Tarifstreit, FlÀchendeckende

Tarifstreit bei VW eskaliert: FlÀchendeckende Warnstreiks

02.12.2024 - 04:00:42 | dpa.de

Volkswagen steht vor dem wohl grĂ¶ĂŸten Arbeitskampf seit Jahren. Heute sind Arbeitsniederlegungen an allen Standorten geplant. Der Konflikt um LohnkĂŒrzungen und Werkschließungen spitzt sich damit zu.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft in dem Streit um milliardenschwere Einschnitte den Druck erhöhen. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Mit flĂ€chendeckenden Warnstreiks an allen VW-Standorten macht die IG Metall heute gegen die milliardenschweren SparplĂ€ne des Autobauers mobil. In allen Werken werde die Produktion «temporĂ€r auf Eis liegen», kĂŒndigte IG-Metall-VerhandlungsfĂŒhrer Thorsten Gröger an und warnte: «Wenn nötig, wird das einer der hĂ€rtesten Konflikte, den Volkswagen je gesehen hat.» Volkswagen hat nach eigenen Angaben Vorkehrungen getroffen, um die Auswirkungen der befristeten Arbeitsniederlegungen gering zu halten.

Details zu dem geplanten Arbeitskampf nannte die IG Metall zunĂ€chst nicht. Erst am Wochenende war bei Europas grĂ¶ĂŸtem Autobauer die Friedenspflicht ausgelaufen, in der Streiks nicht erlaubt waren. «Nun folgen Warnstreiks, die das Unternehmen nicht ĂŒbersehen kann», sagte Gröger. Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft den Druck erhöhen.

VW will Notversorgung sicherstellen

In dem Konflikt geht es um die Bezahlung der rund 120.000 BeschĂ€ftigten in den Werken der Volkswagen AG, wo ein eigener Haustarif gilt. Hinzu kommen mehr als 10.000 Mitarbeiter bei VW Sachsen, fĂŒr die 2021 eine Angleichung an den Haustarif vereinbart wurde.

VW lehnt bisher jede Erhöhung ab und fordert wegen der schwierigen Lage des Konzerns stattdessen zehn Prozent LohnkĂŒrzung. Auch Werkschließungen und betriebsbedingte KĂŒndigungen stehen im Raum. Am 9. Dezember treffen sich beide Seiten zur nĂ€chsten Tarifrunde.

Zu möglichen AusfĂ€llen in der Produktion machte Volkswagen zunĂ€chst keine Angaben. Man wolle die Auswirkungen so gering wie möglich halten, sagte ein Sprecher. «Deswegen hat das Unternehmen bereits im Vorfeld gezielt Maßnahmen ergriffen, die eine Notversorgung sicherstellen.» Das Unternehmen setze weiterhin auf den konstruktiven Dialog mit der Arbeitnehmerseite, um eine nachhaltige und gemeinsam getragene Lösung zu erreichen

Drei Werke auf dem PrĂŒfstand

Laut Betriebsrat sind mindestens drei Werke und Zehntausende ArbeitsplĂ€tze bedroht. VW begrĂŒndet die Einschnitte mit hohen Kosten und einer geringen Auslastung. Angesichts der schwachen Nachfrage nach Neuwagen mĂŒsse VW seine SparbemĂŒhungen verstĂ€rken. Laut Betriebsrat geht es um rund fĂŒnf Milliarden Euro, die der Konzern zusĂ€tzlich einsparen will.

Einen Gegenvorschlag der IG Metall fĂŒr Kostenentlastungen ohne Werkschließungen und Personalabbau hatte das Unternehmen als unzureichend zurĂŒckgewiesen. VW hatte zuvor erklĂ€rt, dass dem Konzern aufgrund der schwachen Nachfrage in Europa rund 500.000 Fahrzeuge fehlten, um alle Werke auszulasten. Das entspreche der KapazitĂ€t von zwei Fertigungsstandorten. Als gefĂ€hrdet gelten vor allem die Fabriken in Dresden und OsnabrĂŒck.

Mehr als 50.000 bei Warnstreikwelle 2018

FlĂ€chendeckende Warnstreiks an allen sechs großen Werken in Westdeutschland gab es zuletzt 2018. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich damals mehr als 50.000 BeschĂ€ftigte in Wolfsburg, Hannover, Emden, Kassel-Baunatal, Braunschweig und Salzgitter. Nicht unter den Haustarif fĂ€llt das VW-Werk in OsnabrĂŒck. Dort war es bereits bei der Tarifrunde fĂŒr die Metall- und Elektroindustrie zu Warnstreiks gekommen.

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