USA, International

Nach US-Zinsentscheid Blicke auf EZB gerichtet

30.04.2026 - 07:23:10 | dpa.de

Steigende Energiepreise als Folge des Iran-Kriegs blÀhen die Inflation auf. Heute entscheidet die EuropÀische Zentralbank, wie sie darauf reagiert.

Wie wird die EZB entscheiden? (Archivfoto) - Foto: Michael Brandt/dpa
Wie wird die EZB entscheiden? (Archivfoto) - Foto: Michael Brandt/dpa

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) richtet sich der Blick heute auf die EuropÀische Zentralbank. Steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges könnten die Inflation weiter anheizen und damit die EZB zum Handeln zwingen. 

Der EZB-Rat wird in der heutigen Sitzung nach ĂŒberwiegender EinschĂ€tzung von Analysten noch keine Zinserhöhung beschließen. Stattdessen dĂŒrfte die Notenbank abwarten, bis mehr Daten zu den Kriegsfolgen vorliegen. Der fĂŒr Sparer und Banken wichtige Einlagenzins dĂŒrfte bei 2,0 Prozent bleiben. Die Entscheidungen werden am Nachmittag (14.15 Uhr) bekanntgegeben.

An den FinanzmĂ€rkten war zuletzt die Erwartung gewachsen, dass die EZB im Jahresverlauf die Leitzinsen fĂŒr den Euroraum erhöhen wird. Steigende Inflationsraten schmĂ€lern die Kaufkraft der Menschen. Höhere Zinsen wĂŒrden Kredite verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dĂ€mpfen kann. Zugleich besteht aber die Gefahr, dass Zinserhöhungen die Wirtschaft im Euroraum belasten, die wegen des Iran-Krieges ohnehin unter Druck steht.

Fed hÀlt derweil Leitzins stabil

Die Fed hatte sich am Mittwoch fĂŒr die dritte Zinspause im laufenden Jahr entschieden. Elf der zwölf Mitglieder des Zentralbankrates stimmten fĂŒr die Beibehaltung des Zinses bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Lediglich der Berater von US-PrĂ€sident Donald Trump, Stephen Miran, votierte wie bei den vorherigen Sitzungen fĂŒr eine Senkung. Außergewöhnlich war, dass zudem drei Mitglieder sich gegen eine kĂŒnftige Zinslockerung strĂ€uben. Dies dĂŒrfte auch als demonstratives Zeichen gegen Trump gewertet werden, der seit Monaten auf Zinssenkungen pocht.

Die dritte Zinspause in diesem Jahr rĂŒckte angesichts einer Überraschung von Noch-Fed-Chef Jerome Powell in den Hintergrund: Dieser will auch nach dem planmĂ€ĂŸigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai im Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve bleiben. 

Die Fed soll unabhĂ€ngig von der Politik ĂŒber den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Teuerungsrate und möglichst starker VollbeschĂ€ftigung finden. Das Problem derzeit: Lockert die Fed das Zinsniveau, dĂŒrfte das die Inflation zusĂ€tzlich anheizen – das will sie vermeiden. Zuletzt erhöhte die Notenbank ihre Erwartungen an die Teuerungsrate von 2,4 auf nun 2,7 Prozent im laufenden Jahr. Sie liegt damit deutlich ĂŒber ihrem eigenen Zwei-Prozent-Ziel.

2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei ihren ersten beiden Sitzungen dieses Jahres legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zeitgleich hoher Inflation rĂŒcken Zinssenkungen in weite Ferne.

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