Tabaksteuer soll Zigarettenkonsum um 25 Prozent senken
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie geplante Erhöhung der Tabaksteuer soll die verkaufte Menge von Zigaretten in Deutschland um etwa 25 Prozent reduzieren. Das berichtet der Pro-Newsletter Gesundheit des Nachrichtenmagazins "Politico" aus ĂŒber die Verhandlungen informierten Kreisen.
Ministerium rechnet mit Milliardenbetrag
Die SchÀtzung basiert auf Berechnungen des Bundesfinanzministeriums, die nach Angaben aus dem Bericht Unsicherheiten enthalten können. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 66,4 Milliarden Zigaretten versteuert.
Ein RĂŒckgang um 25 Prozent entsprĂ€che 16,6 Milliarden Zigaretten weniger. Die Zahl der versteuerten Zigaretten wĂŒrde damit auf unter 50 Milliarden StĂŒck sinken.
Steuer soll Einnahmen deutlich erhöhen
Die Steuererhöhung soll dem Staat in den kommenden vier Jahren rund 11,6 Milliarden Euro zusÀtzliche Einnahmen bringen. Nach den Berechnungen des Finanzministeriums sollen die Gesamteinnahmen aus der Tabaksteuer im Jahr 2030 bei rund 21,3 Milliarden Euro liegen.
Politiker warnen vor Ausweichreaktionen
Finanz- und Gesundheitspolitiker von Union, SPD und GrĂŒnen bezweifeln, dass die anvisierten Mehreinnahmen erreicht werden. Sie rechnen damit, dass Verbraucher verstĂ€rkt auf gĂŒnstigere Angebote, KĂ€ufe im Ausland oder andere Ausweichmöglichkeiten setzen könnten.
Die geplante Erhöhung verfolgt damit zwei Ziele: Sie soll den Bundeshaushalt stĂ€rken und den Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten verringern. Gesundheitspolitiker haben sich wiederholt fĂŒr eine stĂ€rkere Anhebung ausgesprochen, wĂ€hrend Finanzpolitiker sie vor allem als Instrument der Haushaltskonsolidierung betrachten und vor zu hohen SteuersĂ€tzen warnen.
Die geplante Tabaksteuer verbindet zwei politische Ziele, die sich teilweise widersprechen: Der Staat will den Konsum senken und zugleich zusĂ€tzliche Einnahmen erzielen. Sinkt der Absatz tatsĂ€chlich deutlich, schrumpft zwar die Zahl der versteuerten Zigaretten, zugleich kann der fiskalische Ertrag hinter den Erwartungen zurĂŒckbleiben.
FĂŒr die gesundheitspolitische Bewertung ist der Preis ein zentraler Faktor. Höhere Tabakpreise können insbesondere junge Menschen vom Einstieg abhalten und den Ausstieg fördern. Die Wirkung hĂ€ngt jedoch davon ab, wie stark die Steuer an den Verkaufspreis weitergegeben wird und ob Verbraucher auf gĂŒnstigere Produkte, andere Nikotinangebote oder nicht in Deutschland versteuerte Waren ausweichen.
Haushalt und Ausweichverhalten
Die im Raum stehenden 11,6 Milliarden Euro Mehreinnahmen bis 2030 beruhen damit auf einer Annahme ĂŒber zwei Entwicklungen: einen erheblichen RĂŒckgang des legal versteuerten Zigarettenabsatzes und zugleich ausreichend hohe Einnahmen je Packung. Politisch umstritten ist vor allem, wie groĂ der Einfluss von KĂ€ufen im Ausland, dem Schwarzmarkt und alternativen Tabak- und Nikotinprodukten sein wird.
FĂŒr Verbraucher wĂ€ren die Folgen unmittelbar an der Ladenkasse spĂŒrbar, sofern die höhere Steuer vollstĂ€ndig weitergegeben wird. FĂŒr den Staat entscheidet sich die Bilanz daran, ob der Gesundheitseffekt und die Einnahmenziele gemeinsam erreichbar sind oder ob ein stĂ€rkerer KonsumrĂŒckgang die Haushaltsplanung teilweise ausgleicht.
