Xi und Trump: USA verkĂŒnden VerlĂ€ngerung der Zollpause bis Januar
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie US-Regierung hat nach der Ankunft des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping in Washington eine VerlĂ€ngerung der Zollpause mit China um zwei Monate bis zum 10. Januar angekĂŒndigt.
US-Regierung spricht von Busan-Abkommen
Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, beide LĂ€nder hĂ€tten vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlĂ€ngern. Die Aussetzung der hohen zusĂ€tzlichen Zölle sollte ursprĂŒnglich bis zum 10. November gelten.
Eine BestĂ€tigung aus Peking lag zunĂ€chst nicht vor. Das chinesische Handelsministerium beantwortete eine Anfrage nicht; das AuĂenministerium verwies auf die ZustĂ€ndigkeit anderer Stellen.
Mehr Zeit fĂŒr weitere GesprĂ€che
Nach Bessents Angaben gingen der AnkĂŒndigung mehrere Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng voraus. Die VerlĂ€ngerung solle mehr Zeit schaffen, um ĂŒber wirtschaftliche Fragen zu beraten.
Im FrĂŒhjahr 2025 war der Handelskonflikt zwischen den beiden gröĂten Volkswirtschaften eskaliert. Die USA hatten ihre Einfuhrzölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent angehoben, China mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent reagiert und Exportkontrollen fĂŒr strategisch wichtige Rohstoffe verhĂ€ngt.
Seltene Erden bleiben zentraler Streitpunkt
Im Oktober vereinbarten US-PrĂ€sident Donald Trump und Xi im sĂŒdkoreanischen Busan unter anderem, hohe zusĂ€tzliche Zölle vorerst auszusetzen. Eine dauerhafte Einigung gilt als wichtig fĂŒr die Weltwirtschaft, weil Unternehmen in vielen LĂ€ndern ĂŒber AbsatzmĂ€rkte und Lieferketten mit den USA und China verbunden sind.
Die EuropĂ€ische Union ist besonders von möglichen ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden betroffen. Die EU-Handelskammer in China warnte vor erheblichen Folgen fĂŒr die Industrie, sollte China die geplanten Kontrollen umsetzen. Zugleich bleibe die Unsicherheit fĂŒr die Zeit nach dem 10. Januar groĂ.
Xi wirbt fĂŒr stabile Beziehungen
Xi erklĂ€rte in einer schriftlichen, von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten Ansprache, die USA und China sollten Partner und keine Rivalen sein. Er bezeichnete das laufende Jahr als entscheidend fĂŒr die Beziehungen und warb fĂŒr Kooperation, moderaten Wettbewerb und friedliche Lösungen.
Bei den GesprĂ€chen geht es neben Zöllen auch um US-Exportkontrollen fĂŒr Halbleiter und KI-Technik sowie um Chinas Genehmigungen fĂŒr die Ausfuhr seltener Erden. Die US-Regierung wirft Peking vor, Lieferungen nicht zuverlĂ€ssig zu gewĂ€hrleisten; China begrĂŒndet die Kontrollen offiziell mit dem Schutz vor einer militĂ€rischen Nutzung.
Staatsbankett mit fĂŒhrenden Unternehmern
FĂŒr Donnerstag waren ein Empfang im WeiĂen Haus, GesprĂ€che der PrĂ€sidenten und ein Staatsbankett geplant. Erwartet wurden unter anderem Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-GrĂŒnder Jeff Bezos, Apple-Chef Tim Cook, Alphabet-Chef Sundar Pichai und Nvidia-Chef Jensen Huang.
Xi besucht die USA erstmals seit 2023. FĂŒr Freitag waren ein gemeinsamer Tee der PrĂ€sidentenpaare und ein Besuch im US-Nationalarchiv vorgesehen.
Eine Pause, kein Handelsfrieden
Die angekĂŒndigte VerlĂ€ngerung verschiebt den nĂ€chsten entscheidenden Termin im Zollstreit vom 10. November auf den 10. Januar. Sie schafft damit Verhandlungsspielraum, beseitigt aber weder die hohen Sonderzölle noch die grundlegenden Konflikte ĂŒber Technologie, Marktzugang und strategische Rohstoffe.
Der Streit reicht inzwischen weit ĂŒber klassische Handelspolitik hinaus. Washington begrenzt den Zugang Chinas zu leistungsfĂ€higen Chips und KI-Technik; Peking kontrolliert den Export seltener Erden und wichtiger Vorprodukte. Beide Seiten können damit wirtschaftlichen Druck ausĂŒben, riskieren aber zugleich Störungen fĂŒr Unternehmen, die auf grenzĂŒberschreitende Lieferketten angewiesen sind.
Folgen fĂŒr Europa und Deutschland
FĂŒr deutsche Unternehmen ist die Atempause zunĂ€chst ein Signal gegen eine unmittelbare weitere Eskalation. Stabilere Regeln erleichtern Kalkulationen fĂŒr exportorientierte Firmen und reduzieren das Risiko abrupt steigender Beschaffungskosten. Dauerhafte Planungssicherheit entsteht jedoch erst, wenn die Zollregelungen und Exportgenehmigungen verbindlich geregelt sind.
Europa bleibt zudem zwischen den beiden WirtschaftsmĂ€chten unter Druck. Werden chinesische Waren durch US-Zölle stĂ€rker auf den europĂ€ischen Markt gelenkt, kann das den Wettbewerb in einzelnen Branchen verschĂ€rfen. Gleichzeitig ist die europĂ€ische Industrie bei seltenen Erden, Magneten und anderen strategischen Vorprodukten weiterhin auf verlĂ€ssliche Lieferungen angewiesen. Der Januar wird deshalb nicht nur zum nĂ€chsten Termin fĂŒr Washington und Peking, sondern auch zu einem wichtigen PrĂŒfpunkt fĂŒr europĂ€ische Handels- und Industriepolitik.
