Falsche Polizisten erbeuten in Nordrhein-Westfalen 11,2 Millionen Euro
16.01.2020 - 08:21:27 | ad-hoc-news.de
Die Betrugsmasche âAmtstrĂ€ger und falscher Polizistâ ist derzeit bundesweit festzustellen, gehĂ€uft werden seit dem spĂ€ten Herbst 2019 FĂ€lle in Bayern gemeldet. In Nordrhein-Westfalen zĂ€hlte das Landeskriminalamt in den ersten drei 2019er Quartalen 284 vollendete Straftaten. Das berichtet im Januar 2020 die Rheinische Post. Die Polizei in NRW hat umfangreiche PrĂ€ventionsmaĂnahmen eingeleitet â dennoch hielten sich die Fallzahlen im Jahr 2019 auf einem hohen Niveau. Das geht aus einem Vergleich mit dem Jahr 2018 hervor, fĂŒr das insgesamt 289 Vollendungen in Nordrhein-Westfalen gezĂ€hlt wurden. Der Sachschaden fĂŒr das ganze Jahr lag bei rund 12,4 Millionen Euro und damit nur unwesentlich ĂŒber dem der ersten drei Quartale 2019. Ein LKA-Sprecher verwies zudem darauf, dass es sich nur um die registrierten FĂ€lle handele, also das sogenannte Hellfeld. Die Dunkelziffer schĂ€tzen die Beamten des einwohnerstĂ€rksten deutschen Bundeslandes als mindestens ebenso hoch ein. GrundsĂ€tzlich basiert die Betrugsmasche auf der telefonischen Ansprache von BĂŒrgern, denen vorgegaukelt wird, wegen eines Raubzuges mĂŒsse man Bargeld und WertgegenstĂ€nde in Sicherheit bringen. Ein Beamter kĂ€me gleich vorbei, wĂŒrde alles in Empfang nehmen und im Safe der Behörde lagern. Die bevorzugten Opfer sind Senioren. Ein Spezialfall des Seniorenbetruges ist wiederum der sogenannte Enkeltrick, bei dem sich jemand bei einer Ă€lteren Person als vergessener Enkel ausgibt und um finanzielle Hilfe bittet. Auch hier sind und bleiben die Fallzahlen hoch: In NRW zĂ€hlte man bis Ende September 2019 allein 160 Opfer des Enkelbetruges. Der Schaden lag hier bei 2,4 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2018 waren drei Millionen Euro bei 210 Opfern gewesen. Bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen wurden 2018 insgesamt 2.824 Taten angezeigt. 2.614 Mal hatten die TĂ€ter allerdings keinen Erfolg, nur in 210 FĂ€llen kam es zur Vollendung des Betruges, so der LKA-Sprecher. Der Enkeltrick ist inzwischen recht bekannt und wirkt nicht mehr so gut, daher stiegen die Kriminellen nun auf den Polizisten um. Ein Fall aus Dortmund erregte besonders viel Aufsehen: Am 20. Dezember 2019 hatte ein Rentner den BetrĂŒgern dort 41.000 Euro in bar ĂŒbergeben. In diesem Fall wandte der TĂ€ter wiederum den Enkeltrick an.
Die nordrhein-westfÀlische Polizeigewerkschaft sieht auch die Banken in der Pflicht. Wenn eine Àltere Person so viel Geld am Schalter abhebe, solle man sie in ein GesprÀch verwickeln und nötigenfalls auf einen möglichen Betrug hinweisen, so die Beamten.
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