Söder nennt Berliner Einigung âHonecker 2.0â
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 10:27 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSöders Warnungen beim JU-Treffen
- Markus Söder sprach am Sonntag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn.
- Er forderte ein Bundesgesetz gegen aus seiner Sicht sozialistische Enteignungsvorhaben.
- Der CSU-Chef warnte vor einer âblauen Welleâ der AfD und ihrer Wirkung auf die Union.
Söder greift Berliner Sondierungsvereinbarung an
CSU-Chef Markus Söder hat beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn gegen die rot-rot-grĂŒne Sondierungseinigung in Berlin gewettert. Er bezeichnete die Vereinbarung als âHonecker 2.0â und forderte ein Bundesgesetz gegen Enteignungsvorhaben.
Kritik an EnteignungsplÀnen
âSie wollen enteignen, und zwar in ganz massiver Form, Honecker 2.0â, sagte Söder am Abschlusstag des Jahrestreffens des Parteinachwuchses. Die Bundesregierung mĂŒsse rasch ein Gesetz auf den Weg bringen, welches âsolche absurden Enteignungsphantasien von Sozialisten beendetâ.
Zudem kritisierte der bayerische MinisterprĂ€sident, dass kĂŒnftig Nichtregierungsorganisationen beim Thema Migration in Berlin mitentscheiden sollen. âKeine Macht den NGOs beim Thema Migrationâ, sagte er und verlangte auch in diesem Bereich ein Bundesgesetz.
Angriff auf Berliner ErklÀrung
Söder wandte sich auĂerdem gegen die Berliner Antisemitismus-ErklĂ€rung. Diese sei das âPapier nicht wertâ, sagte der CSU-Chef.
Merz warnt vor LinksbĂŒndnis
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Vortag beim Deutschlandtag vor dem geplanten LinksbĂŒndnis in der Hauptstadt gewarnt. Er rief SPD und GrĂŒne auf, keine GesprĂ€che mehr mit der Linken in Berlin zu fĂŒhren.
Kurz darauf verkĂŒndeten SPD, GrĂŒne und Linke eine Einigung in ihren Sondierungen. Die Parteien wollen damit den Weg zu Koalitionsverhandlungen bereiten.
Söder grenzt Union von AfD ab
Auch die AfD spielte in den Reden von Söder und Merz eine gröĂere Rolle. Söder warnte vor der âblauen Welleâ und sagte, die AfD habe das Ziel, die Union zu âzerstörenâ.
Wie zuvor Merz warnte Söder MandatstrĂ€ger davor, wie in Sachsen-Anhalt AfD-Politiker in StaatsĂ€mter zu wĂ€hlen. âSolche brauchen wir bei uns nichtâ, sagte der CSU-Chef.
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Die Berliner Sondierungsvereinbarung von SPD, GrĂŒnen und Linken verbindet Vorhaben in der Wohnungs- und Migrationspolitik mit einer möglichen engeren Zusammenarbeit der drei Parteien. Besonders konflikttrĂ€chtig ist der Plan, private Wohnungskonzerne ab einem Bestand von 10.000 Wohnungen gegen EntschĂ€digung zu enteignen. Damit greift das Papier eine Forderung auf, die in Berlin seit dem erfolgreichen Volksentscheid zur Vergesellschaftung groĂer WohnungsbestĂ€nde politisch prĂ€sent ist.
FĂŒr die Bundespolitik ist der Vorgang deshalb relevant, weil CDU und CSU die Berliner Vereinbarung als Signal fĂŒr einen grundlegenden Richtungsstreit nutzen. Söders Forderung nach einem Bundesgesetz gegen Enteignungen zielt auf eine rechtliche Begrenzung landespolitischer SpielrĂ€ume. Ob ein solches Gesetz verfassungsrechtlich durchsetzbar wĂ€re, hĂ€ngt unter anderem von ZustĂ€ndigkeiten, Eigentumsschutz und der konkreten Ausgestaltung der EntschĂ€digung ab.
Bundespolitischer Richtungsstreit
Die scharfe Sprache auf dem Deutschlandtag der Jungen Union zeigt zugleich die Abgrenzung der Union nach links und zur AfD. Merz und Söder stellen die Berliner GesprĂ€che als Gegensatz zur eigenen politischen Linie dar, wĂ€hrend die drei Berliner Parteien zunĂ€chst den Weg zu Koalitionsverhandlungen vorbereiten. Offen bleiben damit die endgĂŒltige Regierungsbildung, die Umsetzung einzelner Projekte und die Frage, welche Vorhaben spĂ€ter tatsĂ€chlich beschlossen werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDF: âSondierung in Berlin beendet: Linke, GrĂŒne und SPD einigâ (18.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt die Einigung und hebt den Plan zur möglichen Enteignung groĂer privater Wohnungskonzerne hervor. Anders als Söders politische Zuspitzung konzentriert sich die Darstellung auf die Inhalte des Sondierungspapiers.
Der Bericht stellt den nÀchsten formalen Schritt heraus: Die Parteigremien sollen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfehlen. Damit liegt der Schwerpunkt auf dem Verfahren, wÀhrend Söder die bundespolitischen Folgen und die AfD-Abgrenzung betont.
Beide BeitrÀge bestÀtigen die Berliner Einigung und benennen unterschiedliche Schwerpunkte: Im Mittelpunkt stehen einerseits die WohnungsplÀne, andererseits der Weg zu möglichen Koalitionsverhandlungen. Die politische Bewertung durch die Union bleibt davon getrennt.
