Karl Lauterbach, Ilse Aigner

Steinmeier-Nachfolge: Lauterbach lobt Aigner als Kandidatin

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Karl Lauterbach stellt sich hinter Ilse Aigner als mögliche Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Politiker hält die Kritik am Vorgehen von Bundeskanzler Friedrich Merz für nicht entscheidend.

Bundesversammlung entscheidet im Januar

  • Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
  • Das Gremium besteht aus Bundestagsabgeordneten und einer gleichen Zahl von Ländervertretern.
  • Wahlvorschläge können schriftlich bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eingereicht werden.
Karl Lauterbach (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Lauterbach unterstützt Aigner als Steinmeier-Nachfolgerin

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat das Vorgehen von Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verteidigt. Die Frage, ob Merz dabei eine unglückliche Rolle gespielt habe, sei „nicht relevant“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Lob für die bayerische Landtagspräsidentin

Lauterbach bezeichnete die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als „ideale Besetzung für das Amt“. Er erklärte, das Ergebnis zähle und die Koalition habe mit Aigner eine sehr gute Kandidatin zur Verfügung.

Wahltermin steht fest

Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers entscheiden. Sie besteht aus allen Bundestagsabgeordneten und einer ebenso großen Zahl von Mitgliedern, die von den Landesparlamenten gewählt werden.

Union mit starker Ausgangsposition

Wahlvorschläge kann jedes Mitglied der Bundesversammlung schriftlich bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner einreichen. Die Union wird die meisten Mitglieder stellen und könnte etwa gemeinsam mit der SPD eine Mehrheit bilden.

Aigner seit Jahren in Spitzenämtern

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits im April als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht. Zuvor war sie als mögliche innerparteiliche Konkurrentin Söders im Vorfeld der Landtagswahl 2028 gehandelt worden.

Aigner war von Oktober 2008 bis September 2013 Bundeslandwirtschaftsministerin. Von 2013 bis 2018 amtierte sie als bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, anschließend als Landesverkehrsministerin; am 5. November 2018 wurde sie zur Landtagspräsidentin gewählt.

Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ist politisch eng mit den Mehrheitsverhältnissen in der Bundesversammlung verbunden. Das Gremium setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleich großen Zahl von Ländervertretern zusammen. Dadurch entscheidet nicht allein die Regierungskoalition, sondern auch die Zusammensetzung der Länderdelegationen über die Wahl.

Ilse Aigner bringt für das Amt Erfahrung auf Bundes- und Landesebene mit. Sie war Bundeslandwirtschaftsministerin, bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerin sowie stellvertretende Ministerpräsidentin und steht seit 2018 an der Spitze des Bayerischen Landtags.

Politische Bedeutung der Kandidatur

Die Union verfügt in der Bundesversammlung über eine starke Ausgangsposition. Eine gemeinsame Unterstützung durch Union und SPD könnte deshalb für eine Mehrheit reichen. Lauterbachs Unterstützung signalisiert, dass Aigner auch innerhalb der SPD als koalitionsfähige Kandidatin betrachtet wird.

Für Friedrich Merz bleibt die Auswahl politisch sensibel, weil die Entscheidung das Verhältnis zwischen CDU und CSU ebenso berührt wie die Zusammenarbeit der Koalition. Die Wahl am 30. Januar wird zeigen, ob sich die angekündigte Unterstützung in eine gemeinsame Mehrheit übersetzen lässt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „Ilse Aigner soll laut ARD-Informationen Bundespräsidentin werden“ (06.11.2026)

Der Beitrag berichtet über die Einigung der Unionsparteien auf Ilse Aigner als Kandidatin. Im Mittelpunkt steht damit die parteiinterne Unterstützung, während die Rolle von Friedrich Merz und die endgültige Wahl in der Bundesversammlung offenbleiben.

Deutschlandfunk: „Bundespräsidentenwahl - Merz schweigt weiter zu Aigner“ (07.11.2026)

Der Deutschlandfunk hebt hervor, dass Merz konkrete Fragen zur Nachfolge offenließ. Damit setzt der Beitrag einen anderen Schwerpunkt als die Meldung über Lauterbachs Unterstützung und beleuchtet vor allem die noch nicht öffentlich erklärte Position des Kanzlers.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Einordnung Aigners als zentrale Kandidatin der Union. Unterschiede bestehen beim Fokus auf die parteiinterne Einigung oder auf Merz’ weiterhin zurückhaltende öffentliche Kommunikation.

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