Zugverkehr, Straßenverkehr

Neuer Höchststand bei UnfĂ€llen an BahnĂŒbergĂ€ngen erwartet

16.09.2025 - 11:40:51 | dts-nachrichtenagentur.de

Bei UnfĂ€llen an BahnĂŒbergĂ€ngen wird in Deutschland 2025 ein neuer Höchststand erwartet.

Schienen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Schienen (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Zahl der Todesopfer und Verletzten liegt bereits jetzt ĂŒber dem Niveau der jeweils beiden Vorjahre, wie eine Auswertung des NDR von Daten der Bundesstelle fĂŒr Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) ergab. Demnach starben bis Ende August auf bundeseigenen Strecken 36 Menschen bei UnfĂ€llen an ÜbergĂ€ngen, 188 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der BahnĂŒbergĂ€nge ist nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) seit 2010 um knapp ein FĂŒnftel gesunken, zuletzt wurden nur noch wenige ÜbergĂ€nge abgebaut. "Jeder Unfall, jeder Verletzte und auch jeder Tote ist einer zu viel. Wir werden uns nicht daran gewöhnen, dass solche UnfĂ€lle passieren", sagte DB-Sprecher Achim Stauß dem NDR und Ă€ußerte sich zuversichtlich, dass die Bahn zusammen mit Bund, LĂ€ndern und Kommunen die Zahl der BahnĂŒbergĂ€nge weiter reduzieren könne. Stauß rĂ€umte aber ein, dass der RĂŒckgang an ÜbergĂ€ngen inzwischen stagniere.

"NatĂŒrlich hat man in der Vergangenheit am ehesten die BahnĂŒbergĂ€nge angefasst, die relativ einfach durch BrĂŒcken oder Tunnel zu ersetzen waren. Und jetzt kommen die schwereren FĂ€lle, die auch schwieriger zu finanzieren sind. Denn finanziell sind immer Partner mit im Boot und da muss man gemeinsam zu einer Lösung kommen." BahnĂŒbergĂ€nge sind die unfalltrĂ€chtigsten Stellen im Zugverkehr. Nach den jĂŒngsten Zahlen fĂŒr 2023 gab es 15.820 im DB-Netz. Tote und Verletzte sind hĂ€ufig, weil Straßenfahrzeuge, FußgĂ€nger und ZĂŒge beteiligt sind. Seit den 1950er-Jahren ist die Zahl der BahnĂŒbergĂ€nge vor allem durch Streckenstilllegungen und -verkauf zwar um etwa die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen und die Zahl der Opfer deutlich gesunken, doch seit etwa zehn Jahren stagniert die Entwicklung. Der Experte Eric Schöne von der TU Dresden kann an den bestehenden BahnĂŒbergĂ€ngen "keine Verbesserungen der Sicherheit" erkennen. "Man sollte dort schon mehr Geld und mehr Zeit hineinstecken, um einerseits mehr BahnĂŒbergĂ€nge zu beseitigen, vor allem aber auch die BahnĂŒbergĂ€nge zu beseitigen, die problematisch sind. Der zweite Punkt ist, dass mehr BahnĂŒbergĂ€nge technisch gesichert werden sollten. Der dritte Punkt ist, dass wir Planungs-, Genehmigungs- und Realisierungsprozesse beschleunigen mĂŒssen, anstatt die Regelwerke immer weiter zu verkomplizieren." Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer ist zu mehr als 95 Prozent Ursache von UnfĂ€llen an ÜbergĂ€ngen. Immer wieder kommt es aber auch zu VersĂ€umnissen von SchrankenwĂ€rtern und BahnĂŒbergangsposten, die vor allem an Baustellen eingesetzt sind. Schöne plĂ€diert deshalb fĂŒr mehr zusĂ€tzliche Sicherungstechnik, sogenannte Nachwarnsysteme, die bei menschlichem Versagen die Schranken automatisch schließen, wenn sich ein Zug nĂ€hert. "Das ist einfach eine Frage der Zeit, bis der Mensch einen Fehler macht. Das sind mehrere Zehnerpotenzen, die zwischen der technischen ZuverlĂ€ssigkeit und der ZuverlĂ€ssigkeit des Menschen liegen."

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