Wechseljahre, Diskriminierungsschutz

Wechseljahre: Ataman fordert Schutz für elf Millionen Frauen

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes fordert einen offenen Umgang mit Wechseljahren in der Arbeitswelt. Vorgeschlagen werden unter anderem eine nationale Strategie, bessere Gesundheitsversorgung und mehr Schutz vor Benachteiligung.

Ataman drängt auf Maßnahmen gegen Diskriminierung in Wechseljahren
Ferda Ataman (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Empfehlungen für elf Millionen Frauen

  • Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes legte am Dienstag erstmals konkrete Empfehlungen zu den Wechseljahren vor.
  • Etwa elf Millionen Frauen in Deutschland befinden sich in dieser Lebensphase.
  • Jede dritte Betroffene berichtet von starken beruflichen Belastungen.
  • Vorgesehen sind unter anderem eine Nationale Wechseljahres-Strategie und eine Informationskampagne.

Die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, drängt auf Maßnahmen gegen Benachteiligungen in den Wechseljahren. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlichte dazu am Dienstag erstmals konkrete Handlungsempfehlungen für einen diskriminierungsfreien Umgang.

Ataman fordert offenen Umgang

Ataman erklärte, die Wechseljahre müssten aus der „Tabuzone“ geholt werden. Sie seien kein individuelles Problem, das jede Frau allein bewältigen müsse.

Nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle befinden sich etwa elf Millionen Frauen in Deutschland in dieser Lebensphase. Jede dritte von ihnen berichtet von starken beruflichen Belastungen.

Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätze

Ataman forderte eine gute Gesundheitsversorgung und einen offenen, stigmatisierungsfreien Umgang mit den Wechseljahren am Arbeitsplatz. Frauen seien besonders häufig in Schulen, in der Pflege und in der Gastronomie tätig; die Gesellschaft sei auf ihre Leistungen angewiesen.

Zu den Empfehlungen gehören eine bessere Gesundheitsversorgung, die Entwicklung einer Nationalen Wechseljahres-Strategie und die Schaffung wechseljahresfreundlicher Arbeitsplätze. Außerdem soll eine bundesweite Informationskampagne das Thema aus der Tabuzone holen.

Mehr Forschung und stärkerer Schutz

Die Antidiskriminierungsstelle spricht sich zudem für mehr Forschung zu den Wechseljahren aus. Der Diskriminierungsschutz soll gestärkt werden, um Benachteiligungen aufgrund der Wechseljahre zu verhindern.

Die Empfehlungen der Antidiskriminierungsstelle rücken die Wechseljahre aus der ausschließlich gesundheitspolitischen Debatte in den Bereich von Arbeit, Gleichstellung und Teilhabe. Das betrifft nicht nur die individuelle Behandlung von Beschwerden, sondern auch die Frage, ob Beschäftigte ihre Arbeit unter Bedingungen ausüben können, die gesundheitliche Veränderungen berücksichtigen.

Arbeitswelt im Mittelpunkt

Besonders relevant ist der Arbeitsplatz, weil Frauen in der Lebensphase häufig in Berufen mit hoher Präsenz- und Betreuungsanforderung tätig sind. Schulen, Pflege und Gastronomie sind zugleich Bereiche, in denen Hitze, Schichtarbeit, Zeitdruck oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten Beschwerden verstärken können. Wechseljahresfreundliche Arbeitsplätze zielen daher auf praktische Anpassungen und einen offenen Umgang, nicht auf eine Sonderbehandlung.

Eine Nationale Wechseljahres-Strategie könnte Zuständigkeiten zwischen Gesundheitswesen, Arbeitgebern und Politik bündeln. Für Betroffene wären verständliche Informationen, qualifizierte medizinische Beratung und verlässliche Anlaufstellen entscheidend. Arbeitgeber müssten zugleich vermeiden, Wechseljahre pauschal als Leistungsproblem zu behandeln.

Rechtlicher und politischer Ausblick

Die Forderung nach stärkerem Diskriminierungsschutz verweist auf mögliche Benachteiligungen bei Einstellung, Einsatzplanung, Aufstieg oder der Bewertung von Fehlzeiten. Eine Informationskampagne und mehr Forschung könnten dazu beitragen, Beschwerden sichtbarer zu machen und Versorgungslücken genauer zu erfassen. Politisch wird entscheidend sein, ob aus den Empfehlungen verbindliche Standards, ausreichende Finanzierung und überprüfbare Maßnahmen entstehen.

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