Spritpreise, SPD-Politik

SPD-Politikerin Cademartori attackiert Ölkonzerne wegen hoher Spritpreise

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 11:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

SPD-Politikerin Isabel Cademartori wirft Mineralölkonzernen vor, bei der Entwicklung der Spritpreise und ihren Gewinnen nicht ehrlich gewesen zu sein. Sie fordert gemeinsam mit anderen SPD-Spitzen eine stärkere Regulierung bis hin zu Preisdeckel und Übergewinnsteuer.

SPD-Politikerin wirft Ölkonzernen Lügen über Spritpreise vor
Tankstelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

In der SPD werden Forderungen nach einer stärkeren Begrenzung der hohen Spritpreise lauter. Die verkehrspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Isabel Cademartori, wirft Mineralölkonzernen im Zusammenhang mit Benzinpreisen und Gewinnen Täuschung vor.

SPD drängt auf Preisdeckel für Benzin

Cademartori betonte, die SPD-Bundestagsfraktion fordere seit längerem einen Preisdeckel für Kraftstoffe. Viele Nachbarländer hätten ein solches Instrument bereits eingeführt und würden es nach ihrer Darstellung erfolgreich anwenden. Zuvor hatte bereits Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen Preisdeckel ins Gespräch gebracht und dessen Umsetzung verlangt. Die aktuelle Wortmeldung aus der Fraktion verstärkt den Druck innerhalb der Partei, entsprechende Schritte politisch voranzutreiben.

Schwere Vorwürfe gegen Mineralölkonzerne

Gegenüber den Mineralölkonzernen verschärfte Cademartori den Ton deutlich. Sie sagte, die Unternehmen hätten der Politik „ins Gesicht gelogen" und den Eindruck erweckt, es werde keine übermäßigen Profite geben. Nun aber würden im zweiten Quartal Rekordgewinne sichtbar, die sie als „absoluten Reibach" bezeichnete. Aus ihrer Sicht zeigt dies, dass die Konzerne von den hohen Preisen in erheblichem Maße profitieren und die Last für die Verbraucher nochmals verstärken.

Taskforce-Treffen mit BP und Shell

Die SPD-Politikerin arbeitet in einer Taskforce des Bundestages mit, die sich bereits im März mit Vertretern der Mineralölunternehmen BP und Shell getroffen hat. Schon damals kritisierte sie das Auftreten der Unternehmensvertreter als „dreist". Die Branchenvertreter hätten aus ihrer Sicht nicht ausreichend erklären können, weshalb Preissteigerungen am Rohölmarkt schnell an die Endkunden weitergegeben werden, während sinkende Rohölpreise deutlich langsamer oder nicht im gleichen Umfang bei den Tankstellen ankommen.

Zwölf-Uhr-Regel und weitere Schritte

Zur Dämpfung der Preisentwicklung hat die Bundesregierung bereits Maßnahmen beschlossen. Dazu gehört die sogenannte Zwölf-Uhr-Regel, nach der die Kraftstoffpreise nur noch einmal am Tag angehoben werden dürfen. Diese Vorgabe soll mehr Transparenz in die Preisbildung bringen und kurzfristige Preisspitzen begrenzen. Cademartori sieht die Regel jedoch nur als ersten Schritt und betont, das Problem hoher und als ungerecht empfundener Spritpreise sei damit nicht gelöst.

Forderung nach Übergewinnsteuer und Rolle des Kanzlers

Wie Manuela Schwesig spricht sich Cademartori für eine Besteuerung besonders hoher Unternehmensgewinne aus. Sie zeigt sich ausdrücklich für eine Übergewinnsteuer, wenn nötig auch allein auf nationaler Ebene. Zugleich verweist sie auf die Verantwortung von Bundeskanzler Friedrich Merz und fordert, er müsse sich stärker für solche Maßnahmen einsetzen. Sie äußert Unverständnis darüber, dass die Union aus ihrer Sicht „völlig leistungsarme Gewinne" von Mineralölkonzernen schütze. Die SPD will die Debatte über Preisdeckel und Übergewinnsteuer damit weiter vorantreiben und zusätzlichen politischen Druck erzeugen.

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Die Aussagen der SPD-Politikerin Isabel Cademartori fügen sich in eine länger anhaltende Debatte über hohe Kraftstoffpreise und die Rolle großer Mineralölkonzerne. Seit Monaten sorgt der Eindruck für Unmut, dass Preisschwankungen an den Rohölmärkten sehr schnell an die Verbraucher weitergegeben werden, während Entlastungen nur verzögert oder in geringerem Umfang ankommen. Die Kritik richtet sich insbesondere an Konzerne wie BP und Shell, die aus Sicht von Teilen der Politik von dieser Preisgestaltung profitieren.

Politische Forderungen nach Eingriffen in den Markt

Innerhalb der SPD wächst der Druck, mit Instrumenten wie einem Preisdeckel oder einer Übergewinnsteuer stärker in den Markt einzugreifen. Ein Preisdeckel soll verhindern, dass Kraftstoffpreise kurzfristig stark ausschlagen und Verbraucher und Unternehmen überfordern. Die Übergewinnsteuer zielt darauf ab, besonders hohe Unternehmensgewinne in Ausnahmesituationen teilweise abzuschöpfen und so zusätzliche Mittel für Entlastungen oder Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz zu generieren. Cademartori ordnet solche Maßnahmen ausdrücklich als notwendige Korrektur ein, wenn sie von „leistungsarmen“ Gewinnen spricht.

Regulierung, Transparenz und Verantwortung der Bundesregierung

Die bereits eingeführte Zwölf-Uhr-Regel ist ein Schritt hin zu mehr Transparenz: Sie begrenzt die Möglichkeit, im Tagesverlauf mehrfach die Preise zu erhöhen, und soll so kurzfristige Preisspitzen eindämmen. Nach Auffassung der SPD-Fraktion reicht diese Regel aber nicht aus, um das strukturelle Problem hoher und als ungerecht empfundener Kraftstoffpreise zu lösen. Indem Cademartori den Bundeskanzler direkt anspricht, macht sie deutlich, dass die SPD die Bundesregierung insgesamt stärker in der Verantwortung sieht, zusätzliche Instrumente zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Für Verbraucher könnte die Debatte darüber entscheiden, ob die Spritkosten dauerhaft stärker begrenzt und Unternehmensgewinne im Energiesektor strenger reguliert werden. Leser sollten diesen Konflikt als Teil einer größeren Auseinandersetzung über Verteilungsgerechtigkeit, Wettbewerbsregeln und die Rolle des Staates in angespannten Märkten verstehen.

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