Zuckersteuer: Koalition beschlieĂt zwei SĂ€tze ab Juli 2027
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 21:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSteuersÀtze und Einnahmen ab 2027
- Ab 1. Juli 2027 gelten fĂŒr zuckergesĂŒĂte GetrĂ€nke zwei SteuersĂ€tze.
- Bei mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter werden 26 Cent je Liter fÀllig.
- Ab 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter steigt der Satz auf 32 Cent je Liter.
- FĂŒr 2027 rechnet der Bund mit Einnahmen von 690 Millionen Euro.
Die schwarz-rote Koalition hat sich endgĂŒltig auf die EinfĂŒhrung einer zweistufigen Zuckersteuer geeinigt. Die Regelung soll fĂŒr zuckergesĂŒĂte GetrĂ€nke gelten und ab dem 1. Juli 2027 Einnahmen fĂŒr den Bund bringen.
Ausnahmen fĂŒr kleinere Hersteller
Hersteller mit einer Jahresproduktion von weniger als einer Million Litern gezuckerter GetrĂ€nke sollen von der Steuer ausgenommen werden. Damit soll nach der Vorlage zusĂ€tzlicher bĂŒrokratischer Aufwand fĂŒr kleine unabhĂ€ngige Produzenten vermieden werden.
FĂŒr GetrĂ€nke mit einem Zuckergehalt ab 5 Gramm pro 100 Milliliter ist ein Steuersatz von 26 Cent pro Liter vorgesehen. Ab einem Gehalt von 8 Gramm pro 100 Milliliter gilt ein Satz von 32 Cent pro Liter.
Koalition folgt Regierungskommission
Die Einigung entspricht dem Vorschlag der Regierungskommission Gesundheit. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuvor einen dreistufigen Tarif mit einem höheren Satz vorgeschlagen.
Dieser Vorschlag wurde vom Kanzleramt gestoppt. FĂŒr 2028 sind aus der Zuckersteuer Einnahmen von 925 Millionen Euro eingeplant, danach jeweils rund 880 Millionen Euro.
Die geplante Abgabe setzt an der Rezeptur von ErfrischungsgetrĂ€nken an: Je höher der Zuckergehalt, desto höher fĂ€llt der Steuersatz aus. Damit verbindet die Koalition ein gesundheitspolitisches Lenkungsziel mit zusĂ€tzlichen Einnahmen fĂŒr den Bundeshaushalt.
Die Schwellenwerte von 5 und 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter schaffen einen abgestuften Anreiz fĂŒr Hersteller, Rezepturen zu verĂ€ndern. FĂŒr Verbraucher könnte sich der Effekt ĂŒber Preise, kleinere Packungen oder ein breiteres Angebot zuckerreduzierter GetrĂ€nke zeigen. Die Ausnahme fĂŒr kleinere Produzenten soll verhindern, dass der Verwaltungsaufwand gerade unabhĂ€ngige Hersteller unverhĂ€ltnismĂ€Ăig trifft.
Politischer Streit ĂŒber den Kurs
Die Einigung beendet den Streit ĂŒber die Ausgestaltung innerhalb der Koalition zunĂ€chst zugunsten eines zweistufigen Modells. Zuvor hatten neun Agrar- und Verbraucherschutzminister von CDU und CSU in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gegen die Abgabe argumentiert und auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung verwiesen.
FĂŒr den Bund entsteht zugleich eine kalkulierbare Einnahmequelle: Nach den Planungen steigen die erwarteten Einnahmen von 690 Millionen Euro im Jahr 2027 auf 925 Millionen Euro 2028. Danach werden jĂ€hrlich rund 880 Millionen Euro veranschlagt. Entscheidend fĂŒr die praktische Wirkung wird sein, ob Hersteller die Abgabe ĂŒberwiegend in Preise einrechnen oder den Zuckergehalt ihrer Produkte senken.
