Volkswagen, Transfergesellschaften

VW will über Transfergesellschaften für 12.000 Stellen verhandeln

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 18:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Volkswagen will in der Tarifrunde über Transfergesellschaften als zusätzliches Instrument für den Stellenabbau sprechen. Die IG Metall weist den Vorstoß zurück, während der Konzern an der Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 festhält.

Folgen für VW-Beschäftigte und Tarifrunde

  • Volkswagen will über Transfergesellschaften für Produktionsmitarbeiter sowie Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung verhandeln.
  • Der zusätzliche Abbau bei der Volkswagen AG umfasst nach Unternehmensangaben 12.000 Stellen bis 2030.
  • Die Tarifverhandlungen mit den Arbeitnehmern beginnen am 24. November.
  • VW will bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch über Transfergesellschaften verhandeln. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Gröger: «Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet». - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
VW will bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch über Transfergesellschaften verhandeln. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Gröger: «Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet». - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Volkswagen bringt Transfergesellschaften in Tarifrunde ein

Volkswagen will in den anstehenden Tarifverhandlungen über die Eröffnung von Transfergesellschaften sprechen, um den Abbau Tausender Stellen sozialverträglich zu gestalten. Die Beschäftigten könnten freiwillig in solche Gesellschaften wechseln und dort Unterstützung für eine neue berufliche Perspektive erhalten.

Ausgestaltung bleibt offen

Wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten, ist offen. Nach dpa-Informationen kann sich Volkswagen den Schritt sowohl für Produktionsmitarbeiter als auch für Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung vorstellen.

Laufzeit und Ausgestaltung müssten mit den Arbeitnehmern vereinbart werden. Das gilt auch für mögliche Abfindungen, die der Konzern bislang neben Altersteilzeit vor allem als Instrument für den Personalabbau nutzt.

Beschäftigungssicherung bleibt bestehen

Volkswagen erklärte nach einem Gespräch mit Arbeitnehmern in Hannover, das Unternehmen halte trotz der schwierigen Lage am Zukunftstarifvertrag und an der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 fest. Transfergesellschaften sollen Beschäftigten unter anderem Weiterbildungen und Hilfe bei der Suche nach einer neuen Stelle ermöglichen.

Gewerkschaft spricht von Wortbruch

Die IG Metall lehnt den Vorstoß entschieden ab. Bezirksleiter Thorsten Gröger erklärte: «Bevor die Beitragszahler einspringen, sind die Aktionäre in der Pflicht».

Die Gewerkschaft argumentiert, öffentlich geförderte Transfergesellschaften kämen bisher vor allem bei Betriebsänderungen und Werksschließungen zum Einsatz. Betriebsratschefin Daniela Cavallo wertete den Vorschlag als Versuch, die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 durch die Hintertür auszuhebeln.

Zusätzlicher Abbau von 12.000 Stellen

Der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume plant bis 2030 weltweit den Abbau von rund 50.000 Stellen zusätzlich zu bisherigen Plänen. Für die Volkswagen AG, zu der neben der Kernmarke auch die Komponentensparte und Konzernstellen gehören, ergibt sich daraus ein zusätzlicher Abbau von 12.000 Stellen.

Volkswagen nennt neben Transfergesellschaften die maximale Ausschöpfung freiwilliger Austrittsinstrumente und eine Reduzierung der Arbeitskosten als notwendig. Die Tarifverhandlungen beginnen am 24. November.

Volkswagen verknüpft den geplanten Personalabbau mit einer Ausweitung der Instrumente, die Beschäftigte beim freiwilligen Ausscheiden unterstützen sollen. Transfergesellschaften können dabei zeitlich befristet Beschäftigte übernehmen, Qualifizierungen organisieren und die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz begleiten.

Für die Beschäftigten unterscheidet sich dieses Modell deutlich von einer klassischen Abfindung. Während eine Abfindung das Arbeitsverhältnis beendet und eine einmalige Zahlung vorsieht, soll die Transfergesellschaft den Übergang in ein neues Beschäftigungsverhältnis absichern. Die konkrete finanzielle Ausgestaltung, die Laufzeit und der Kreis der möglichen Teilnehmer sind bei Volkswagen noch Gegenstand der anstehenden Verhandlungen.

Tarifrunde unter hohem Druck

Der Vorstoß fällt in eine bereits angespannte Auseinandersetzung zwischen Konzern, IG Metall und Betriebsrat. Volkswagen will bis 2030 weltweit rund 50.000 Stellen abbauen; für die Volkswagen AG ergibt sich nach der dpa-Meldung daraus ein zusätzlicher Abbau von 12.000 Stellen. Zugleich hält das Unternehmen am Zukunftstarifvertrag und an der Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 fest.

Damit stehen in der Tarifrunde mehrere Themen unmittelbar nebeneinander: der Abbau von Arbeitsplätzen, die Kosten des Konzerns, die Zukunft einzelner Standorte und die Frage, wie stark öffentliche Mittel eingesetzt werden. Die IG Metall lehnt öffentlich geförderte Transfergesellschaften als Weg ab und verlangt zunächst Lösungen, die die industrielle Zukunft von Volkswagen sichern.

Bedeutung für Beschäftigte und Beitragszahler

Für betroffene Mitarbeiter könnten Transfergesellschaften Weiterbildung und eine geordnete Neuorientierung ermöglichen. Gleichzeitig hängt ihre Wirkung davon ab, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen, welche Qualifizierungen angeboten werden und ob neue Arbeitsplätze in erreichbarer Nähe vorhanden sind. Für die öffentliche Hand können bei Transferkurzarbeitergeld Kosten entstehen.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 24. November. Dort müssen die Sozialpartner klären, ob und unter welchen Bedingungen Transfergesellschaften neben Altersteilzeit und Abfindungen eingesetzt werden können.

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