ZOLL-F: ZFA Frankfurt am Main stellt Jahresbilanz 2025 vor Erfolgreiche Ermittlungen gegen schwere und organisierte ZollkriminalitÀt
01.06.2026 - 10:52:41 | presseportal.de
Im Jahr 2025 leiteten die Ermittlerinnen und Ermittler des ZFA Frankfurt am Main insgesamt 1.948 neue Ermittlungsverfahren gegen 2.189 TatverdĂ€chtige ein. Im Rahmen der Verfahren wurden unter anderem 154 Personen vorlĂ€ufig festgenommen, 109 Haftbefehle und 345 DurchsuchungsbeschlĂŒsse vollstreckt sowie Freiheitsstrafen von 343 Jahren erwirkt. DarĂŒber hinaus konnten Vermögenswerte in Höhe von rund 13,3 Millionen Euro gesichert und Geldstrafen in Höhe von 416.443 Euro verhĂ€ngt werden.
Schwerpunkt RauschgiftkriminalitÀt
Die BekÀmpfung des internationalen BetÀubungsmittelschmuggels bildete auch 2025 einen Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit. Insbesondere bei synthetischem Rauschgift und Cannabisprodukten verzeichnete das ZFA Frankfurt am Main erneut steigende Sicherstellungsmengen.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen insbesondere die Sicherstellungen von Amphetamin (194 kg auf 239 kg), LSD (17.269 auf 69.600 St.), Crystal Meth (113 kg auf 719 kg) und weiteren Amphetaminderivaten (17 kg auf 214 Kg) an. Bei Haschisch (88 kg auf 1.359 kg) und Marihuana (3.571 kg auf 8.434 kg) vervielfachten sich die Sicherstellungsmengen. "Entgegen der irrigen Annahme bleibt die Einfuhr, Durchfuhr und Ausfuhr von Cannabis trotz Teillegalisierung nach wie vor verboten und wird strafrechtlich verfolgt", erklÀrt Dr. Nicole Siebert, Leiterin des ZFA Frankfurt am Main.
Besonders hervorzuheben ist die bislang gröĂte bekannte Sicherstellung von Crystal Meth im Luftfrachtverkehr in Deutschland. Ermittlerinnen und Ermittler des ZFA Frankfurt am Main beschlagnahmten am Frankfurter Flughafen rund 160 Kilogramm kristallines Methamphetamin, welches in einer Maschine zur Herstellung von Pflastersteinen professionell versteckt war. Durch die internationale polizeiliche Zusammenarbeit konnten vier TatverdĂ€chtige in den Niederlanden festgenommen werden (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z31_sicherstellung_flugverkehr_zfaffm.html).
Im Rahmen eines weiteren Ermittlungsverfahrens der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Hessen stellten die EinsatzkrĂ€fte rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin sowie 186 Liter Codein sicher. Drei TatverdĂ€chtige wurden festgenommen (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z21_cannabis_zfaffm.html). DarĂŒber hinaus gelang es Zollfahnderinnen und Zollfahndern im Sommer 2025, rund 432 Kilogramm Haschisch in einem aus Spanien kommenden Lastkraftwagen aufzuspĂŒren. Zwei TatverdĂ€chtige wurden vorlĂ€ufig festgenommen (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z23_haschisch_zfaffm.html).
"Der internationale Rauschgifthandel nutzt globale Lieferketten und Verschleierungsmöglichkeiten mit hoher ProfessionalitÀt. Gleichzeitig zeigen unsere Ermittlungen immer wieder, dass auch professionell organisierte Strukturen und vermeintlich sichere TatmodalitÀten Schwachstellen haben", konstatiert Dr. Nicole Siebert.
So konnte die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des ZFA Frankfurt am Main und des LKA Rheinland-Pfalz eine mutmaĂliche kriminelle Gruppierung zerschlagen, die im groĂen Stil unerlaubt Rauschgift und verschreibungspflichtige Arzneimittel ĂŒber das Darknet handelte. Hierbei wurden Onlineverkaufsplattformen fĂŒr inkriminierte Waren in Finnland und GroĂbritannien erfolgreich gesichert und Beweismittel beschlagnahmt. Die EinsatzmaĂnahmen waren Teil einer von Europol koordinierten internationalen Operation gegen den Handel mit gefĂ€lschten Arzneimitteln (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z06_darknetdealer_zfaffm.html).
VerbrauchsteuerkriminalitÀt weiterhin auf hohem Niveau
Auch die BekĂ€mpfung der VerbrauchsteuerkriminalitĂ€t, und damit letztlich der Einsatz gegen Steuerhinterziehung an der Allgemeinheit, blieb 2025 ein wesentlicher Bestandteil der Ermittlungsarbeit. Insbesondere beim Schmuggel unversteuerter Zigaretten und Tabakwaren konnten erneut hohe Sicherstellungen getĂ€tigt werden. Im Jahr 2025 stellte das ZFA Frankfurt am Main insgesamt rund 9 Millionen unversteuerte Zigaretten sicher. DarĂŒber hinaus beschlagnahmten die Ermittlerinnen und Ermittler ĂŒber 15.000 Liter sogenannter unversteuerter Tabaksubstitute, die vorwiegend als Liquids in E-Zigaretten konsumiert werden.
Im Rahmen verschiedener Ermittlungsverfahren wurden illegale LagerstĂ€tten, z. T. in Garagen oder GeschĂ€ftsrĂ€umen identifiziert und ausgehoben, eine illegale Herstellungsanlage fĂŒr unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt sowie mutmaĂlich gefĂ€lschte und unversteuerte Tabakwaren sichergestellt werden (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Zigaretten/2025/z12_illegale_tabakherstellungsanlage_zfaf.html).
Verbotene und beschrÀnkte Waren im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit lag auf der BekĂ€mpfung des illegalen Handels mit verbotenen und beschrĂ€nkten Waren. Hierzu zĂ€hlen insbesondere illegale Waffen und Pyrotechnik, gefĂ€lschte oder nicht zugelassene Arznei- und Dopingmittel sowie VerstöĂe gegen artenschutzrechtliche und markenschutzrechtliche Vorschriften. Insbesondere im Bereich der illegalen Pyrotechnik gelang den Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahndern 2025 ein gröĂerer Ermittlungserfolg gegen den illegalen Handel mit pyrotechnischen GegenstĂ€nden.
Im Kreis GroĂ-Gerau wurden im Rahmen von DurchsuchungsmaĂnahmen ĂŒber eine halbe Tonne illegaler Pyrotechnik sichergestellt. Darunter befanden sich unter anderem 582 Kugel- und Zylinderbomben mit einer Nettoexplosivstoffmasse von rund 145 Kilogramm (https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Sonstiges/2025/z92_pyrotechnik_zfa_ffm.html).
Auch im Bereich illegaler Arznei- und Dopingmittel fĂŒhrten die Ermittlungen erneut zu umfangreichen Sicherstellungen, wie bspw. 3 Tonnen gefĂ€lschtem Arzneimittelpulver sowie rund 48.400 illegalen Arzneitabletten und rund 25.000 DopingmittelprĂ€paraten. DarĂŒber hinaus verfolgte das ZFA Frankfurt am Main VerstöĂe gegen Artenschutzbestimmungen konsequent und zog knapp 600 StĂŒck verbotene Waffen aus dem Verkehr.
"Illegale Pyrotechnik, Waffen oder gefĂ€lschte Arzneimittel, die unerlaubt in das Bundesgebiet eingefĂŒhrt werden, bergen erhebliche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Hinter diesen Deliktsbereichen stehen hĂ€ufig professionell organisierte TĂ€terstrukturen, die hohe Gewinne erzielen und einen möglichen Schaden an den Menschen bewusst in Kauf nehmen", so Dr. Nicole Siebert.
Finanzermittlungen und Vermögensabschöpfung
Parallel zu den klassischen strafprozessualen MaĂnahmen kommen die BekĂ€mpfung der GeldwĂ€sche, Finanzermittlungen und Vermögensabschöpfungen bei den Ermittlungen des ZFA Frankfurt am Main zum Einsatz. "Ziel ist es, TĂ€tergruppierungen nicht nur strafrechtlich zu verfolgen, sondern ihnen zugleich die wirtschaftliche Grundlage und den finanziellen Anreiz ihrer kriminellen AktivitĂ€ten zu entziehen. Daher richtet sich unser Fokus auch auf die finanziellen Strukturen hinter den Taten", so die Leiterin des ZFA Frankfurt am Main.
Zusatzinformationen
Ein Auszug aus der Bilanz 2025 ist der Pressemitteilung beigefĂŒgt.
Das Zollfahndungsamt (ZFA) Frankfurt am Main ist mit seinen ĂŒber 340 BeschĂ€ftigten eines von insgesamt acht ZollfahndungsĂ€mtern bundesweit und ist dem Zollkriminalamt als Teil der Generalzolldirektion nachgeordnet. Aufgabe des ZFA Frankfurt am Main ist die BekĂ€mpfung der schweren und organisierten ZollkriminalitĂ€t. Insbesondere in den Deliktsbereichen der grenzĂŒberschreitenden Zigaretten- und BetĂ€ubungsmittelkriminalitĂ€t, der Waffen- und SprengstoffkriminalitĂ€t, der Produktpiraterie, dem Arznei- und Dopingmittelschmuggel, bei VerstöĂen gegen den Artenschutz sowie bei der Hinterziehung von Einfuhrabgaben und GeldwĂ€schedelikten werden die Frankfurter Zollfahnderinnen und Zollfahnder tĂ€tig. Mit den weiteren Dienstsitzen in Kaiserslautern und Kassel ist das ZFA Frankfurt am Main unter anderem fĂŒr die BundeslĂ€nder Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen örtlich zustĂ€ndig. Hinzu kommen weitere Landkreise bzw. Gemeinden der BundeslĂ€nder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie der Freistaaten ThĂŒringen und Bayern. Vier Gemeinsame Ermittlungsgruppen Rauschgift (GER) mit Sitz beim PolizeiprĂ€sidium in Frankfurt am Main, den LandeskriminalĂ€mtern in Wiesbaden und Mainz sowie der Landespolizeidirektion Saarland, drei Gemeinsame Finanzermittlungsgruppen (GFG) in Wiesbaden, Mainz und SaarbrĂŒcken sowie der Lage- und Informationsdienst (LID) in SaarbrĂŒcken komplettieren das ZFA Frankfurt am Main.
RĂŒckfragen bitte an:
Zollfahndungsamt Frankfurt am Main
Pressesprecherin
Carina Orth
Telefon: 069/50775-133
E-Mail: presse@zfaf.bund.de
www.zoll.de
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