Start fĂŒr neuen QualitĂ€ts-Atlas fĂŒr Kliniken
17.05.2024 - 07:38:40 | dpa.de
Ăber Leistungen und BehandlungsqualitĂ€t der KrankenhĂ€user in Deutschland soll kĂŒnftig auch ein staatliches Vergleichsportal informieren. Dazu stellt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) heute einen neuen «Bundes-Klinik-Atlas» vor.
Patientinnen und Patienten sollen dort verstĂ€ndliche AuskĂŒnfte ĂŒber KrankenhĂ€user in ihrer NĂ€he finden. FĂŒr bundesweit 1700 Standorte sollen Daten zu Fallzahlen abrufbar sein, also zur Behandlungserfahrung, zu FachĂ€rztinnen, FachĂ€rzten und PflegekrĂ€ften sowie zu Komplikationsraten ausgewĂ€hlter Eingriffe.
Kritik von Krankenhausgesellschaft und PatientenschĂŒtzern
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert das Portal als irrefĂŒhrend und ĂŒberflĂŒssig. «Es gibt keinen Bereich im Gesundheitswesen, der in der QualitĂ€t so transparent ist wie die KrankenhĂ€user», sagte DKG-Chef Gerald GaĂ dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Schon seit ĂŒber zwei Jahrzehnten wĂŒrden im online zugĂ€nglichen Deutschen Krankenhausverzeichnis Informationen ĂŒber Personal, Fallzahlen, QualitĂ€tsdaten und Komplikationsraten aufbereitet. Der neue Atlas bringe keine neuen Erkenntnisse, verursache bei den KrankenhĂ€usern aber mehr Aufwand und BĂŒrokratie.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklĂ€rte, sicherlich wollten Menschen ĂŒber das Leistungsangebot und die QualitĂ€t Bescheid wissen. «Doch dem Klinik-Atlas fehlen entscheidende Angaben», sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. «Die QualitĂ€t der Patientensteuerung in der Klinik wird nicht erfasst.» Nach wie vor mangele es an verbindlichen Leitlinien und Bewertungsfaktoren, die die Arbeit am und mit dem Patienten in den Blick nehmen.
Brysch wies zudem darauf hin, dass Ă€ltere Menschen deutlich hĂ€ufiger stationĂ€r versorgt wĂŒrden und betagte Patienten mit Mehrfacherkrankungen mehr Zeit fĂŒr eine gelungene Therapie benötigten. «Die Komplikationsrate ist bei dieser Patientengruppe immer höher als im Durchschnitt.»
Lauterbach will mehr Transparenz
Der Klinik-Atlas soll eine groĂe Reform mit grundlegenden Ănderungen bei der Finanzierung und einheitlichen QualitĂ€tsvorgaben ergĂ€nzen, die das Kabinett auf den Weg gebracht hat. FĂŒr das Transparenzverzeichnis mĂŒssen Kliniken zusĂ€tzliche Daten melden, wie ein dazu beschlossenes Gesetz vorsieht. Die Klinikbranche hatte kĂŒrzlich eine eigene Online-Ăbersicht ausgebaut. Auf dem seit 2002 bestehenden «Deutschen Krankenhaus Verzeichnis» sind nun etwa mehr Suchfunktionen möglich.
Lauterbach hatte mehrfach betont, dass er mehr Transparenz fĂŒr dringend nötig hĂ€lt. So werde etwa ein Drittel der Krebspatienten nicht da behandelt, wo optimale Ergebnisse zu erwarten wĂ€ren. Der neue Atlas soll dabei auch gezielte Vergleiche zwischen Angeboten in einer Region ermöglichen, wie es aus dem Ministerium hieĂ. Dies soll Patientinnen und Patienten, aber auch ihren Ărztinnen und Ărzten bei der Entscheidung fĂŒr eine Klinik helfen. Aufbereitet werden die Daten vom Institut fĂŒr QualitĂ€t und Transparenz im Gesundheitswesen. Es ist beim Gemeinsamen Bundesausschuss von Ărzten, Kliniken und Krankenkassen angesiedelt.
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