Weltpolitik, Parteien

Stegner lobt Schröders Treffen mit Putin als Chance

06.06.2026 - 20:28:14 | dts-nachrichtenagentur.de

WĂ€hrend die Bundesregierung mit grĂ¶ĂŸtmöglicher ZurĂŒckhaltung auf das GesprĂ€ch zwischen Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin in Moskau reagiert, hat der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobende Worte fĂŒr das Treffen gefunden."Egal, was man von Gerhard Schröder hĂ€lt, muss doch jeder anerkennen: Es ist eher eine Chance als ein Risiko, wenn der frĂŒhere Bundeskanzler Schröder mit PrĂ€sident Putin redet", sagte Stegner dem "Tagesspiegel".

Stegner lobt Schröders Treffen mit Putin als Chance
Weltpolitik - Kreml (Archiv) 06.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Er fragte, was ein solches Vier-Augen-GesprĂ€ch schaden solle. Ob es am Ende nĂŒtzen werde, lasse sich heute kaum abschĂ€tzen.

In der "teils großen Erregung ĂŒber Schröder" mĂŒsse man unterscheiden, sagte der Ex-SPD-Vize. Ein VerhandlungsfĂŒhrer fĂŒr den Westen könne Schröder nicht sein. "Aber natĂŒrlich kann er ein Vermittler zu Putin sein." Schröder sei kein aktiver Politiker mehr, er entscheide damit auch nichts.

"Wer in Deutschland hat denn noch ZugĂ€nge zu Putin?", fragte Stegner. Man könne froh sein, dass der Draht zwischen Schröder und Putin noch funktioniere. Er sei sicher: Schröder sei nicht im Kreml gewesen, um Putin zu "diesem schrecklichen Krieg zu gratulieren" oder ihn zu "umschmeicheln". Putin habe bisher kein Kriegsziel erreicht, und er mĂŒsse diesen Krieg beenden.

"Die Empörung der ĂŒblichen VerdĂ€chtigen ĂŒber Schröder" bringe keinen Schritt weiter und helfe auch der Ukraine nicht, sagte Stegner. Es bringe auch nichts, Putin an der Kreml-Mauer zuzurufen, er sei ein Diktator. Stattdessen solle man sich ĂŒber "jeden, wirklich jeden Versuch freuen", wenn ein "Elder Statesman wie Schröder" auf Putin einwirke.

Die Bundesregierung wollte das Treffen zwischen Schröder und Putin auf "Tagesspiegel"-Anfrage nicht kommentieren. Das AuswĂ€rtige Amt teilte dem "Tagesspiegel" auf Nachfrage mit, man sei in die Unterredung zwischen Schröder und Putin nicht eingebunden gewesen. Das BĂŒro Schröders reagierte auf eine "Tagesspiegel"-Anfrage am Samstag zunĂ€chst nicht.

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