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VW-Chef: Kosten in Emden zu hoch - Einschnitte im Management

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das VW-Werk in Emden steht trotz Milliardeninvestitionen in die E-Auto-Produktion unter Druck. Bei einer Betriebsversammlung erklÀrt VW-Chef Blume, warum das so ist und wo er noch sparen will.

  • VW-Chef Blume wird in Emden mit einem Schriftzug und der Frage nach der Zukunft begrĂŒĂŸt.  - Bild: Lars Penning/dpa
    VW-Chef Blume wird in Emden mit einem Schriftzug und der Frage nach der Zukunft begrĂŒĂŸt. - Bild: Lars Penning/dpa
  • Das VW-Werk in Emden gilt trotz der Umstellung auf E-MobilitĂ€t als gefĂ€hrdet.  - Bild: Lars Penning/dpa
    Das VW-Werk in Emden gilt trotz der Umstellung auf E-MobilitÀt als gefÀhrdet. - Bild: Lars Penning/dpa
  • VW-Chef Oliver Blume (2. von links) spracht bei der Betriebsversammlung in Emden und musste dann weiter nach Zwickau. - Bild: Lars Penning/dpa
    VW-Chef Oliver Blume (2. von links) spracht bei der Betriebsversammlung in Emden und musste dann weiter nach Zwickau. - Bild: Lars Penning/dpa
VW-Chef Blume wird in Emden mit einem Schriftzug und der Frage nach der Zukunft begrĂŒĂŸt.  - Bild: Lars Penning/dpa Das VW-Werk in Emden gilt trotz der Umstellung auf E-MobilitĂ€t als gefĂ€hrdet.  - Bild: Lars Penning/dpa VW-Chef Oliver Blume (2. von links) spracht bei der Betriebsversammlung in Emden und musste dann weiter nach Zwickau. - Bild: Lars Penning/dpa

VW-Konzernchef Oliver Blume hat bei der Betriebsversammlung am gefĂ€hrdeten Standort Emden spĂŒrbare Einschnitte im Management angekĂŒndigt. Angesichts des Spardrucks schaue man auch dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Blume. «Alle Bereiche mĂŒssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann.» 

Der VW-Boss betonte in Emden die schwierige Wettbewerbslage des Standorts. Die Arbeitskosten lĂ€gen mehr als doppelt so hoch wie an vergleichbaren europĂ€ischen Standorten, auch bei den Fabrikkosten seien andere Werke deutlich gĂŒnstiger, sagte Blume. Das Werk in Ostfriesland gilt als gefĂ€hrdet, weil es noch keine wettbewerbsfĂ€hige Belegung fĂŒr die 2030er Jahre gibt. 

Emden gilt als wichtigster industrieller Arbeitgeber in Ostfriesland 

Mit Blick auf bedrohte Standorte wiederholte Blume, er wolle Werksschließungen vermeiden, bisher gebe es keine BeschlĂŒsse. 

Dass das Werk Emden auf der Kippe stehen soll, hatte ĂŒberrascht, weil dort schon Ende 2024 der letzte Verbrenner vom Band gelaufen war und nach einer Milliardeninvestition ausschließlich E-Autos gebaut werden. In dem Werk arbeiten rund 7.700 BeschĂ€ftigte. Der Standort gilt in Ostfriesland als der wichtigste industrielle Arbeitgeber. 

«Die Welt, auf deren Grundlage wir viele Entscheidungen der vergangenen Jahre getroffen haben, gibt es so nicht mehr», sagte Blume. Es gebe VerĂ€nderungen und deshalb mĂŒsse die Lage immer wieder neu bewertet werden. In Emden seien die Kosten zwar gesenkt, aber eben weiter vergleichsweise hoch. «Das ist kein Vorwurf, es ist die RealitĂ€t, an der wir uns messen lassen mĂŒssen», sagte Blume. 

Nach seiner AnkĂŒndigung, den Sparkurs zu verschĂ€rfen, wird beim grĂ¶ĂŸten Autobauer Europas um Zehntausende zusĂ€tzliche Jobs und vier ganze Standorte gebangt. Neben Emden waren dabei auch Zwickau und Hannover sowie das Werk der Tochter Audi in Neckarsulm in den Fokus geraten. Auch dort fehlt nach Angaben des Vorstands eine wettbewerbsfĂ€hige Belegung. 

Nach Emden sollte Blume weiter nach Zwickau reisen, wo ebenfalls um den Standort gebangt wird. Noch eher als Emden galt die Fabrik dort als Pionier der ElektromobilitĂ€t bei Volkswagen. Seit 2020 werden ausschließlich E-Autos gebaut. Zuletzt sank die Zahl der BeschĂ€ftigten in Zwickau aber schon von rund 11.000 zu Hochzeiten auf aktuell noch etwa 8.000. Mehr als 1.000 weitere Jobs werden in den nĂ€chsten Jahren planmĂ€ĂŸig wegfallen, 2027 soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden. 

Vor Blumes Besuch in Zwickau demonstrierten dort am Werk sowohl VW-Mitarbeiter als auch BeschĂ€ftigte von Zulieferern fĂŒr eine Zukunft des Standorts. «Mama- Hast du in 5 Jahren noch Arbeit?» hieß es auf einem der Plakate, «Vereint fĂŒr unsere Zukunft kĂ€mpfen» auf einem anderen. 

In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert. «Wir waren das einzige deutsche Werk 2025, das die Fabrikkostenziele erreicht hat. Und das werden wir auch 2026.» Die Menschen vor Ort brĂ€uchten eine Perspektive, mahnte er.

Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der GlÀsernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. Dort wird Blume an diesem Donnerstag erwartet. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert. 

An der Autoproduktion hĂ€ngen viele weitere Jobs bei Zulieferern. Das machte Marcel Kuczyk, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Schnellecke Logistics in Glauchau, deutlich. Er war mit mehreren Kollegen ebenfalls ans Werkstor von VW gekommen, um sich fĂŒr dessen Erhalt starkzumachen.

VW-Betriebsrat sieht Vertrauen erschĂŒttert

Der mĂ€chtige Betriebsrat bei Volkswagen hatte sich von den aus seiner Sicht oberflĂ€chlichen Infos des Konzernchefs zu dessen ZukunftsplĂ€nen entrĂŒstet gezeigt und außerordentliche Betriebsversammlungen an insgesamt neun Standorten einberufen. «Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lĂ€sst sich nicht arbeiten», schimpfte Betriebsratschefin Daniela Cavallo beim Auftakt in Wolfsburg. Das Vertrauen insbesondere in den Konzernchef sei beschĂ€digt.

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