SPD-Abgeordnete lehnen Berliner Koalition mit Linken ab
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 16:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSUnterzeichner und Berliner Landesverband
- Sebastian Fiedler und Johannes SchÀtzl gehören zu den Initiatoren der gemeinsamen ErklÀrung.
- Auch Nancy Faeser sowie Johann Saathoff haben die ErklÀrung unterschrieben.
- Die Abgeordneten erkennen die Entscheidungshoheit des Berliner Landesverbandes an.
SPD-Abgeordnete stellen sich gegen Berliner Koalitionskurs
20 Bundestagsabgeordnete der SPD wenden sich in einer gemeinsamen ErklĂ€rung gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei in Berlin. Sie begrĂŒnden ihre Haltung mit wiederkehrenden Antisemitismuskonflikten, bekannten Kontakten in das Remmo-Umfeld und Verbindungen zu extremistischen Milieus.
ErklÀrung verweist auf politische VerlÀsslichkeit
Unter der Ăberschrift âUnser Wertekompass ist niemals verhandelbarâ erklĂ€ren die Abgeordneten, diese VorgĂ€nge begrĂŒndeten erhebliche Zweifel an der politischen VerlĂ€sslichkeit des Berliner Landesverbandes der Linken. Antisemitismus sei kein Randproblem, das sich mit einer gemeinsamen ErklĂ€rung erledigen lasse.
Zu den Initiatoren gehören der innenpolitische Sprecher Sebastian Fiedler und der digitalpolitische Sprecher Johannes SchĂ€tzl. Unter den Unterzeichnern sind auĂerdem die Innenpolitiker Daniel Baldy, Helge Lindh und Ingo Vogel sowie Esra Limbacher, Claudia Moll, Lina Seitzl und Markus Töns.
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Schutz jĂŒdischen Lebens als MaĂstab
Die Unterzeichner betonen, der Schutz jĂŒdischen Lebens sei unverhandelbar. Bereits der begrĂŒndete Anschein, dass Akteure aus dem Umfeld organisierter KriminalitĂ€t oder terroristischer Organisationen politischen Zugang gewinnen könnten, beschĂ€dige Vertrauen.
Zugleich sichern die Abgeordneten Polizei und Sicherheitsbehörden ihre RĂŒckendeckung zu. Auch fĂŒhrende Vertreter verschiedener SPD-Strömungen unterstĂŒtzen die ErklĂ€rung, darunter die Sprecher des Seeheimer Kreises und Vertreter des Berliner Netzwerks.
Absage an Koalitionsverhandlungen
Die SPD-Abgeordneten heben die Entscheidungshoheit des Berliner Landesverbandes hervor, verweisen aber zugleich auf ihre Verantwortung fĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit gemeinsamer sozialdemokratischer GrundsĂ€tze. Unter den gegenwĂ€rtigen Voraussetzungen sprechen sie sich deshalb mit Nachdruck gegen Koalitionsverhandlungen mit der Berliner Linken aus.
Zu den weiteren Unterzeichnern zĂ€hlen die frĂŒhere Innenministerin Nancy Faeser und der Parlamentarische StaatssekretĂ€r im Entwicklungsministerium, Johann Saathoff. Die ErklĂ€rung setzt damit ein deutliches bundespolitisches Signal gegen den geplanten Berliner Koalitionskurs.
Die ErklĂ€rung fĂ€llt in eine Phase, in der SPD, GrĂŒne und Linke in Berlin nach abgeschlossenen Sondierungen Koalitionsverhandlungen aufnehmen wollen. Damit wird der Konflikt nicht auf die Landesebene begrenzt: Die Unterzeichner machen deutlich, dass die geplante Zusammenarbeit auch innerhalb der Bundes-SPD politisch bewertet und kritisch begleitet wird.
Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere voneinander getrennte VorwĂŒrfe und politische Streitfelder. Die Abgeordneten verweisen auf Antisemitismuskonflikte im Berliner Landesverband der Linken, bekannte Kontakte in das Remmo-Umfeld und Verbindungen zu extremistischen Milieus. Sie leiten daraus Zweifel an der politischen VerlĂ€sslichkeit des Landesverbandes sowie Forderungen nach einer klaren RĂŒckendeckung fĂŒr Polizei und Sicherheitsbehörden ab.
Bundespolitischer Druck auf Berlin
FĂŒr die Berliner SPD verschĂ€rft die ErklĂ€rung den innerparteilichen Entscheidungsdruck. Die Landesorganisation besitzt die Entscheidungshoheit ĂŒber mögliche Koalitionsverhandlungen, muss aber zugleich mit dem Einwand umgehen, dass eine Regierungsbeteiligung der Linken die GlaubwĂŒrdigkeit sozialdemokratischer GrundsĂ€tze berĂŒhren könnte.
Die geplante Zusammenarbeit bleibt damit politisch umstritten, obwohl sie auf Landesebene vorbereitet wird. Besonders der Umgang mit Antisemitismus und möglichen Kontakten in organisierte oder extremistische Milieus dĂŒrfte zu einem zentralen PrĂŒfstein fĂŒr Vertrauen, gemeinsame Regeln und die kĂŒnftige RegierungsfĂ€higkeit werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
rbb24: âLinke, GrĂŒne und SPD wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmenâ (18.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den unmittelbaren politischen Anlass der ErklĂ€rung: SPD, GrĂŒne und Linke wollen in Berlin Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Im Mittelpunkt stehen dort die abgeschlossenen Sondierungen und der nĂ€chste formale Schritt, wĂ€hrend die dts-Meldung die innerparteiliche Ablehnung von 20 SPD-Bundestagsabgeordneten herausstellt.
SWR: âĂzdemir warnt GrĂŒne im Land Berlin vor Koalition mit Linkenâ (18.10.2026)
Der Artikel beschreibt ebenfalls den Durchbruch bei den Sondierungen, setzt den Schwerpunkt jedoch auf Kritik aus den GrĂŒnen und die bundespolitische Dimension. Gemeinsam ist beiden Perspektiven, dass die geplante rot-grĂŒn-rote Zusammenarbeit politisch nicht ohne Widerspruch bleibt; offen ist, wie die Berliner Parteigremien mit den EinwĂ€nden umgehen.
Die Berichte bestÀtigen damit den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Einigung auf Koalitionsverhandlungen und dem wachsenden politischen Druck. Unterschiede bestehen vor allem beim Blickwinkel: WÀhrend die dts-Meldung die geschlossene ErklÀrung aus der SPD-Bundestagsfraktion fokussiert, stellen die anderen BeitrÀge den Fortgang der Berliner Regierungsbildung und weitere parteipolitische Warnungen heraus.
