Hilfsorganisation, GeflĂŒchtete

HumanitÀrer Skandal: ASB-Vorsitzender Knut Fleckenstein sichert SOS Humanity SolidaritÀt zu

16.04.2026 - 09:38:35 | presseportal.de

Syrakus/Köln/Berlin - Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) steht fest an der Seite der zivilen Seenotrettung. Der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein sichert der deutschen Organisation SOS Humanity bei einem Besuch auf dem Rettungsschiff "Humanity I" im sizilianischen Syrakus volle SolidaritÀt zu - und kritisiert die zustÀndige Politik scharf.

"HumanitÀrer Skandal": ASB-Vorsitzender Knut Fleckenstein sichert SOS Humanity SolidaritÀt zu - Foto: presseportal.de

"Wer heute im Mittelmeer Menschen rettet, handelt nicht politisch, sondern menschlich. Und doch erleben wir weiterhin, dass zivile Seenotrettung behindert wird - durch Gesetze, durch Festsetzungen von Schiffen und durch politische Maßnahmen, die EinsĂ€tze erschweren", sagt Knut Fleckenstein. "Das ist inakzeptabel. Wir stellen uns klar dagegen, dass Organisationen wie SOS Humanity unter Druck geraten und kriminalisiert werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Rettungsschiffe behindert werden, wĂ€hrend das zentrale Mittelmeer eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt bleibt."

"Humanity I" zum wiederholten Mal festgesetzt

Zwischen 2014 und 2025 starben laut der Internationalen Organisation fĂŒr Migration (IOM) mehr als 33.000 FlĂŒchtlinge im Mittelmeer oder wurden als vermisst gemeldet. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 sind laut IOM mehr als 600 Menschen gestorben oder werden vermisst - so viele wie noch nie seit 2014 in diesem Zeitraum. Die Dunkelziffer liegt wohl deutlich darĂŒber.

SOS Humanity wurde 2015 als Teil des internationalen Verbundes SOS Mediterranee gegrĂŒndet, der seitdem rund 40.000 Menschen aus dem Mittelmehr retten konnte. Seit 2022 betreibt die Organisation das Rettungsschiff "Humanity I", welches seitdem 4.967 Überlebende an Bord nehmen konnte, 1.408 davon MinderjĂ€hrige oder Kinder. Dennoch sieht sich die Besatzung zunehmenden Repressalien ausgesetzt. Zum wiederholten Mal wurde die "Humanity I" im Februar 2026 von den italienischen Behörden festgesetzt und mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro belegt.

Forderung: EU-koordiniertes Seenotrettungsprogramm

"Die RealitĂ€t ist: Solange es keine sicheren und legalen Wege nach Europa gibt, zwingt die Politik Menschen in lebensgefĂ€hrliche Situationen. Das ist und bleibt ein humanitĂ€rer Skandal", sagt Knut Fleckenstein. "Wir fordern die europĂ€ischen Staaten auf, endlich zu handeln: Es braucht jetzt ein EU-koordiniertes Seenotrettungsprogramm. Menschenleben zu retten ist Pflicht - und darf nicht lĂ€nger der Zivilgesellschaft allein ĂŒberlassen werden."

Der ASB setzt sich als GrĂŒndungsmitglied von Aktion Deutschland Hilft seit Jahren fĂŒr die Seenotrettung ein. Mehrere BĂŒndnisorganisationen haben in den zurĂŒckliegenden Jahren gemeinsam die Arbeit von SOS Humanity mit Förderprojekten gestĂ€rkt. Seit 2019 hat der ASB ĂŒber die Konsortialprojekte rund 640.000 Euro fĂŒr SOS Humanity zur VerfĂŒgung gestellt. Zudem verlieh der ASB im Jahr 2023 den Annemarie Renger Preis an die Seenotrettungsorganisation.

"Lassen die Menschen mit ihren Fluchtursachen im Stich"

Das AuswĂ€rtige Amt hat die finanzielle UnterstĂŒtzung der Seenotrettung dagegen im Jahr 2025 vollstĂ€ndig eingestellt. Auch die Ausgaben fĂŒr HumanitĂ€re Hilfe im Ausland sanken im Bundeshaushalt drastisch: von 2,23 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf etwa eine Milliarde in 2025.

Knut Fleckenstein: "Wir lassen die Menschen mit ihren Fluchtursachen im Stich: Im Koalitionsvertrag versprachen die Regierungsparteien, die humanitĂ€re Hilfe zu stĂ€rken - nur um die Mittel dafĂŒr im Jahr 2025 um mehr als die HĂ€lfte zu kĂŒrzen. Diese kurzsichtige Politik wird verheerende Folgen haben."

Pressekontakt:

Diana Zinkler
Fachbereichsleitung Kommunikation und Public Affairs
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V.
Telefon: 030/2325786-122
Mobil: 0152/247 552 09
E-Mail: d.zinkler@asb.de

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