Wieder Silber: Berlin verpasst erneut Königsklassen-Titel
14.06.2026 - 20:25:14 | dpa.deSeine Silbermedaille nahm Mathias Gidsel schon kurz nach der Ehrung wieder ab. Zu groß war beim Welthandballer und seinen Handball-Kollegen der Füchse Berlin die Enttäuschung nach dem erneut geplatzten Traum vom Gewinn der Champions League. Während der FC Barcelona mit dem 37:34 (20:16) gegen den Hauptstadt-Club ausgelassen seinen 13. Triumph in der Königsklasse feierte, müssen die Berliner in der kommenden Saison einen erneuten Anlauf auf den ersehnten Titel nehmen. Trotz einer starken Aufholjagd reichte es für die Füchse auch bei ihrer zweiten Endspielteilnahme wieder nur zu Platz zwei.
«Ich bin leer, körperlich und emotional», sagte Gidsel, der als bester Torschütze der Königsklasse ausgezeichnet wurde, bei DAZN. «Das tut extrem weh. Wir haben alles probiert und gekämpft, deswegen stehen wir hier auch alle und sind leer.»
Während der dänische Olympiasieger, Welt- und Europameister in der ersten Halbzeit nicht so zündete, schlugen die Katalanen mit einer nahezu perfekten Vorstellung in den ersten 30 Minuten die Füchse mit ihren eigenen Mitteln. Zudem lief Gidsels dänischer Auswahlkollege Emil Nielsen wieder mal zur Höchstform auf. «Er ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt», so Gidsel.
Anlauf in neuer Saison
Bereits im Vorjahr hatten die Füchse im rein deutschen Finale gegen den SC Magdeburg den Gewinn von Europas Handball-Krone verpasst. In diesem Jahr hatten sie den Erzrivalen aus der Elbestadt in einem offensiv hochklassigen Halbfinale am Samstag besiegt. Bester Berliner Werfer beim Finale war vor der stimmungsvollen Rekordkulisse von 20.122 Zuschauern in der Kölner Arena Gidsel mit acht Toren.
«Es tut mega weh jetzt. Aber wir kommen definitiv zurück», sagte Füchse-Coach Nicolej Krickau. Man sei insgesamt zufrieden mit der Saison, auch wenn man das letzte große Ziel nicht erreicht habe. «Wenn wir nächstes Jahr wieder hier in Köln sind, sind wir bereit, unsere Chance zu nutzen.»
Scheidender Milosavljev hält Füchse im Spiel
Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches Endspiel, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Dank mehrerer starker Paraden von Barcelonas Torhüter Emil Nielsen erspielten sich die Spanier nach zehn Minuten beim Stand von 8:5 erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung. Doch auch Berlins Schlussmann Dejan Milosavljev, der die Füchse nach sieben Jahren in Richtung Polen verlässt, überzeugte in seinem letzten Einsatz mehrfach.
Auch dank der Paraden des serbischen Nationaltorhüters konnten die in Neongrün spielenden Füchse in einer Phase mit vielen technischen Fehlern auf 8:9 verkürzen, ehe sich Barça schnell wieder absetzen und sogar auf 14:9 davonziehen konnte. Welthandballer Gidsel blieb zunächst blass und traf erst nach 25 Minuten zum 12:16. Weil die Katalanen deutlich konsequenter abschlossen, ging Berlin mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Pause.
Berlin kommt ran, Barcelona antwortet
Nach dem Seitenwechsel brachte der ebenfalls scheidende Lasse Andersson, der nach sechs Jahren in seine dänische Heimat zurückkehrt, die Füchse bis auf zwei Tore heran. Doch Barcelona fand schnell zurück in seinen Rhythmus, setzte sich mit einem 4:0-Lauf auf 25:19 ab und blieb dank eines stark parierenden Nielsen dominant. Nach einer Roten Karte für ein Foul von Ludovic Fabregas an Gidsel verkürzte Berlin per Siebenmeter auf drei Tore.
Doch Barcelona um Kapitän Dika Mem, der nach seinem Vertragsende ab der Saison 2027/28 für Berlin auflaufen wird, strauchelte nur kurz, als die Füchse beim 30:32 noch einmal auf zwei Tore herankamen. Am Ende behielten die Katalanen die Nerven, blieben im Abschluss konsequent und verhinderten damit den zehnten Triumph einer deutschen Mannschaft in der Königsklasse.
Meister Magdeburg gewinnt Bronze
Der Vorjahressieger und deutsche Meister Magdeburg konnte sich im Spiel um Platz drei klar mit 32:26 (17:11) gegen den dänischen Club Aalborg Handbold um den deutschen Nationalspieler Juri Knorr durchsetzten und noch Bronze bejubeln. Barcelona hatte sich am Samstagabend im zweiten Halbfinale erst in der Verlängerung gegen den dänischen Meister und Pokalsieger den Finaleinzug gesichert.
