Deutschland, Gesundheit

KinderĂ€rzte-PrĂ€sident: Notfall-GebĂŒhr bei unnötigen FĂ€llen

Veröffentlicht am: 07.08.2023 um 03:36 Uhr | dpa.de

Wer bei «Pickeln am Po» den Notdienst nutzt, belaste ohnehin knappe Ressourcen, sagt KinderÀrzte-PrÀsident Fischbach. Ist in solchen FÀllen eine Eigenbeteiligung sinnvoll? Der Vorschlag erntet auch Kritik.

Ein Arzt untersucht im Olgahospital des Klinikums Stuttgart einen kleinen Patienten. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Ein Arzt untersucht im Olgahospital des Klinikums Stuttgart einen kleinen Patienten. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Angesichts knapper Ressourcen in der Notfallversorgung fordert der PrĂ€sident des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach, in bestimmten FĂ€llen eine Eigenbeteiligung fĂŒr Eltern.

«Die Notfallversorgung muss auf NotfĂ€lle konzentriert werden und nicht fĂŒr die Pickel am Po der Kinder, fĂŒr die die Eltern unter der Woche keine Zeit haben und mit denen man dann am Wochenende beim Notdienst aufschlĂ€gt», sagte Fischbach der «Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung». «FĂŒr solche FĂ€lle hielte ich eine Eigenbeteiligung der Versicherten fĂŒr absolut sinnvoll.»

Die knappen Ressourcen wĂŒrden immer wieder von nicht dringend handlungsbedĂŒrftigen FĂ€llen in Anspruch genommen. Er fĂŒgte hinzu: «Bei echten NotfĂ€llen können die Kosten erstattet werden, das ließe sich mit wenig Aufwand umsetzen.»

Krankenhausgesellschaft gegen Notfall-GebĂŒhr

Bei der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) stĂ¶ĂŸt der Vorschlag dagegen auf Ablehnung. «Wir brauchen nicht immer wieder neue VorschlĂ€ge, die finanzielle HĂŒrden vor der Inanspruchnahme einer Notfallversorgung aufbauen», erklĂ€rte DKG-Chef Gerald Gaß. Notwendig sei stattdessen eine funktionierende Patientenberatung und Steuerung, um echte NotfĂ€lle von Bagatellerkrankungen zu unterscheiden.

Der DKG-Vorsitzende Gaß bemĂ€ngelte hingegen, auch lange Wartezeiten bei den niedergelassenen Ärzten wĂŒrden viele Eltern zum Aufsuchen der Notfallstrukturen veranlassen.

Das Bundesgesundheitsministerium Ă€ußert sich derweil zurĂŒckhaltend zu dem Vorschlag. Eine Ministeriumssprecherin verwies auf die VorschlĂ€ge zur Reform der Notfallversorgung, die eine Regierungskommission zu Jahresbeginn vorgelegt hatte. Darin sei eine «StrafgebĂŒhr» nicht vorgesehen, betonte die Sprecherin von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

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