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Weil rÀt SPD: Mehr Kontakt mit normalen Menschen suchen

Veröffentlicht: 15.05.2025 um 05:30 Uhr, dpa.de

«Die Summe der Minderheiten ist keine Mehrheit», kritisiert Niedersachsens Noch-MinisterprĂ€sident seine Partei. Einen Generationenwechsel hĂ€lt er fĂŒr richtig – mit einer Ausnahme.

  • Viele Jahre lang war er das prĂ€gende Gesicht der SPD in Niedersachsen: Stephan Weil. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Viele Jahre lang war er das prÀgende Gesicht der SPD in Niedersachsen: Stephan Weil. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • WĂ€hrend Lars Klingbeil neuer Vizekanzler ist, bleibt Saskia Esken ohne Rolle in der neuen Bundesregierung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    WĂ€hrend Lars Klingbeil neuer Vizekanzler ist, bleibt Saskia Esken ohne Rolle in der neuen Bundesregierung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Viele Jahre lang war er das prÀgende Gesicht der SPD in Niedersachsen: Stephan Weil. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa WÀhrend Lars Klingbeil neuer Vizekanzler ist, bleibt Saskia Esken ohne Rolle in der neuen Bundesregierung. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Das schlechte SPD-Ergebnis bei der Bundestagswahl ist fĂŒr Niedersachsens scheidenden MinisterprĂ€sidenten Stephan Weil ein Weckruf. «Mir ist bewusst, dass diese 16 Prozent kein Betriebsunfall sind. Die SPD muss hart arbeiten, um aus diesem Loch wieder herauszukommen», sagte der Regierungschef, der zum kommenden Dienstag seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt hat, der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

«Wir stecken zu viel Energie in interne Diskussionen und zu wenig in unseren Kontakt mit ganz normalen Menschen», kritisierte Weil. «Wir mĂŒssen uns vor allem sehr viel stĂ€rker fragen: Was erwarten die Menschen, fĂŒr die wir Politik machen, von uns? Die Summe der Minderheiten ist keine Mehrheit.» 

Zielgruppe: Menschen, die hart arbeiten und sich an Regeln halten

Als Beispiel nannte Weil das BĂŒrgergeld. Das sei in bester Absicht eingefĂŒhrt worden. «Wir haben aber nicht bedacht, wie es bei Menschen ankommt, die fĂŒr kleines Geld hart arbeiten und feststellen, dass der Abstand zum BĂŒrgergeld nicht wirklich groß ist. Man kann daraus lernen, dass man sich diese Kontrollfrage stellen muss: Wie kommen geplante Entscheidungen an bei den Menschen, die hart arbeiten und sich an die Regeln halten?»

AusdrĂŒcklich mitgemeint seien Rentnerinnen und Rentner, die frĂŒher hart gearbeitet haben, und auch Menschen, die Familienarbeit leisten. Hinter dieser Definition könne sich eine große Mehrheit der Gesellschaft versammeln. «Die SPD ist die Partei der Arbeit. Wir wĂŒrden einen Riesenfehler machen, wenn wir diesen Kern preisgeben wĂŒrden», sagte Weil.

«Es macht keine Freude, sich das einzugestehen»

Die personellen Neuaufstellungen der SPD in Berlin und in Niedersachsen hĂ€lt Weil fĂŒr richtig: «Generationenwechsel heißt, dass die Mitte-60-JĂ€hrigen nicht mehr die Zukunft der SPD sind. Es macht keine Freude, sich das einzugestehen, aber es ist nun mal so.» Deswegen sei es kein Wunder, dass der frĂŒhere Bundestags-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich und Noch-Parteichefin Saskia Esken zu einer Erneuerung beitragen wollten – «und das gilt auch fĂŒr mich».

Auf die Frage, ob es fair sei, dass Parteichef Lars Klingbeil jetzt Vizekanzler sei, wĂ€hrend Co-Chefin Esken ohne Posten dasteht, sagte Weil, Esken habe die Bundestagswahl nicht alleine verloren. «Das haben wir schon alle gemeinsam hinbekommen und ihr das zuzuschieben, wĂ€re abwegig.» Man mĂŒsse sich aber darauf einrichten, dass die Partei vielleicht ein lĂ€ngeres Comeback brauche.

Pistorius als Verteidigungsminister «unverzichtbar»

«Es ist nicht gesagt, dass die SPD in vier Jahren wieder in voller BlĂŒte dasteht», sagte der Chef einer rot-grĂŒnen Landesregierung. «Deswegen ist die SPD gut beraten, Menschen eine Chance zu geben, die noch eine lĂ€ngere aktive Laufzeit haben als Menschen meiner Generation.» 

Ausnahmen bestĂ€tigten diese Regel, sagte Weil – und hob eine hervor: «Das ist Boris Pistorius. Der ist als Verteidigungsminister goldrichtig und unverzichtbar.» Pistorius war unter Weil ĂŒber viele Jahre niedersĂ€chsischer Innenminister.

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