecke auf BĂ€umen werden geprĂŒft. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Das Gebiet wird systematisch von den EinsatzkrĂ€ften erfasst. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Das Gebiet wird systematisch von den EinsatzkrÀften erfasst. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Am Hambacher Forst lĂ€uft ein Großeinsatz der Polizei. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Am Hambacher Forst lĂ€uft ein Großeinsatz der Polizei. - Bild: Christoph Reichwein/dpa
Die Polizei sucht mitten im Wald nach dem VerdĂ€chtigen. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Auch mögliche Verstecke auf BĂ€umen werden geprĂŒft. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Das Gebiet wird systematisch von den EinsatzkrĂ€ften erfasst. - Bild: Christoph Reichwein/dpa Am Hambacher Forst lĂ€uft ein Großeinsatz der Polizei. - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Wegen versuchter Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz sucht die Polizei derzeit mit einem Großaufgebot am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln nach dem TatverdĂ€chtigen. Ziel des Einsatzes sei es, den 48-jĂ€hrigen Mann selbst oder Spuren, die Hinweise auf ihn liefern, zu finden. Das bestĂ€tigte ein Sprecher der Kölner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Der Mann hatte Bekennerschreiben versandt, die auf «TĂ€terwissen» hindeuteten.

Hambacher Forst Symbol fĂŒr Kampf um Energiewende

Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet westlich von Köln, das zum bundesweiten Symbol fĂŒr den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohle-Verstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprĂŒnglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.

Seit 2012 errichteten UmweltschĂŒtzer und Aktivisten unter dem Motto «Hambi bleibt» BaumhĂ€user im Wald, um die Rodung fĂŒr die klimaschĂ€dliche Braunkohle-Verstromung zu verhindern und die BĂ€ume vor dem anrĂŒckenden Braunkohletagebau zu schĂŒtzen. Im Herbst 2018 ließ die CDU-gefĂŒhrte Landesregierung den Hambacher Forst in einem der grĂ¶ĂŸten PolizeieinsĂ€tze der Geschichte Nordrhein-Westfalens mit Verweis auf den Brandschutz rĂ€umen.

Nach langem Rechtsstreit kam es Anfang 2020 zur endgĂŒltigen Rettung des Waldes durch einen Kompromiss zwischen Bund, LĂ€ndern und Energiekonzernen. Die Abbruchkante des Tagebaus endet seitdem kurz vor dem Waldsaum.

Tagelange Suche mit Fahndungsfotos

Wegen der Sabotageaktionen wird seit Tagen nach dem 48 Jahre alten TatverdĂ€chtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des VerdĂ€chtigen aus Gevelsberg im sĂŒdlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.

Die versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei BundeslĂ€ndern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des TatverdĂ€chtigen Sprengstoff gefunden. SpĂ€ter stĂŒrmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.

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