Acht LĂ€nder warnen vor Uniklinik-Risiken durch Kassenreform
10.06.2026 - 13:31:18 | dpa.de
Die Wissenschaftsministerien von acht BundeslĂ€ndern sehen im geplanten Beitragsstabilisierungsgesetz fĂŒr die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erhebliche Risiken fĂŒr die UniversitĂ€tskliniken. Der vorgeschlagene Reformweg drohe die wirtschaftliche Grundlage zentraler Versorgungsstrukturen zu untergraben, hieĂ es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landesminister von Baden-WĂŒrttemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
«Die finanzielle SchwĂ€chung der UniversitĂ€tsmedizin trifft die Gesundheitsversorgung im ganzen Land», sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). «Wer VergĂŒtungen deckelt, obwohl Personal-, Energie- und Sachkosten weiter steigen, verlagert finanzielle Risiken in die Kliniken und letztlich zu den Patientinnen und Patienten. FĂŒr die Spitzenmedizin unserer UniversitĂ€tsklinika ist dieses Risiko besonders kritisch.»
Freitag erste Lesung im Bundestag vorgesehen
Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten wird, sollen die FinanzlĂŒcken in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeglichen werden. Zu den vorgesehenen MaĂnahmen gehören LeistungskĂŒrzungen und striktere Vorgaben fĂŒr Krankenkassen.
Nach Angaben der Ministerien geht es nicht um höhere Belastungen fĂŒr Versicherte, sondern um «tragfĂ€hige Lösungen», die sowohl die FinanzstabilitĂ€t der GKV als auch die LeistungsfĂ€higkeit der Versorgung sichern.
Die LĂ€nder plĂ€dieren stattdessen fĂŒr Anpassungen in der Krankenhausfinanzierung, die Weiterentwicklung des Pflegebudgets und einen konsequenten BĂŒrokratieabbau. Zudem sprechen sich die acht LĂ€nder fĂŒr eine stĂ€rkere Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben aus Steuermitteln aus.
