Vorlesemonitor, Leseförderung

Vorlesemonitor: 76 Prozent der Eltern lesen regelmĂ€ĂŸig vor

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 10:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Anteil der Eltern, die ihren Kindern regelmĂ€ĂŸig vorlesen, ist binnen zwei Jahren deutlich gestiegen. Besonders bei Ein- und ZweijĂ€hrigen nahm die VorlesehĂ€ufigkeit zu, zugleich bleibt ein Bildungsunterschied bestehen.

Familien nutzen Vorlesen hĂ€ufiger fĂŒr GesprĂ€che

  • Die Studie erfasst Eltern von Kindern im Alter von ein bis acht Jahren.
  • Bei Eltern mit regelmĂ€ĂŸiger Vorleseerfahrung nutzen 41 Prozent die Zeit oft fĂŒr GesprĂ€che.
  • Bei formal höherem Bildungsgrad lesen 80 Prozent regelmĂ€ĂŸig vor, bei formal niedrigerem Bildungsgrad 70 Prozent.
Leserin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Vorlesemonitor zeigt mehr Vorlesen in Familien

Das Vorlesen in deutschen Familien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Rund 76 Prozent der Eltern von ein- bis achtjÀhrigen Kindern lesen mindestens mehrmals pro Woche vor, 2024 waren es rund 68 Prozent.

Ein- und ZweijÀhrige holen besonders auf

Besonders stark stiegen die VorleseaktivitĂ€ten bei Eltern von ein- und zweijĂ€hrigen Kindern. Der Vorlesemonitor wird von der Deutsche-Bahn-Stiftung, der Stiftung Lesen und der „Zeit“ herausgegeben.

Die Studie zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen regelmĂ€ĂŸigem Vorlesen und GesprĂ€chen in der Familie. 41 Prozent der Eltern mit regelmĂ€ĂŸiger Vorleseerfahrung nutzen die Zeit oft fĂŒr gemeinsame GesprĂ€che mit ihren Kindern, wĂ€hrend dies bei Eltern, die seltener vorlesen, nur 20 Prozent angeben.

Bildungsunterschied bleibt sichtbar

Auch der formale Bildungsgrad der Eltern beeinflusst die VorlesehĂ€ufigkeit. 80 Prozent der Eltern mit formal höherem Bildungsgrad lesen regelmĂ€ĂŸig vor, bei Eltern mit formal niedriger Bildung sind es 70 Prozent.

Diese Bildungskluft zeigt sich vor allem bei Eltern ohne Zuwanderungsgeschichte. Bei Eltern mit Zuwanderungsgeschichte fĂ€llt der Einfluss des Bildungshintergrunds weniger deutlich aus; dennoch bilden Eltern mit formal niedrigerer Bildung auch dort die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Nie-Vorlesenden.

Der Anstieg beim regelmĂ€ĂŸigen Vorlesen setzt einen positiven Trend fort. Der Vorlesemonitor erfasst dabei Eltern von Kindern zwischen ein und acht Jahren und macht sichtbar, dass Vorlesen besonders in den ersten Lebensjahren hĂ€ufiger zum Familienalltag gehört.

Vorlesen wirkt nicht nur als Zugang zu BĂŒchern. Gemeinsame GesprĂ€che ĂŒber Geschichten schaffen zusĂ€tzliche SprechanlĂ€sse und können Wortschatz sowie sprachliche Entwicklung unterstĂŒtzen. Dass Eltern mit regelmĂ€ĂŸiger Vorleseerfahrung hĂ€ufiger miteinander ins GesprĂ€ch kommen, unterstreicht die Bedeutung der AktivitĂ€t ĂŒber das reine Lesen hinaus.

Bildung bleibt ein entscheidender Faktor

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibt der Bildungsunterschied bestehen: Eltern mit formal höherem Bildungsgrad lesen hĂ€ufiger regelmĂ€ĂŸig vor als Eltern mit formal niedrigerem Bildungsgrad. Besonders relevant ist deshalb, ob niedrigschwellige Angebote Familien erreichen, die zu Hause bislang seltener lesen.

Die Zahlen zur Zuwanderungsgeschichte zeigen zugleich, dass Bildungsunterschiede nicht in allen Familien gleich wirken. FĂŒr die Leseförderung bedeutet das, Vorleseangebote breit zugĂ€nglich zu machen und unterschiedliche Familiensprachen einzubeziehen. Der Zuwachs bei Ein- und ZweijĂ€hrigen deutet darauf hin, dass frĂŒhe Ansprache und passende BĂŒcher den Einstieg erleichtern können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Bildung: Eltern lesen laut einer Umfrage hĂ€ufiger vor“ (27.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt den Anstieg des regelmĂ€ĂŸigen Vorlesens und nennt ergĂ€nzend eine reprĂ€sentative Befragung von 914 Eltern. Als Schwerpunkte hebt er den RĂŒckgang der Nie-Vorlesenden, die Bedeutung frĂŒher Sprachförderung und die auslaufende Förderung des Programms „Lesestart 1-2-3“ hervor.

SWR: „Stiftung Lesen: Kleinen Kindern wird wieder mehr vorgelesen“ (27.10.2026)

Der SWR legt den Schwerpunkt auf den deutlichen Zuwachs bei Ein- und ZweijĂ€hrigen und ordnet ihn im GesprĂ€ch mit Stiftung-Lesen-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jörg Maas ein. Anders als der Stern beleuchtet der Beitrag stĂ€rker die Rolle von Buchgeschenken, mehrsprachigem Vorlesen und der kĂŒnftigen Finanzierung der Leseförderung.

Beide BeitrĂ€ge stimmen beim positiven Trend und der besonderen Entwicklung bei Kleinkindern ĂŒberein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Bildungsförderung und politischen UnterstĂŒtzungsprogrammen.

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