Tigst Assefa, Berlin-Marathon

Tigst Assefa nach Berlin-Marathon an Achillessehne operiert

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tigst Assefa ist nach ihrem dramatischen Sieg beim Berlin-Marathon an der Achillessehne operiert worden. Die äthiopische Marathonläuferin muss voraussichtlich rund sechs Monate pausieren.

Tigst Assefa wurde nach der Verletzung beim Berlin-Marathon operiert. - Bild: Andreas Gora/dpa
Tigst Assefa wurde nach der Verletzung beim Berlin-Marathon operiert. - Bild: Andreas Gora/dpa

Tigst Assefa ist nach ihrem dramatischen Sieg beim Berlin-Marathon an der Achillessehne operiert worden und muss voraussichtlich rund sechs Monate pausieren.

Operation in München

Das bestätigte ein Sprecher des Berlin-Marathons der Deutschen Presse-Agentur einen Tag nach dem Rennen. Nach Angaben des Portals «puravidasports.africa», das sich auf Aussagen ihres Managers Gianni Demadonna beruft, wurde die 29-Jährige in München operiert.

Assefa veröffentlichte am Sonntagabend in ihrer Instagram-Story ein Bild aus einer kleinen Privatmaschine. Darauf war ein medizinischer Spezialschuh an ihrem rechten Fuß zu sehen, wie er üblicherweise bei Achillessehnenverletzungen getragen wird.

Schmerzen ab Kilometer 31

Die Äthiopierin war am Sonntag beim Berlin-Marathon auf Weltrekordkurs gelaufen. Auf den letzten Kilometern wurde sie jedoch von der Verletzung gestoppt und verlor viele Sekunden. Zunächst war von Krämpfen ausgegangen worden.

„Ab Kilometer 31 fingen die Schmerzen an, ab dem 40. Kilometer wurden sie dann sehr stark. Es ist unglaublich, wie sie mit dieser Verletzung und diesen Schmerzen überhaupt weitergelaufen ist und das Rennen gewonnen hat“, sagte ihr Manager Demadonna den Sendern RTL/ntv und Sky. Nach seinen Angaben ist die Achillessehne komplett gerissen.

Streckenrekord trotz Verletzung

Assefa lief die 42,195 Kilometer in 2:11:04 Stunden. Damit stellte sie einen Streckenrekord auf und erzielte die drittschnellste Marathonzeit der Frauen in der Geschichte.

Den Weltrekord der Kenianerin Ruth Chepngetich von 2:09:56 Stunden verpasste Assefa. Chepngetich ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt; ihre Bestmarke besteht jedoch weiter.

Ein außergewöhnlicher Leistungswert

Tigst Assefas Zeit von 2:11:04 Stunden ordnet sich trotz der Verletzung in die Weltspitze des Frauenmarathons ein. Sie blieb damit nur knapp über dem aktuellen Weltrekord von 2:09:56 Stunden und stellte in Berlin einen Streckenrekord auf. Der Abstand zeigt zugleich, wie schnell sich das Rennen bis zu den Schmerzen entwickelt hatte.

Der Berlin-Marathon gilt wegen seiner flachen Strecke und der häufig günstigen Bedingungen als besonders schnelle Bühne für Bestzeiten. Assefa hatte dort bereits 2022 und 2023 gewonnen; 2023 lief sie in Berlin Weltrekord. Inzwischen ist die Bestmarke durch Ruth Chepngetichs Zeit aus Chicago von 2024 weiter gesunken.

Sechs Monate Pause als Einschnitt

Eine voraussichtliche Wettkampfpause von rund sechs Monaten würde Assefas Saisonplanung erheblich verändern. Eine Achillessehnenoperation bedeutet typischerweise eine längere Phase aus Ruhigstellung, schrittweisem Belastungsaufbau und Rehabilitation. Der konkrete Verlauf hängt vom Heilungsprozess und der medizinischen Betreuung ab.

Für den internationalen Laufsport macht der Fall zudem sichtbar, wie eng Rekordjagd und körperliche Belastungsgrenzen bei Spitzenathleten zusammenliegen. Für Zuschauer bleibt neben dem Streckenrekord vor allem die Frage relevant, wann Assefa wieder schmerzfrei trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Tragisches Finish beim Berlin-Marathon: Tigst Assefa erleidet Verletzung kurz vor dem Weltrekord“ (27.09.2026)

Der Bericht schildere, Assefa habe bis kurz vor dem Ziel auf Weltrekordkurs gelegen und sich anschließend humpelnd ins Ziel bewegt. Er setze den Schwerpunkt auf das dramatische Rennfinale und ordne zugleich den Männer- sowie den Frauenwettbewerb im Verlauf des Berlin-Marathons ein; die spätere Operation und die sechsmonatige Pause seien darin noch nicht enthalten.

n-tv: „Verletzungs-Drama um Tigst Assefa: Erste Diagnose fällt schlecht aus“ (27.09.2026)

Der Beitrag berichte unmittelbar nach dem Rennen von ersten Untersuchungen, die auf einen Sehnenschaden hingedeutet hätten, und stelle die bevorstehende Untersuchung im Krankenhaus in den Mittelpunkt. Damit bestätige er den dramatischen Verlauf, bleibe beim damaligen medizinischen Zwischenstand aber hinter der inzwischen bestätigten Operationsmeldung zurück.

Beide Berichte stellten übereinstimmend Assefas Weltrekordkurs, die Verletzung im Finish und den Berliner Streckenrekord heraus. Der Tagesspiegel fokussiere stärker das Rennen und seine Atmosphäre, während n-tv die medizinische Abklärung betone; die spätere Diagnose und der genaue Zeitpunkt der Rückkehr blieben in diesen Beiträgen offen.

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