Deutschland, Schweiz

Urteil gegen mutmaßliche Agenten Russlands erwartet

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 03:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Drei MÀnner sollen im Auftrag Russlands AnschlÀge auf Transportwege vorbereitet haben. Nun soll in Stuttgart das Urteil gegen die MÀnner fallen.

Den Ukrainern wird vorgeworfen, im Auftrag Russlands AnschlÀge geplant zu haben. (Archivbild) - Bild: dpa
Den Ukrainern wird vorgeworfen, im Auftrag Russlands AnschlÀge geplant zu haben. (Archivbild) - Bild: dpa

Das Oberlandesgericht Stuttgart will heute (10.00 Uhr) das Urteil gegen drei junge MĂ€nner verkĂŒnden, die als Agenten im Auftrag Russlands AnschlĂ€ge auf den GĂŒterverkehr in Deutschland vorbereitet haben sollen. Die Bundesanwaltschaft legt den Ukrainern im Alter von 22, 25 und 30 Jahre AgententĂ€tigkeit und Verabredung zu BrandanschlĂ€gen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes zur Last. 

Die drei MÀnner waren im Mai vergangenen Jahres in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.

Angeklagte sollen TransportablÀufe ausgeforscht haben

Nach Darstellung der Anklage verschickten die MĂ€nner im MĂ€rz 2025 ĂŒber einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine. Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben. Damit sollten Routen und TransportablĂ€ufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden. 

Im nĂ€chsten Schritt habe das Trio Pakete mit BrandsĂ€tzen verschicken sollen, die sich wĂ€hrend des Transports entzĂŒnden. Die drei MĂ€nner hĂ€tten zugesagt, die Pakete zu verschicken, so der Vorwurf. Laut Anklage flogen sie aber bereits bei der Vorbereitung der AnschlĂ€ge auf. 

Der Vertreter der Bundesanwaltschaft hatte in seinem PlĂ€doyer Haftstrafen zwischen 2 Jahren und 9 Monaten und 4 Jahren und 3 Monaten fĂŒr die Angeklagten gefordert. Die Verteidiger beantragten Freispruch fĂŒr ihre Mandanten. 

Erinnerung an andere FĂ€lle

Der Fall weckt Erinnerungen an einen Vorfall im Jahr 2024. Damals entzĂŒndete sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war.

Erst Anfang August war am Leipziger Flughafen in der NĂ€he ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und ZĂŒnder bestĂŒckte Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten HerbeifĂŒhrens einer Sprengstoffexplosion und des gefĂ€hrlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem «hybriden» Angriff «fremder MĂ€chte».

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