Nach Ruanda-Urteil: Stamp hÀlt an Drittstaaten-Plan fest
15.11.2023 - 18:51:39 | dts-nachrichtenagentur.deDas Thema sollte daher "sachlich weiter erörtert werden", so der Migrationsbeauftragte. "Klar ist aber auch, dass eine umfassende VerĂ€nderung nicht einfach vom Himmel fĂ€llt", erklĂ€rte der FDP-Politiker, dessen Aufgabengebiet im Bundesinnenministerium angesiedelt ist. Stamp, der sein Amt in diesem FrĂŒhjahr antrat, soll RĂŒcknahmeabkommen der Bundesrepublik mit LĂ€ndern abschlieĂen, um in Deutschland abgelehnte Asylbewerber leichter abzuschieben und zugleich legale Möglichkeiten zur Zuwanderung zu ermöglichen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe, der kĂŒrzlich mit zwei weiteren Mitgliedern der SPD-Fraktion ein Papier fĂŒr die Auslagerung von Asylverfahren in Nicht-EU-Staaten verfasst hatte, zeigte sich am Mittwoch erleichtert ĂŒber das Urteil aus GroĂbritannien. "Es ist gut, dass die britischen Gerichte die Regierung in die Schranken weisen", sagte Schwabe dem "Spiegel". "Es geht mir und uns ja vor allem darum, dass wir rechtsstaatliche Verfahren und akzeptable Rahmenbedingungen haben. Das ist unsere absolute Grundbedingung fĂŒr Verfahren in Drittstaaten", sagte der Sprecher fĂŒr Menschenrechte und humanitĂ€re Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion. Der britische Oberste Gerichtshof hatte am Mittwoch die PlĂ€ne der britischen Regierung fĂŒr ungesetzlich erklĂ€rt, per Boot auf die Insel ankommende FlĂŒchtlinge ohne Asylverfahren nach Ruanda abzuschieben. Der Gerichtshof urteilte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Asylsuchende in Ruanda in ihre HerkunftslĂ€nder zurĂŒckgeschoben wĂŒrden. Die britische Regierung hatte noch in der Regierungszeit des Premierministers Boris Johnson mit Ruanda ein Abkommen geschlossen, das gegen die Zahlung von Entwicklungshilfegeldern die Bereitschaft des ostafrikanischen Landes vorsah, eine nicht nĂ€her genannte Zahl von FlĂŒchtlingen aus GroĂbritannien aufzunehmen.
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