Bayern, Deutschland

ZschĂ€pe will Haftentlassung - Anhörung in MĂŒnchen

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 16:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Beate ZschĂ€pe will vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Die Entscheidung liegt beim Oberlandesgericht MĂŒnchen. Dort gab es nun einen Termin.

Beate ZschÀpe will vorzeitig aus der Haft entlassen werden. (Archivbild) - Bild: Tobias Hase/dpa
Beate ZschÀpe will vorzeitig aus der Haft entlassen werden. (Archivbild) - Bild: Tobias Hase/dpa

Die verurteilte Rechtsterroristin Beate ZschĂ€pe will ihre vorzeitige Haftentlassung erreichen - und ist dazu nun vor dem MĂŒnchner Oberlandesgericht (OLG) angehört worden. Es habe am Donnerstag eine mĂŒndliche Anhörung in nicht-öffentlicher Sitzung gegeben, sagte eine OLG-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Dies diene der Vorbereitung einer Entscheidung des Gerichts darĂŒber, wie lange ZschĂ€pe mindestens noch in Haft bleiben muss. Zuvor hatten «MĂŒnchner Merkur» und «tz» darĂŒber berichtet.

ZschĂ€pe war vom OLG MĂŒnchen im Jahr 2018 als MittĂ€terin an der sogenannten NSU-Mordserie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das OLG stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Diese Frist lĂ€uft nach Angaben des Gerichts aber nun im November aus - weil ZschĂ€pe im November 2011 in Untersuchungshaft kam. Deshalb muss das Gericht in KĂŒrze ĂŒber die sogenannte MindestverbĂŒĂŸungsdauer entscheiden.

Der Anhörungstermin habe rund eineinhalb Stunden gedauert, sagte ZschĂ€pes Anwalt Mathias Grasel der dpa am Nachmittag. Er selbst forderte demnach fĂŒr seine Mandantin eine Haftstrafe von insgesamt nicht mehr als 20 Jahren.

ZschÀpe sitzt Haft in Chemnitz ab

ZschĂ€pe sitzt in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in Sachsen, musste also fĂŒr die Anhörung vor Gericht eigens nach MĂŒnchen gebracht werden. Vergangenes Jahr hatte sie ihre Aufnahme in ein Neonazi-Aussteigerprogramm erreicht.

Der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) war eine Terrorzelle, bestehend aus ZschĂ€pe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die von 2000 an unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland verĂŒbte, fĂŒnf davon in Bayern. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende tĂŒrkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verĂŒbten zudem zwei BombenanschlĂ€ge in Köln mit Dutzenden Verletzten. Die beiden töteten sich 2011, um ihrer Festnahme zu entgehen - erst damit war der NSU aufgeflogen. ZschĂ€pe, einzige Überlebende des Trios, wurde als MittĂ€terin verurteilt, auch wenn es bis heute keinen Beweis gibt, dass sie selbst an einem Tatort war.

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