VW-Chef Blume stellt sich einer verunsicherten Belegschaft
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGemeinsam mit BeschĂ€ftigten von Zulieferern haben Dutzende Mitarbeiter von Volkswagen in Zwickau fĂŒr eine Zukunft des Standortes demonstriert. Anlass ist der Besuch von VW-Chef Oliver Blume.Â
«Mama- Hast du in 5 Jahren noch Arbeit?» hieĂ es auf einem der Plakate, «Vereint fĂŒr unsere Zukunft kĂ€mpfen» auf einem anderen. In der Belegschaft sei die Verunsicherung groĂ, sagte Betriebsratschef Mario Albert. Bei der Betriebsversammlung wolle er Blume an die Einhaltung der geltenden VertrĂ€ge erinnern.Â
Hintergrund ist, dass der Konzern seinen aktuellen Sparkurs verschĂ€rfen und ĂŒber die geplanten 50.000 Stellen in Deutschland hinaus weitere Jobs streichen will. Dabei sind auch WerksschlieĂungen in Emden, Zwickau und Hannover sowie bei der Tochter Audi in Neckarsulm im GesprĂ€ch. FĂŒr die vier Werke gebe es derzeit noch keine «wettbewerbsfĂ€hige Belegung» fĂŒr die 2030er Jahre, hatte Blume erklĂ€rt. «Unser Ziel ist es, in den nĂ€chsten 6 bis 12 Monaten belastbare Perspektiven fĂŒr alle Standorte zu schaffen.»
Betriebsratschef: Bisherige Sparziele am Standort erreicht
«Wir waren das einzige deutsche Werk 2025, das die Fabrikkostenziele erreicht hat», sagte Albert. «Und das werden wir auch 2026.» Die Menschen vor Ort brÀuchten eine Perspektive, mahnte er.
Die Auto-Fabrik in Zwickau ist bei Volkswagen Pionier der ElektromobilitĂ€t. Seit 2020 werden dort ausschlieĂlich Elektro-Fahrzeuge gebaut. Doch nachdem auch andere Standorte in diesen Sektor eingestiegen sind, ist die Auslastung in Zwickau gesunken - verbunden mit einem Abbau an Personal. So wird nur noch in zwei statt drei Schichten produziert. NĂ€chstes Jahr soll eine der beiden Fertigungslinien komplett stillgelegt werden. Arbeiteten in dem Fahrzeugwerk zu Hochzeiten rund 11.000 BeschĂ€ftigte, sind es aktuell noch etwa 8.000.Â
Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der GlĂ€sernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert.Â
An der Autoproduktion hĂ€ngen viele weitere Jobs bei Zulieferern. Das machte Marcel Kuczyk, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Schnellecke Logistics in Glauchau, deutlich. Er war mit mehreren Kollegen ebenfalls ans Werkstor von VW gekommen, um sich fĂŒr dessen Erhalt starkzumachen.
