Bärbel Bas, SPD-Führung

SPD-Führung wird neu gewählt – Bas gibt beide Ämter auf

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bärbel Bas legt ihre politischen Ämter mit sofortiger Wirkung nieder. Das Arbeitsministerium soll Alexander Schweitzer übernehmen, die SPD will ihre gesamte Führung auf einem Parteitag neu wählen.

  • Bärbel Bas (SPD) (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Bärbel Bas (SPD) (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Klingbeil bedauert dem RĂĽcktritt der SPD-Co-Vorsitzenden.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Klingbeil bedauert dem RĂĽcktritt der SPD-Co-Vorsitzenden. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Bärbel Bas (SPD) (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa Klingbeil bedauert dem Rücktritt der SPD-Co-Vorsitzenden.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa

SPD-Parteitag soll FĂĽhrung bestimmen

  • Das SPD-Präsidium will um den Jahreswechsel einen Bundesparteitag mit Neuwahlen der gesamten ParteifĂĽhrung abhalten.
  • Lars Klingbeil lässt offen, ob er erneut fĂĽr den Parteivorsitz kandidiert.
  • Die SPD will an einer Doppelspitze festhalten; Alexander Schweitzer soll das Arbeitsministerium ĂĽbernehmen.

Bärbel Bas hat am Montag in Berlin mit sofortiger Wirkung ihre Ämter als SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin niedergelegt.

Bas nennt persönliche Gründe

Bas begründete den Schritt mit einem persönlichen Schicksalsschlag und öffentlichen Angriffen, die sie auch aus den Reihen des Koalitionspartners wahrgenommen habe.

Ihr Bundestagsmandat will Bas behalten. Die SPD muss damit sowohl die ParteifĂĽhrung als auch die Leitung des Arbeitsministeriums neu ordnen.

Klingbeil hält Doppelspitze für richtig

SPD-Chef Lars Klingbeil kündigte nach einer Einigung im Präsidium einen Bundesparteitag für Dezember oder Januar an. Dort solle die gesamte Führungsriege zur Wahl stehen.

Klingbeil sagte, die Partei brauche Klarheit ĂĽber ihre personelle Aufstellung und ihren programmatischen Kurs. Seine eigene erneute Kandidatur lieĂź er offen.

Schweitzer soll ins Bundeskabinett wechseln

Nachfolger von Bas im Ministerium soll der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer werden. Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies auf die verfassungsrechtlichen Regeln für die Entlassung und Ernennung von Ministerinnen und Ministern.

Schweitzer gilt als pragmatisch. Ob sich Reformen mit ihm leichter umsetzen lassen als mit der Parteilinken Bas, ist offen. Die Ăśbergabe soll Schritt fĂĽr Schritt erfolgen.

Neuwahl soll Parteiführung klären

Mit dem angekündigten Bundesparteitag verschiebt die SPD die personelle Neuordnung nicht auf einen späteren regulären Termin. Die gesamte Führung soll zur Wahl stehen. Damit wird die Nachfolge von Bärbel Bas mit der Frage verbunden, welchen politischen Kurs die Partei künftig vertreten will.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die schwarz-rote Koalition bei Arbeitsmarkt-, Renten- und Sozialreformen unter Zeitdruck steht. Im Arbeitsministerium stehen unter anderem Vorhaben zur Arbeitszeitflexibilisierung und zur Rente im Mittelpunkt. Der Wechsel an der Spitze kann deshalb kurzfristig vor allem organisatorische Folgen haben, während inhaltliche Entscheidungen weiter vorbereitet werden müssen.

Schweitzer ĂĽbernimmt ein belastetes Ressort

Alexander Schweitzer bringt Regierungserfahrung aus Rheinland-Pfalz mit und soll die Arbeit im Bundesministerium für Arbeit und Soziales fortführen. Seine Berufung verändert zunächst nicht die vereinbarten Vorhaben, erhöht aber den politischen Druck, Reformprojekte in der Koalition abzustimmen und öffentlich zu vertreten.

Für die SPD stehen zugleich zwei Entscheidungen an: die Besetzung der Parteispitze und die Festlegung des programmatischen Kurses. Lars Klingbeil lässt seine eigene Kandidatur offen, will aber an der Doppelspitze festhalten. Bis zum Parteitag bleibt damit offen, wer gemeinsam mit ihm antreten könnte und wie stark die Delegierten den bisherigen Kurs verändern wollen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende zurück“ (12.10.2026)

Der Bericht bestätige den sofortigen Rücktritt aus persönlichen Gründen und wegen öffentlicher Angriffe. Er setze zusätzlich den Schwerpunkt auf die Kritik aus der Union sowie auf bereits vorbereitete Vorhaben der Koalition. Offen bleibe, wie der Wechsel die Regierungsarbeit beeinflusse.

n-tv: „Alexander Schweitzer wird neuer Bundesarbeitsminister“ (12.10.2026)

Der Artikel bestätige Schweitzers geplante Berufung und hebe hervor, dass die Nachfolge an der Parteispitze noch nicht geklärt sei. Anders als der Bericht über die Koalitionsvorhaben konzentriere er sich auf die personelle Neuordnung und die mögliche Fortsetzung der Doppelspitze.

Beide Berichte stellten den Rücktritt von Bas und Schweitzers bevorstehenden Wechsel ins Arbeitsministerium übereinstimmend dar. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der eine Beitrag die Folgen für die Koalitionsarbeit beleuchte, richte der andere den Blick auf die offene Nachfolge in der SPD.

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