Raffineriestrategie, Nina Scheer

Raffineriestrategie: Scheer warnt vor fossiler AbhÀngigkeit

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer warnt vor einer VerlÀngerung der fossilen AbhÀngigkeit durch die geplante Raffineriestrategie. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat am Freitag den Prozess zur langfristigen Sicherung der elf deutschen Raffinerien gestartet.

Raffinerien zwischen Sicherung und Umbau

  • Katherina Reiche startete am Freitag den Prozess fĂŒr eine Raffineriestrategie der Bundesregierung.
  • Die Strategie soll die elf bestehenden Raffinerien in Deutschland langfristig sichern.
  • Nina Scheer warnte vor einer verstetigten AbhĂ€ngigkeit von fossilen Ressourcen und Marktakteuren.
Nina Scheer (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Scheer warnt vor fossiler AbhÀngigkeit

Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, warnt vor einer verlÀngerten AbhÀngigkeit von fossilen Brennstoffen durch die geplante Raffineriestrategie. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) startete am Freitag den Prozess zur Erarbeitung der Strategie, mit der die elf bestehenden Raffinerien in Deutschland langfristig gesichert werden sollen.

SPD-Politikerin fordert Fokus auf regenerative Technologien

„Es darf mit einer Raffineriestrateige zu keiner verstetigten AbhĂ€ngigkeit von fossilen Ressourcen und deren Marktakteuren kommen. Dies kĂ€me einer BegĂŒnstigung fossiler Amortisationsinteressen gleich“, sagte Scheer der „Rheinischen Post“.

Im Interesse der WiderstandsfÀhigkeit Deutschlands und Europas erwarte sie von der Bundesregierung einen strategischen Fokus auf Technologien und Akteure, die nachhaltige, regenerative Technologien und Substitutionsprozesse entwickeln. Auch die Verschiebung der Methanstrategie laufe diesem Resilienzinteresse zuwider und widerspreche der innerhalb der Bundesregierung verstÀndigten Linie, sagte Scheer weiter.

Strategie soll Raffineriestandorte absichern

Mit dem Verfahren soll eine langfristige Perspektive fĂŒr die elf deutschen Raffinerien entwickelt werden. Die Bundesregierung will damit die Standorte sichern und zugleich den Umbau der Branche zu klimafreundlicheren EnergietrĂ€gern vorantreiben.

Die Raffinerien sind fĂŒr die Kraftstoffversorgung sowie fĂŒr die Herstellung von Vorprodukten fĂŒr weitere Industrien relevant. Im Mittelpunkt der politischen Debatte steht daher die Verbindung von Versorgungssicherheit, industrieller WettbewerbsfĂ€higkeit und dem Übergang zu nachhaltigeren Rohstoffen.

Deutschlands Raffinerien stehen zugleich fĂŒr Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und die AbhĂ€ngigkeit von fossilen Rohstoffen. Die elf Standorte verarbeiten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums jĂ€hrlich rund 92 Millionen Tonnen Rohöl und liefern neben Kraftstoffen auch Vorprodukte fĂŒr die Chemie- und Pharmaindustrie.

Die geplante Raffineriestrategie soll deshalb zwei Ziele verbinden: Die Bundesregierung will die bestehenden Standorte langfristig sichern und zugleich ihren Umbau zu Produktionszentren fĂŒr klimafreundlichere EnergietrĂ€ger ermöglichen. Im GesprĂ€ch sind unter anderem Biokraftstoffe, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. DafĂŒr wĂ€ren erhebliche Investitionen sowie verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen fĂŒr Infrastruktur, MĂ€rkte und Technologieentscheidungen erforderlich.

Konflikt zwischen Versorgung und Klimazielen

Der politische Streit dreht sich um die Frage, ob staatliche UnterstĂŒtzung den Übergang zu neuen GeschĂ€ftsmodellen beschleunigt oder bestehende fossile Strukturen verlĂ€ngert. Scheers Warnung richtet sich gegen eine Strategie, die Investitionen in Ölverarbeitung absichern könnte, ohne den Wechsel zu regenerativen und substituierenden Technologien verbindlich zu machen.

FĂŒr Verbraucher und Unternehmen betrifft die Debatte mehr als die kĂŒnftige Kraftstoffversorgung. Raffinerien beeinflussen auch Preise, Lieferketten und die VerfĂŒgbarkeit chemischer Grundstoffe. Zugleich hĂ€ngt der Erfolg des Umbaus davon ab, ob klimafreundliche Alternativen in ausreichender Menge verfĂŒgbar und wirtschaftlich konkurrenzfĂ€hig werden. Die Bundesregierung plant Workshops mit Wirtschaft, Gewerkschaften, LĂ€ndern und weiteren Beteiligten; die Ergebnisse sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres vorliegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Bundesregierung sorgt fĂŒr Sicherung und Klimafreundlichen Ausbau von Raffinerien“ (23.10.2026)

Der Bericht hebt den Dialog des Wirtschaftsministeriums mit der Mineralölwirtschaft und das geplante Strategiepapier fĂŒr das Kabinett hervor. Einen Schwerpunkt legt er auf die strategische Bedeutung der elf Standorte, ihre Rohölverarbeitung und die Versorgung der Chemie- und Pharmaindustrie.

Stern: „Bundesregierung will klimafreundlichen Umbau deutscher Raffinerien vorantreiben“ (23.10.2026)

Der Beitrag beschreibt neben der Standortsicherung konkrete kĂŒnftige Produktionsfelder wie Biokraftstoffe, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. Anders als die dts-Meldung stellt er auch die geplanten Workshops und den erwarteten Abschluss der Strategie im kommenden Jahr heraus sowie die Kritik von GrĂŒnen und Branchenvertretern.

Beide BeitrĂ€ge verbinden die Sicherung der Raffinerien mit einem klimafreundlichen Umbau. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend n-tv die industrielle Versorgungssicherheit betont, rĂŒckt der Stern den Technologiewechsel und die politischen Kontroversen stĂ€rker in den Mittelpunkt.

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