VerbÀnde: Licht und Schatten in PlÀnen von Union und SPD
09.03.2025 - 11:02:39 | dpa.de
Union und SPD haben in ihren SondierungsgesprĂ€chen den Rahmen fĂŒr eine mögliche schwarz-rote Bundesregierung abgesteckt. Wie kommen die Ergebnisse bei Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunen und VerbĂ€nden an?
- ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger: «Wir erwarten nachhaltige Sozialversicherungsreformen, die im Sondierungspapier bislang eine Leerstelle sind», erklĂ€rt er. «Es sind keine ambitionierten MaĂnahmen erkennbar, die zur Stabilisierung oder gar zur Senkung der SozialversicherungsbeitrĂ€ge beitragen.» Es mĂŒssten Fehlanreize abgebaut werden, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Mit Blick auf den angepeilten Mindestlohn von 15 Euro in 2026 betont Dulger: «Wir verbitten uns jede Einmischung bei der Festsetzung des Mindestlohns in der zustĂ€ndigen Kommission.»
- Bundesverband der Deutschen Industrie, PrĂ€sident Peter Leibinger: Er meint, das Sondierungsergebnis schaffe SpielrĂ€ume, aber es fehle noch ein Gesamtkonzept. «Zwingend erforderlich fĂŒr die Wirtschaft sind auch eine klare UnterstĂŒtzung fĂŒr GrĂŒnderinnen und GrĂŒnder sowie innovative GeschĂ€ftsmodelle, mehr FreirĂ€ume fĂŒr Unternehmer, mehr Leistungsorientierung im Sozialstaat und mehr Effizienz und Zielgenauigkeit im öffentlichen Dienst», so Leibinger.
- Deutsche Industrie- und Handelskammer, PrĂ€sident Peter Adrian: «Positiv sind die geplanten Entlastungen bei Energiekosten, doch bei steuerlichen Entlastungen und Anreizen fĂŒr Unternehmen bleibt das Papier blass.» So dĂŒrfe der BĂŒrokratieabbau keine Symbolpolitik bleiben. Und: «Jenseits richtiger Korrekturen beim bisherigen BĂŒrgergeld fehlen jegliche Abgaben bremsende Reformen in den sozialen Sicherungssystemen - hier drohen demografiebedingt groĂe Kostensteigerungen.»
- Zentralverband des Deutschen Handwerks, PrÀsident Jörg Dittrich: «Bei den Inhalten ist guter Wille erkennbar, doch das Ziel, zu einer deutlich besseren WettbewerbsfÀhigkeit zu kommen, ist noch lÀngst nicht erreicht.» Es fehle bislang eine Neuausrichtung der sozialen Sicherungssysteme und damit eine Entlastung von Betrieben und BeschÀftigten.
- Verband kommunaler Unternehmen, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingbert Liebing: «Die voraussichtlichen KoalitionĂ€re setzen mit dem Papier wichtige Akzente, unsere Forderung nach VerlĂ€sslichkeit, RealitĂ€tssinn und Investitionen finden wir in vielen Punkten bereits wieder. In den Koalitionsverhandlungen muss dies nun konkretisiert werden.» Liebing begrĂŒĂt unter anderem die geplanten Investitionen in die Infrastruktur und die geplante Senkung der Stromsteuer.
- Bauernverband, PrĂ€sident Joachim Rukwied: Er wertet positiv, dass die Agrardiesel-RĂŒckvergĂŒtung wieder eingefĂŒhrt werden soll. Die angepeilte Anhebung des Mindestlohns auf 15 Euro kritisiert er. «Mit dieser Anhebung wĂ€re die deutsche Landwirtschaft nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig. Dies wĂ€re das Ende fĂŒr den Obst-, GemĂŒse- und Weinanbau in Deutschland. Wir brauchen hier zwingend eine Sonderregelung fĂŒr die Landwirtschaft.»
- Verdi, Vorsitzender Frank Werneke: «Positiv zu bewerten sind insbesondere die Vereinbarungen zur Festschreibung des Rentenniveaus, fĂŒr ein Bundestariftreuegesetz und das Aufzeigen einer Perspektive fĂŒr einen gesetzlichen Mindestlohn von 15 Euro.» Vage bleiben aber seiner Ansicht nach die Aussagen zum öffentlichen Nahverkehr und zum Deutschlandticket, hier brauche es im geplanten Koalitionsvertrag verlĂ€ssliche Finanzierungszusagen. «Gleiches gilt fĂŒr den Bereich Gesundheit und Pflege.»
- StĂ€dte- und Gemeindebund, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer AndrĂ© Berghegger: Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, man erwarte, dass der Bund ĂŒber zehn Jahre eine Milliarde Euro fĂŒr Bunker und Zivilschutzeinrichtungen sowie fĂŒr die StĂ€rkung des Technischen Hilfswerks und von Hilfsorganisationen bereitstelle. Berghegger begrĂŒĂt die PlĂ€ne von Union und SPD zum Thema Migration.
- Verbraucherzentrale, GeschĂ€ftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik, Jutta Gurkmann: Sie hebt positiv hervor, dass die Energiekosten fĂŒr alle sinken sollen. «In den anstehenden Koalitionsverhandlungen mĂŒssen nun die ganz konkreten Alltagssorgen der Menschen auf die Agenda wie die hohen Lebensmittelpreise, aber auch DauerĂ€rger bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.» Das Deutschlandticket mĂŒsse langfristig gesichert und finanziert werden.
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