Kreis Steinfurt, Kriminalstatistik 2025: Mehr Straftaten aufgeklÀrt, GefÀhrdung erneut unter dem Landesdurchschnitt
Veröffentlicht am: 02.03.2026 um 13:20 Uhr | presseportal.de
Insgesamt wurden 25.862 Straftaten registriert. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg von 1,28 Prozent - oder in realen Zahlen um 327 FĂ€lle. "Man muss jedoch klar festhalten: Dies ist nur ein geringer Anstieg. Insgesamt liegt die Anzahl der Straftaten auf dem Niveau der Vorjahre", erklĂ€rt Kriminaldirektor Stefan MĂŒhlbauer, Leiter der Direktion KriminalitĂ€t.
HĂ€ufigkeitszahl weiter gesunken
Das Risiko, im Kreis Steinfurt Opfer eines Verbrechens zu werden, liegt statistisch - wie bereits im Vorjahr - unter dem landesweiten Durchschnitt. Dies drĂŒckt sich in der sogenannten HĂ€ufigkeitszahl aus. Diese ist im Vergleich zu 2024 sogar weiter gesunken. "Das ist eine sehr beruhigende Entwicklung in Zeiten steigender Herausforderungen, die wir alle spĂŒren", sagt Landrat und Behördenleiter Dr. Martin Sommer. "Wir können uns erneut vor Augen halten: Wir leben nicht nur in einem schönen, sondern auch sicheren Landkreis. Und unsere Polizei arbeitet tĂ€glich daran, diese Sicherheit zu schĂŒtzen und weiter auszubauen."
RĂŒckgang bei den TaschendiebstĂ€hlen
Sehr positiv entwickelt hat sich die AufklĂ€rung von Straftaten. Die sogenannte AufklĂ€rungsquote stieg von 52,18 Prozent auf 53,77 Prozent. Demnach wird weiterhin mehr als jede zweite Straftat aufgeklĂ€rt. Stefan MĂŒhlbauer: "Damit liegen wir in der Kreispolizeibehörde in einem sehr guten Bereich. Und darauf können wir stolz sein."
Dem schlieĂt sich auch Dr. Martin Sommer an. "Wir sehen erneut, dass die Kreispolizeibehörde eine gute und erfolgreiche Ermittlungsarbeit leistet. Hinzu kommen prĂ€ventive MaĂnahmen, die ebenfalls zu einem Erfolg beitragen, der auch messbar ist." Ein Beispiel hierfĂŒr sind die Zahlen im Bereich der TaschendiebstĂ€hle, die im vergangenen Jahr zurĂŒckgegangen sind. 2025 hat es 405 solcher DiebstĂ€hle gegeben, 2024 verzeichnete die Polizei Steinfurt 497 TaschendiebstĂ€hle.
Einen RĂŒckgang bei den Fallzahlen verzeichnet die Kreispolizeibehörde auĂerdem bei der hĂ€uslichen Gewalt. Einen deutlichen Anstieg gibt es hingegen im Bereich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.
Wichtige KriminalitÀtsfelder im Einzelnen:
Straftaten im öffentlichen Raum
Unter den Bereich Straftaten im öffentlichen Raum fallen unter anderem Teile der Sexualdelikte, Raubdelikte, Körperverletzungsdelikte, Diebstahl an, aus und von Kraftfahrzeugen, Taschen- und Fahrraddiebstahl sowie verschiedene Delikte der SachbeschÀdigung.
Die Fallzahlen der Straftaten im öffentlichen Raum sind in 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 239 FĂ€lle (-3,94 Prozent) erneut zurĂŒckgegangen. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 20,38 Prozent und ist damit im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gestiegen (16,35 Prozent).
Damit sind die Fallzahlen, mit Ausnahme des Jahres 2019 und des Corona-Jahres 2021, auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.
Gewaltdelikte
Zu GewaltkriminalitÀt zÀhlen unter anderem folgende Straftaten: Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub, rÀuberische Erpressung, Körperverletzung mit Todesfolge, gefÀhrliche und schwere Körperverletzung, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme. Die Fallzahlen der GewaltkriminalitÀt sind im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 36 FÀlle (+4,65 Prozent) gestiegen.
Die AufklÀrungsquote liegt auf einem hohen Niveau, das noch ausgebaut werden konnte - bei 85,33 Prozent (82,58 Prozent im Vorjahr). Der Anteil der Gewaltdelikte an der GesamtkriminalitÀt betrÀgt 3,14 Prozent.
HĂ€usliche Gewalt
Die Fallzahlen im PhĂ€nomenbereich HĂ€usliche Gewalt stiegen im Kreis Steinfurt seit 2020 kontinuierlich an. 2025 gingen sie erstmals wieder zurĂŒck. Dennoch liegen die Zahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. DafĂŒr kann es mehrere GrĂŒnde geben: Die stetige Aufhellung des groĂen Dunkelfelds, mehr GeschĂ€digte, die Anzeige erstatten, und die konsequente Umsetzung des Handlungskonzepts gegen hĂ€usliche Gewalt.
HÀusliche Gewalt wird angenommen, wenn es in einer hÀuslichen Gemeinschaft, die entweder noch besteht, sich in der der Auflösung befindet oder seit einiger Zeit aufgelöst ist, zur Gewaltanwendung kommt. Die Kreispolizei Steinfurt hat dieses PhÀnomen verstÀrkt in den Fokus genommen und in der Behördenstrategie verankert.
Diebstahl
Diebstahlsdelikte machen knapp 36 Prozent der GesamtkriminalitĂ€t aus. 2025 wurden im Kreis Steinfurt trotz eines RĂŒckgangs 9211 FĂ€lle (2024: 9432 FĂ€lle) registriert. Diese verursachten einen Gesamtschaden von rund 12,3 Millionen Euro.
Diebstahldelikte gehören zu den schwer aufklÀrbaren Delikten. Die AufklÀrungsquote lag 2025 bei 27,75 Prozent. Einigen Erscheinungsformen der DiebstahlskriminalitÀt wurde erfolgreich mit der Einrichtung von Ermittlungskommissionen begegnet.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist mit 786 Taten im Vergleich zum Vorjahr (598 Delikte) deutlich gestiegen. Die AufklÀrungsquote betrÀgt 89,82 Prozent (Vorjahr: 87,63 Prozent) und konnte damit gesteigert werden.
Der Anstieg bei der Zahl dieser Straftaten resultiert vorwiegend aus den gestiegenen Fallzahlen im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinder- und Jugendpornografie. Die Fallzahlen in den Deliktsbereichen Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern verzeichnen ebenfalls Zunahmen.
"Erfolgreiche KriminalitÀtsbekÀmpfung"
"Weniger DiebstĂ€hle, weniger Straftaten im öffentlichen Raum und weniger FĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt: Dies sind gute Nachrichten. Die Zahlen zeigen, dass die KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung im Kreis Steinfurt erfolgreich ist", bilanziert Landrat Dr. Martin Sommer. "Leider gibt es in anderen Bereichen Anstiege. Diesen Entwicklungen wird die Kreispolizei auch in Zukunft gezielt begegnen und gegensteuern. Darauf können sich die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger im Kreis Steinfurt verlassen."
Die gesamte Bilanz ist im Internet auf der Homepage der Kreispolizeibehörde Steinfurt zu finden: https://steinfurt.polizei.nrw/artikel/kriminalstatistiken
Fragen zu den Zahlen auf örtlicher Ebene beantworten wie bereits in der Vergangenheit die Kommissariatsleiterinnen und Kommissariatsleiter der regionalen Kriminalkommissariate. FĂŒr Fragen zu den kreisweiten Zahlen ist Stefan MĂŒhlbauer, Direktionsleiter KriminalitĂ€t, telefonisch zu erreichen: 02551/15-5000.
RĂŒckfragen bitte an:
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