Verbraucherstimmung bleibt im November bei -30,8 Punkten
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVier Konsumindikatoren im November
- GfK und NIM melden für November einen Konsumklimaindex von -30,8 Punkten.
- Die Einkommenserwartungen sinken um 0,7 Zähler auf -15,7 Punkte.
- Die Sparneigung fällt um 4,3 Zähler auf 17,2 Punkte.
- Die Konjunkturerwartungen steigen auf 2,1 Punkte und liegen erstmals seit dem Irankrieg wieder über null.
GfK und NIM melden Konsumklima für November
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. GfK und Institut NIM gaben den Konsumklimaindex für November mit -30,8 Punkten an, 0,2 Punkte weniger als im Vormonat.
Abstand zum Vorjahr bleibt groß
Der Index liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von -22,5 Punkten. Die Einzelindikatoren entwickeln sich uneinheitlich: Die Konjunkturerwartungen steigen, während die Anschaffungsneigung weiter leicht nachgibt.
Auch die Einkommenserwartungen verschlechtern sich erneut. Der Indikator verliert 0,7 Zähler und sinkt auf -15,7 Punkte.
Tankrabatt bringt bisher wenig Entlastung
Nach dem erneuten Einbruch im Vormonat zeichnet sich bei den Einkommenserwartungen trotz des wieder eingeführten Tankrabatts bislang nur eine Stabilisierung ab. Eine Gegenbewegung wie im Mai, als nach Einführung des Tankrabatts etwa die Hälfte des Einbruchs vom April aufgeholt wurde, bleibt aus.
Die Sparneigung steigt nicht weiter, sondern sinkt um 4,3 Zähler auf 17,2 Punkte. Sie bleibt damit auf hohem Niveau, wirkt wegen des Rückgangs aber leicht stützend auf das Konsumklima.
Verbraucher verschieben größere Anschaffungen
Die Anschaffungsneigung profitiert bislang nicht von der niedrigeren Sparneigung. Sie fällt um etwas mehr als einen Punkt auf 11,9 Punkte.
Eine Rolle spielen dabei offenbar die Preiserwartungen. Der Preisindikator steigt in den positiven Bereich, nachdem die Inflationsrate im September wegen höherer Kraftstoffpreise auf 3,3 Prozent geklettert war.
Konjunkturerwartungen steigen weiter
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich zum sechsten Mal in Folge. Mit 2,1 Punkten liegen sie erstmals seit Ausbruch des Irankriegs wieder über der Nulllinie.
NIM-Experte Rolf Bürkl erklärte, die Verbraucher blickten zwar optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, beim eigenen Geldbeutel überwiege jedoch weiterhin die Skepsis. Wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten bremsten die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen; auch der Tankrabatt sorge offenbar nicht für die erhoffte Erleichterung.
Die neuen Zahlen zeichnen ein gespaltenes Bild der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland. Verbraucher bewerten die allgemeine Konjunktur zum sechsten Mal in Folge etwas besser, bleiben bei der eigenen finanziellen Lage aber vorsichtig. Besonders die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung zeigen, dass der optimistischere Blick auf die Gesamtwirtschaft noch nicht in eine höhere Konsumbereitschaft übersetzt wird.
Inflation bremst private Nachfrage
Der Anstieg der Inflationsrate auf 3,3 Prozent im September belastet die Haushaltsplanung. Höhere Kraftstoffpreise wirken dabei unmittelbar auf Mobilität und Alltagsausgaben und können zugleich die Preise anderer Waren und Dienstleistungen beeinflussen. Der erneut eingeführte Tankrabatt hat die Einkommenserwartungen bislang nicht spürbar verbessert.
Für die Konjunktur ist die Entwicklung relevant, weil der private Konsum eine zentrale Nachfragekomponente bildet. Ein Rückgang der Sparneigung kann das Konsumklima zwar kurzfristig stützen, solange die Anschaffungsneigung aber sinkt, führt er nicht automatisch zu deutlich mehr Ausgaben. Die aktuellen Werte sprechen daher eher für eine vorsichtige Stabilisierung als für eine breite Erholung der Verbrauchernachfrage.
Konjunkturhoffnung erreicht Haushalte noch nicht
Auch die Unternehmensstimmung liefert zuletzt ein etwas freundlicheres Signal: Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober um 0,3 Punkte auf 90,2 Punkte. Das passt zum Anstieg der Konjunkturerwartungen der Verbraucher, zeigt aber zugleich die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit der sich Stimmungsindikatoren verbessern.
Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, ob sich die Inflationssorgen abschwächen und die Einkommenserwartungen stabilisieren. Erst dann dürfte die bessere Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage stärker auf größere Anschaffungen und den privaten Konsum durchschlagen.
