Der Wechsel der Parteiführung bringt der SPD kaum Stimmenzugewinne

29.01.2020 - 07:34:48 | ad-hoc-news.de

Trotz gleichbleibend niedriger Umfragewerte, ist die Hälfte der Wahlberechtigten davon überzeugt, dass Deutschland die Sozialdemokratie braucht.

SPD-Logo - Bild: über dts Nachrichtenagentur
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In einer aktuellen Meinungsumfrage im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), kommt das Institut für Demoskopie Allensbach nach der repräsentativen Befragung von 1273 Wahlberechtigten zu Ergebnissen, die in der Parteizentrale der SPD weiterhin Alarmstimmung auslösen werden. Vor allem das Bild, das die Partei nach außen bietet, ist Anlass zur Sorge. Der Wechsel in der Parteiführung hat das Image der Partei kaum verbessert. 54 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die SPD als in sich zerstritten wahrnehmen. Dies ist zwar eine leichte Verbesserung gegenüber den Ergebnissen einer Umfrage vom September 2019, in der 64 Prozent dieser Meinung waren, aber vom Eindruck einer inneren Geschlossenheit ist die SPD weit entfernt. Die Einschätzung der Handlungsfähigkeit der Partei ist dementsprechend katastrophal. Nur 13 Prozent aller Wahlberechtigten trauen der SPD ein aktives und zielorientiertes Agieren im politischen Raum zu. Selbst bei den eigenen Anhängern sind dies nur 36 Prozent. Bei der Frage nach dem Wahlverhalten, verharren die Werte für die SPD bei 14 Prozent und damit auf einem historisch niedrigen Niveau. Immerhin können sich ca.20 Prozent der Befragten grundsätzlich vorstellen, der SPD bei der nächsten Bundestagswahl ihre Stimme zu geben. Damit liegt sie jedoch weit hinter dem Wählerpotential von Union und den Grünen. Die CDU/CSU verfügt über ein maximales Potential von 36 Prozent, während die Grünen mit 33 Prozent knapp dahinter liegen. Gerade im Wählerpotential zeigt sich ein für die deutsche Sozialdemokratie besorgniserregender Trend. Die SPD hat gegenüber den Werten der letzten Jahrzehnte etwa 1/3 ihres Potentials eingebüßt. Außerdem hat die Partei vor allem im Vergleich zur Union, ein Problem bei der Mobilisierung ihrer potentiellen Wähler. Trotz aller kritischen Entwicklungen der letzten Jahre, stimmen immer noch 47 Prozent der Wähler der These zu, dass die Sozialdemokratie ein unverzichtbarer Faktor der bundesdeutschen Politik sei. Aber auch hier ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Vor einem Jahrzehnt waren noch 60 Prozent der Meinung, dass Deutschland die SPD brauche. Fast ein 1/3 der Wahlberechtigten hält die SPD für überflüssig. Ihre Anhängerschaft findet die SPD überproportional im Westen der Bundesrepublik und bei älteren Wählern. Ein offenes Problem ist die Kommunikation und Bindung in den neuen Bundesländern und bei jungen Wählern. Bei dieser Klientel kann die SPD kaum punkten. Trotz allem halten 51 Prozent die SPD weiterhin für eine Volkspartei. Bei der Union sind dies 57 Prozent, während die Grünen nur von 31 als Vertretung aller Bevölkerungsgruppen betrachtet wird. Die geringsten Werte bezüglich des Charakters einer Volkspartei erhält die AfD. Bei den Gesamtwerten halten 9 Prozent der Befragten die AfD für eine Volkspartei, aber immerhin15 Prozent in den neuen Bundesländern. Trotz aller Probleme sind 53 Prozent der Bundesbürger der Überzeugung, dass die SPD ein wichtiger Faktor für die politische Stabilität in Deutschland ist und würden es begrüßen, wenn die Partei sich erholen würde. Nur für 26 Prozent der Befragten ist das Kapitel deutsche Sozialdemokratie abgeschlossen und der Faktor SPD unerheblich.
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