Rente mit 63, Rentenreform

Rente mit 63: Koalition prüft 46 oder 47 Beitragsjahre

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Union und SPD prüfen mehrere Modelle für die abschlagsfreie Altersrente. Im Gespräch sind längere Versicherungszeiten, Änderungen bei Erziehungszeiten und eine Begrenzung auf besonders belastete Berufe.

Koalition berät über Anhebung der Beitragsjahre bei Rente mit 63
Alter Mann in einem Pflegeheim (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Union und SPD beraten über einen Kompromiss zur geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Im Gespräch ist, die notwendige Versicherungszeit um bis zu zwei Jahre auf 46 oder 47 Jahre anzuheben.

Koalition prüft mehrere Änderungen

Nach den Beratungen könnten Arbeitnehmer künftig erst nach 46 beziehungsweise 47 Beitragsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Damit würde der Zugang zur sogenannten „Rente mit 63“ deutlich eingeschränkt.

Zusätzlich diskutieren die Fraktionen, die Anrechnung von Erziehungszeiten zu verkürzen. Derzeit können pro Kind bis zu zehn Jahre berücksichtigt werden.

Begrenzung auf bestimmte Berufe im Gespräch

Als weitere Möglichkeit steht eine Beschränkung der abschlagsfreien Rente auf bestimmte Berufsgruppen im Raum. Genannt werden Arbeitnehmer mit besonders harter körperlicher Arbeit, etwa Dachdecker.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte der „Bild“: „Wir haben in der Koalition eine klare Vereinbarung: Härtefälle ja, Regelfälle nein.“ Ohne eine Änderung des Verhältnisses von Ausnahme und Regelfall könne es keine Rentenreform geben.

Beratungen über Rentenreform laufen weiter

Die Vorschläge sind Teil der Gespräche zwischen den Fraktionen von Union und SPD über die weitere Ausgestaltung der Rentenreform. Eine Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung der abschlagsfreien Altersrente ist damit noch nicht verbunden.

Die geplante Änderung betrifft eine zentrale Zugangsvoraussetzung der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Regelung wird umgangssprachlich als „Rente mit 63“ bezeichnet, obwohl das tatsächliche Eintrittsalter je nach Geburtsjahrgang ansteigt. Entscheidend ist nicht ausschließlich die Dauer einer Beschäftigung: Auch bestimmte Erziehungs-, Pflege-, Krankheits- und Arbeitslosigkeitszeiten können für die erforderlichen Versicherungsjahre berücksichtigt werden.

In der politischen Debatte stehen sich zwei Ziele gegenüber. Die Union verweist auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung und auf den Verlust von Arbeitskräften, während die SPD stärker auf Schutz für Beschäftigte mit langen Erwerbsbiografien und belastenden Arbeitsbedingungen drängt. Ein Modell mit 46 oder 47 Beitragsjahren würde den abschlagsfreien Zugang deutlich enger fassen, könnte aber zugleich Menschen mit sehr langen Versicherungsverläufen weiterhin eine Ausnahme ermöglichen.

Folgen für Beschäftigte und Betriebe

Besonders relevant wäre eine Neuregelung für rentennahe Jahrgänge, die ihre Erwerbs- und Familienzeiten bereits geplant haben. Übergangs- und Vertrauensschutzregeln würden deshalb zu einem entscheidenden Bestandteil eines möglichen Gesetzentwurfs. Für Betriebe könnte ein späterer abschlagsfreier Rentenzugang Fachkräfte länger im Arbeitsmarkt halten, zugleich aber die Personalplanung und den Wissenstransfer beeinflussen.

Eine Begrenzung auf bestimmte Berufsgruppen würde zudem eine neue Abgrenzungsfrage schaffen: Ob ein Beruf als körperlich besonders belastend gilt, müsste rechtssicher und nachvollziehbar definiert werden. Bis zu einem konkreten Beschluss bleiben daher sowohl die Zugangsvoraussetzungen als auch die Behandlung von Erziehungszeiten Gegenstand der Koalitionsverhandlungen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Union und SPD kommen zu vertraulichem Reformgipfel zusammen“ (22.09.2026)

Der Bericht bestätigt, dass die Rente zu den zentralen Streitpunkten der Koalition gehört und Beratungen über die Rente ab 63 vorbereitet wurden. Der Schwerpunkt liegt auf dem politischen Druck nach den Landtagswahlen und auf dem geplanten Reformtreffen, nicht auf den konkret diskutierten Varianten von 46 oder 47 Beitragsjahren.

tagesschau: „Union und SPD wollen noch mal über Reformen verhandeln“ (22.09.2026)

Die tagesschau ordnet die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren als offene Streitfrage innerhalb der Reformpläne ein. Anders als der n-tv-Bericht stellt sie die Verunsicherung von Beschäftigten und Arbeitgebern sowie die erwarteten weiteren Verhandlungen heraus; konkrete Beschlüsse wurden zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet.

Übereinstimmend steht die abschlagsfreie Rente im Zentrum des Koalitionsstreits. Unterschiede bestehen vor allem beim Blickwinkel: Während n-tv den politischen Reformdruck und das Treffen der Spitzenpolitiker betont, hebt die tagesschau die offenen Sachfragen und die Folgen für Betroffene hervor.

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