Sterbefallzahlen, Hitzewelle

Sterbefallzahlen: 230.428 Tote im dritten Quartal 2026

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:10 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Im dritten Quartal 2026 starben in Deutschland rund 230.428 Menschen. Besonders während der Hitzewellen Ende Juni, Anfang Juli sowie Ende Juli und Anfang August lagen die Zahlen über den Vergleichswerten.

Sterbefallzahlen im dritten Quartal noch von Hitzewellen geprägt
Friedhof (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Hitzewellen beeinflussten die Sterbefälle

  • Destatis registrierte im dritten Quartal 2026 rund 230.428 Sterbefälle in Deutschland.
  • In der letzten vollständigen Juniwoche lagen die Zahlen 36 Prozent über dem Mittel der vier Vorjahre.
  • Ende Juli und Anfang August wurden erneut jeweils vier Prozent mehr Sterbefälle als im Vergleich gemessen.

Im dritten Quartal 2026 sind in Deutschland rund 230.428 Menschen gestorben. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag nach vorläufigen Angaben mit.

Die Entwicklung war vor allem von Hitzewellen zum Ende des zweiten Quartals, zum Monatswechsel Juni/Juli und Ende Juli beziehungsweise Anfang August geprägt.

Starker Ausschlag zum Monatswechsel

Bereits in der letzten vollständigen Juniwoche lagen die Sterbefallzahlen 36 Prozent über den mittleren Werten der vier Vorjahre. In der folgenden Woche, die den Monatswechsel von Juni zu Juli umfasste, betrug die Abweichung 28 Prozent.

Während der weiteren Hitzewelle in den Kalenderwochen 31 und 32 vom 27. Juli bis zum 9. August lagen die Zahlen jeweils vier Prozent über den entsprechenden Vergleichswerten. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass erhöhte gesundheitliche Belastungen durch Hitze in den Sommermonaten wiederholt mit steigenden Sterbefallzahlen einhergehen.

Quartalsbilanz unter dem Vorjahresmittel

Außerhalb der Hitzewellen lagen die Sterbefallzahlen im dritten Quartal zumeist unter den Vergleichswerten. Den stärksten Rückgang gab es in der Kalenderwoche 36 vom 31. August bis zum 6. September mit neun Prozent.

Auf Monatsebene lag der Juli vier Prozent über dem mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025. Für August verzeichnete Destatis ein Minus von zwei Prozent, für September ein Minus von fünf Prozent. Insgesamt wurden im dritten Quartal etwa 3.000 Sterbefälle weniger registriert als im Vergleichszeitraum.

Juni deutlich über dem Vergleichswert

Allein im Juni lagen die Sterbefallzahlen nach den vorläufigen Angaben fast 8.000 Fälle über dem mittleren Wert der vier Vorjahre. Damit fiel der Ausschlag vor Beginn des dritten Quartals deutlich stärker aus als die späteren Abweichungen im Juli und August.

Das Euromomo-Netzwerk ordnet die Entwicklung europaweit anhand einer eigenen Hochrechnung unvollständiger Meldungen und eines eigenen Konzepts zur Übersterblichkeit ein. Ende Juni wurden unter anderem für Frankreich und Belgien sehr hohe Abweichungen ausgewiesen.

In der Kalenderwoche 27 vom 29. Juni bis zum 5. Juli stufte Euromomo die Übersterblichkeit in Belgien als hoch sowie in Österreich und der Schweiz als moderat ein. In den folgenden Sommerwochen wurden europaweit nur vereinzelt geringe Abweichungen von den erwartbaren Entwicklungen festgestellt.

Die vorläufigen Destatis-Zahlen zeigen ein zeitlich konzentriertes Muster: Die auffälligsten Ausschläge traten während der Hitzewellen auf, während die Sterbefallzahlen außerhalb dieser Phasen überwiegend unter den Vergleichswerten lagen. Für das gesamte dritte Quartal ergibt sich dadurch trotz einzelner Wochen mit erhöhter Sterblichkeit ein Wert unter dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2025.

Besonders relevant ist der Übergang von Juni zu Juli. Die letzte vollständige Juniwoche und die erste Woche des dritten Quartals weisen die stärksten Abweichungen auf. Das spricht für einen engen zeitlichen Zusammenhang zwischen extremer Wärme und zusätzlicher gesundheitlicher Belastung, ohne dass daraus allein eine Aussage über die individuelle Todesursache jedes einzelnen Falls folgt.

Hitzeschutz bleibt zentral

Für ältere Menschen sowie Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen können hohe Temperaturen besonders belastend sein. Die Zahlen unterstreichen deshalb die Bedeutung von Warnsystemen, ausreichender Flüssigkeitszufuhr, kühlen Aufenthaltsorten und einer frühzeitigen Betreuung gefährdeter Menschen während Hitzewellen.

Der europäische Vergleich ordnet das deutsche Muster in eine breitere Entwicklung ein: Auch in Nachbarländern wurden Ende Juni und Anfang Juli erhöhte Sterblichkeitswerte registriert, während sich die Abweichungen im weiteren Sommer abschwächten. Die endgültige Bewertung bleibt den später vervollständigten Meldedaten und den methodisch eigenen Auswertungen der jeweiligen Beobachtungssysteme vorbehalten.

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