Volkswagen, Porsche

Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust im Quartal

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 07:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Volkswagen schreibt im dritten Quartal 2026 tiefrote Zahlen. Neben der Porsche-Abschreibung belasten sinkende Auslieferungen, der Preisdruck und die Kosten des Konzernumbaus den Autohersteller.

VW senkt Ausblick nach Absatzrückgang

  • Volkswagen meldete für das dritte Quartal 2026 einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro.
  • Die Porsche-Abschreibung von rund 6,4 Milliarden Euro gehört zu den wichtigsten Sondereffekten.
  • In China sanken die Auslieferungen im Quartal um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge.
  • VW hat im dritten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • VW-Finanzchef Arno Antlitz hatte erst im September die Gewinnprognose gekappt. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
VW hat im dritten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa VW-Finanzchef Arno Antlitz hatte erst im September die Gewinnprognose gekappt. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Volkswagen rutscht wegen Porsche und China tiefer ins Minus

Volkswagen hat im dritten Quartal einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht. Eine Milliarden-Abschreibung auf Porsche, das schwache China-Geschäft und Kosten für den Konzernumbau belasteten Europas größten Autohersteller.

Sondereffekte drücken Ergebnis

Im Vorjahresquartal hatte Volkswagen ebenfalls einen Fehlbetrag ausgewiesen, damals von gut 1,07 Milliarden Euro. Wesentlicher Grund für das aktuelle Minus waren Sondereffekte von 7,8 Milliarden Euro.

Allein die Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche belief sich auf rund 6,4 Milliarden Euro. Sie ist nicht zahlungswirksam, belastet aber den operativen Gewinn deutlich, weil die Erwartungen an die künftige Entwicklung der Stuttgarter niedriger ausfallen.

China-Geschäft verliert deutlich

Zusätzlich belasteten das schwache Marktumfeld in China, der weltweit zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck sowie der gestiegene Anteil margenschwächerer Elektroautos an den Verkäufen. Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro.

Von Juli bis September lieferte Volkswagen 1,89 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren fast 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Auslieferungen sinken weltweit

Besonders stark fiel der Rückgang in China aus: Dort verkaufte Volkswagen im dritten Quartal knapp 406.000 Fahrzeuge, 38,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende September übergaben die Konzernmarken gut 6 Millionen Fahrzeuge an Kunden, 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gewinnprognose bereits gesenkt

Das Management um Konzernchef Oliver Blume hatte die Gewinnprognose für das laufende Jahr bereits Mitte September deutlich gekappt. Vom Umsatz soll höchstens noch ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleiben; zuvor hatte Volkswagen eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet.

Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von rund 315 Milliarden Euro. Statt eines Umsatzplus von bis zu 3 Prozent rechnet Volkswagen im besten Fall mit einer stabilen Entwicklung, möglich ist auch ein Rückgang um bis zu 3 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Umsatz 321,9 Milliarden Euro betragen.

Volkswagen trifft in diesem Quartal ein Bündel struktureller Belastungen. Der Konzern muss seine Erwartungen an Porsche nach unten korrigieren, während das China-Geschäft deutlich an Dynamik verliert und der Wettbewerb über Preise die Margen unter Druck setzt. Die Abschreibung verschärft den Verlust, verändert aber nicht unmittelbar die Liquidität, weil sie nicht zahlungswirksam ist.

Besonders relevant ist der Absatzrückgang in China. Der Markt ist für Volkswagen nicht nur wegen seiner Größe wichtig, sondern auch wegen des technologischen und preislichen Wettbewerbs durch lokale Hersteller. Sinkende Auslieferungen treffen deshalb sowohl das Volumen als auch die Auslastung und die Positionierung der Marken. Der höhere Anteil margenschwächerer Elektrofahrzeuge verstärkt den Druck auf die Profitabilität.

Umbau belastet die Ertragskraft

Die Zahlen zeigen zudem, dass der Konzernumbau kurzfristig erhebliche Kosten verursacht, während die erwarteten Erträge aus der Neuausrichtung noch nicht ausreichen. Die bereits gesenkte operative Renditeprognose lässt wenig Puffer für weitere Belastungen. Für Beschäftigte, Zulieferer und Standorte erhöht das den Anpassungsdruck, weil Volkswagen gleichzeitig investieren und Kosten senken muss.

Für die weitere Entwicklung werden vor allem die Stabilisierung von Porsche, die Reaktion auf chinesische Wettbewerber und die Umsetzung der Elektrostrategie entscheidend. Ein schwaches Jahresendgeschäft könnte den Spielraum für Investitionen und Beschäftigungspolitik zusätzlich einengen.

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